110. Australische Lyrik seit 1788

Dieser delphinblaue Band ist ein Meilenstein und ein wunderbarer Türstopper (? „doorstop“) mit seinen 1090 Seiten. Eine australische Anthologie von unerwarteter Reichweite und Dichte – es ist ein Wunder für eine so junge und bis vor kurzem so bevölkerungsarme Nation. Sie reicht bis zur Zeit der ersten Flotte zurück. (…)

Manchen Gedichten sollte man sich wie meditativen Erfahrungen nähern, wie oft bei Judith Wright. Ihre stillen und doch manchmal eindringlichen Rhythmen vermitteln ein Gefühl für das australische Land, das zugleich persönlich und tiefvertraut wirkt. Dann Seiten von „Banjo“ Paterson mit seinen eher körperlichen Rhythmen… Es gibt auch Lieder der Aboriginals (einige mit Übersetzung, einige nicht) und anonyme Kolonialgedichte.

Es gibt auch „konkrete“ oder visuelle Gedichte, bei denen die Muster der getippten Wörter genau so wichtig oder wichtiger sein können als die Wörter selber. Merkwürdigerweise fehlen diese Gedichte in dem sonst ausgezeichneten Penguin Book of Modern Australian Poetry. / John Clare, Sydney Morning Herald 27.1.

AUSTRALIAN POETRY SINCE 1788
Edited by Geoffrey Lehmann and Robert Gray
UNSW Press, $69.95



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