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Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?

Erstellt am 24. Oktober 2012 von Lenabosblog

[Rezension]Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?

Erscheinungstermin: 27. August 2012

Autorin: Jess Rothenberg

Verlag: Hanser

Preis: 14,90 € (broschiert), 11,99 € (eBook)

Seiten: 368

ISBN: 978-3-446-24019-3

Originaltitel:

The catastrophic History of you and me (Hardcover, Paperback #1, Paperback #2, eBook)

Reiheninfo: Einzelband

 

Bewertung

[Rezension]Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?

 

Inhalt

Niemals hätte Aubrie, genannt Brie, damit gerechnet, dass ihr Freund ihr einmal das Herz brechen könnte. Wieso auch? Ihre Beziehung ist schließlich perfekt. Und schon gar nicht hätte Brie jemals gedacht, dass ein einzelner Satz ihr Todesurteil bedeuten könnte. “Ich liebe dich nicht!”, sagte Jakob. Für einen kurzen Moment fängt Bries Herz an zu rasen, bis es wenig später zu schlagen aufhört und entzwei bricht. Brie ist gestorben, an gebrochenem Herzen. Während ihr Körper auf der Erde von ihrer Familie begraben und betrauert wird, findet sich Bries Seele im Himmel wieder. Von dort kann sie beobachten, wie ihre Eltern, ihr Bruder, ihre besten Freundinnen und ihr Ex-Freund Jakob nach ihrem Tod weiterleben. Brie sieht und hört Dinge, die sie nicht nur traurig stimmen. Völlig überraschend und mit Hilfe von Patrick, einer verstorbenen Seele im Alter von Brie, findet Brie heraus, was Jakob dazu bewogen hat, ihr den Laufpass zu geben.

 

Meinung

Wenn man das Cover von ‘Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?’ betrachtet, erwartet man wohl eher eine jugendliche, wenn auch tragische Geschichte eines jungen Mädchens, was mit dem Erwachsenenwerden und allerhand Gefühlen zu kämpfen hat. Im Grunde mag das auch auf die Handlung zutreffen, nur mit dem Unterschied, dass sich Bries Drama nicht auf der Erde, sondern im Himmel abspielt.

Sobald mir klar geworden ist, dass Brie im Alter von nur 15 Jahren gestorben ist und die Diagnose ‘Herz gebrochen’ nicht nur eine Metapher für Bries Seelenleiden ist, brach für mich eine Welt zusammen. Die Konfrontation mit Bries Tod findet bereits nach wenigen Seiten statt, Jess Rothenberg beschäftigt sich zunächst nur sehr knapp damit, die Protagonisten vorzustellen. Doch das reichte für mich völlig aus, um eine ganz besondere Verbindung zu Brie herzustellen.

Ich persönlich fand die Protagonistin von Beginn an einfach nur wunderbar und konnte mich sofort in ihr wiederfinden. Ihr Film-, Serien- und Musikgeschmack trifft meinen haargenau. Jess Rothenberg bringt immer wieder Anspielungen auf Filme und Serien ins Spiel, die mich unheimlich gut unterhalten konnten. Da ist beispielsweise die Rede von der Serie ‘Friends’ und dem legendären Song ‘Smelly Cat‘. Oder aber von Tom Cruise und seiner Rolle in ‚Top Gun‘. Als großer Serien- und Filmfan haben diese Momente mein Herz höher schlagen lassen.
Neben Bries Interessen war es außerdem ihre saloppe Art, ihre Offenheit gegenüber der Welt und ihre Erzählweise, die mich von Beginn an gefesselt hat und mich oft hat schmunzeln lassen. Umso geschockter ist man natürlich, wenn man bereits nach wenigen Seiten diese bittere Pille zu schlucken hat und erfährt, dass dieses fabelhafte Mädchen plötzlich gestorben ist.

