121. Philosophendampfer oder Exekution

Gorki war nach der Verhaftung Nikolaj Gumiljows,  (der mit 60 anderen Verdächtigen Anfang August der “konterrevolutionären Verschwörung” angeklagt worden war) nach Moskau zu Lenin geeilt. Nach der einen Version hatte Lenin sich geweigert, den Dichter – der übrigens unschuldig war – zu “begnadigen”, nach der anderen war Gorki mit der Begnadigung in der Tasche zu spät gekommen. Nikolaj Gumiljow war bereits nahe Leningrad erschossen worden – am 24. August 1921.

Er war der erste bedeutende Dichter, dem dies durch die Bolschewiki widerfuhr.  Ossip Mandelstam, der ebenfalls zu dem kleinen, aber für die russische Lyrik überaus große Wirkung entfaltenden Kreis der Akmeisten zählte, wurde Jahre später durch die Stalinisten umgebracht.
Für die Ermordung Gumiljows ist aber Lenin und die von ihm sehr frühzeitig gegründete und mit allen Machtbefugnissen ausgestattete Tscheka verantwortlich.

Direkt auf Betreiben Lenins zurück geht die Ausweisung von über 160 Philosophen und Wissenschafter, die gewaltsam auf zwei Dampfer (“Philosophendampfer”) gebracht wurden. Als Begründung hatte Trotzkij später angegeben:

„Wir haben diese Leute deshalb ausgewiesen, weil es keinen Anlass gab, sie zu erschießen, doch sie zu dulden, war unmöglich.“

/ Haftgrund



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