Jess Rothenberg verbindet in ‘Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?’ eine herzzerreißende Liebes- bzw. Trennungsgeschichte mit einem Thema, was im Jugendbuchgenre bisher selten behandelt wird. Auf dem Markt gibt es bereits viele hervorragende Bücher im Jugendbuchbereich, die sich mit dem Trauerprozess von Hinterbliebenen beschäftigen. Autoren berücksichtigen dabei meist die ‘gängigen’ Trauermodelle, um die einzelnen Trauerphasen authentisch darzustellen. Doch Frau Rothenberg versucht in ihrem Roman eine ganze andere Frage zu beantworten. Natürlich können wir auch in dieser Geschichte miterleben, welche Auswirkungen Bries Tod auf ihre Umgebung hat, doch im Vordergrund steht etwas ganz anderes. Was passiert mit den verstorbenen Seelen? Wie lernen sie ihren eigenen Tod zu akzeptieren? Was erwartet die Seelen nach ihrem Tod? Was tun sie, um IHREN Verlust, mit dem sie ohne Zweifel konfrontiert werden, zu bewältigen? Die Autorin erschafft in ihrer Geschichte eine ganz spezielle Art von Jenseits, die in mir unterschiedliche Gefühle hervorgerufen hat. Ich empfand Trost, weil ich den Himmel, in dem Brie nach ihrem Tod lebt, als sehr friedlich und kaum furchteinflößend erleben durfte. Doch genau wie Brie habe ich sehr oft Trauer, Wut und Einsamkeit gefühlt, wenn ich erkennen konnte, wie schmerzlich für Brie die Trennung von ihrer Familie und ihren Freunden ist.

‘Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?’ bildet ein ständiges Auf und Ab. Die Geschichte bietet zwar ein sehr ernstes Thema, ist aber auf der anderen Seite unheimlich leicht und modern geschrieben. Ich würde die Stimmung im Buch nicht unbedingt als humorvoll bezeichnen, doch erzählt Brie ihre Geschichte zeitweise sehr sarkastisch und spricht den Leser auch persönlich an. Sicher ist es auch die traumhafte Figur des Patricks, der mit seiner lockeren, zynischen und liebevollen Art immer die Lacher auf seiner Seite, aber trotzdem sein Herz am richtigen Fleck hat.
Brie hinterfragt vergangene Taten kritisch, reflektiert ihre Vergangenheit und das auf eine sehr unterhaltende Art und Weise. Doch dann gibt es wiederum diese Momente, die bei mir einen dicken Kloß im Hals verursacht haben. Schon nach wenigen Seiten war ich den Tränen nahe und das, obwohl noch wenige Sätze zuvor eine eher lockere und ausgelassene Stimmung herrschte. Erzählt Brie in einem Moment noch über ihre innige Freundschaft zu ihren besten Freundinnen, findet man sich plötzlich auf einer Trauerfeier wieder. Bries Geschichte hat von Anfang bis Ende mein Herz ergriffen und das in wunderschönen, wie auch zutiefst traurigen Momenten.

Fazit

Bries ‘Lebensgeschichte’ hat mich so berührt, wie es zuvor kaum ein anders Buch geschafft hat. Ich als Leserin, die bei Büchern bisher noch nie eine Träne vergossen hat oder aber, mit einer literarischen Ausnahme, auch nur ansatzweise den Tränen nahe war, musste sogar während einer Zugfahrt darum kämpfen, die Tränen zurückzuhalten.
‘Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast?’ ist ein stetes Auf und Ab. Brie erzählt in ihrer Geschichte von den wunderbarsten Momenten in ihrem Leben, doch schreckt sie auch nicht davor zurück, ihre erschütterndsten und traurigsten Gefühle zu offenbaren. Zusätzlich bietet die Geschichte einen unterhaltenden und zynischen Einblick in eine Vorstellung vom Leben nach dem Tod. Absolute Leseempfehlung!

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Über die Autorin

Jess Rothenberg, 1983 geboren, studierte Englisch und Soziologie, und arbeitete viele Jahre als Jugendbuchlektorin bei Penguin Razorbill. Nebenher begann sie ein Studium für professionelles Schreiben. Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast? ist ihr Debüt, das in den USA für großes Aufsehen sorgte und dessen Übersetzungsrechte in alle wichtigen Länder verkauft wurden. Bei Hanser erscheint es im Herbst 2012. Jess Rothenberg lebt in Brooklyn, New York, und lebt inzwischen vom Schreiben. (Quelle)

Leseprobe

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