Heiraten - ein Gedankengang

Heiraten - ein GedankengangJedes Mädchen hat sich schon einmal ausgemalt, wie es später heiraten möchte. Vom romantischen Antrag bis zur Hochzeit in weiß mit einem 10.000 Euro Brautkleid vom Lieblingsschneider, die ganze bucklige Verwandtschaft eingeladen, der ganze Pipapo eben.
Na ja um ehrlich zu sein, meine Vorstellung geht da schon weiter, und heutzutage ist man schon so fürchterlich abgestumpft, dass schon per SMS holprig angefragt wird „Willst mich heiradn?“ und in Talkshows nach im playback vorgetragenem „How deep ist your love?“ auf Knien mit Rose im Mund vor ca. 4 Millionen Menschen von fürchterlichen Sozialversagern Anträge gemacht werden.
Aber wichtiger ist doch, warum Menschen überhaupt heiraten. Brauchen sie das Ja-Wort für ihr Gewissen, damit sie sich, dem Partner und Gott Liebe beweisen können? Ich meine, reicht es dann nicht, dem anderen Schuhe zu kaufen? Oder eine Reise? Oder sonst was?
Ein gutes Argument wäre natürlich auch die Staatsbürgerschaft. Sehr plump. In Anzeigen oder schmierigen Hintergassenvermittlungen werden so Frauen/Männer vermittelt, die sich für Bares dann das Ja-Wort geben. Dass die beiden sich dann ineinander verlieben ist dann ungefähr so wahrscheinlich wie Jürgen von der Lippe als Pornostar 2010.
Nein, das darf nicht der Grund sein, viel besser ist dann doch die Tatsache der Liebe. Tiefe, ehrliche und bedingungslose Liebe und Zuneigung. Der Wille, sein Leben mit dem Anderen zu verbringen, ihm vor Zeugen Loyalität bis ans Lebensende zu schwören. Hach, wie romantisch. Dass die Leute heutzutage diese Versprechen dann nicht mehr ganz so ernst nehmen sieht man an der Scheidungsrate, denn jede zweite(!) Ehe geht in die Brüche.
Heiraten - ein GedankengangDas ist sehr schade, betrachtet man das Ganze mal aus der finanziellen Sicht. Man hat deutliche Steuerersparnisse. Der Staat fördert die Ehe wohlwissend, dass verheiratete Menschen ein bedeutender Teil des sozialen Netzes sind. Ein Partner „fängt“ den anderen in schlechten (hier rein finanziell gesehen) Zeiten auf. Aber wo bleibt dieser gewünschte Effekt bei Menschen die aus Pflichtgefühl, Torschlusspanik, religiösem Fanatismus oder auf Rat von Dr. Sommer & Rosamunde Pilcher heiraten? Wie weit kann man die zuckersüße Theorie auf unsere Zeit, der Zeit der freien Liebe, dem Trend des „Ausprobierens“ und dem Druck von Vogue, Sex and the City und anderen nicht auszuhaltenden Klischees übertragen?
Romantik scheint aus der Mode zu sein, vergleichbar mit Schlaghosen und den fürchterlich Buffalo-Boots, und auch Fernsehsendungen wie „Verliebt in Berlin“ (kurz: VIB, der erste Titel dieser Serie „Alles nur aus Liebe“ wurde übrigens wegen der verdächtigen Anfangsbuchstabenkombination verweigert) ändern nichts an der scheinbar hoffnungslosen, anti-romantischen Einstellung vieler Menschen.
Und die Kinder? Unsere Zukunft? Wollen wir Kinder in die Welt setzen, denen wir das unglaublich wichtige Gefühl nehmen, dass sie von zwei sich liebender Menschen gezeugt wurden, die sich ihrer Liebe so sicher waren, dass sie sich das offiziell geschworen haben? Gut, elterliche Pflichten wie bedingungslose Liebe, Fürsorge, mentale Stärkung und die Vermittlung von Werten können auch von zwei nicht verheirateten Menschen gut erfüllt werden, dennoch bin ich da der konservativen Meinung, dass man kein Kind in diese Welt setzen sollte, bevor man sich seiner Liebe sicher ist. Ich werde oft gefragt, wieso ich mit meinen 23 Jahren eine so radikal konservative Meinung vertrete. Um ehrlich zu sein: Ich weiss es nicht. Meine Eltern haben es mir nicht mit der Rute eingeprügelt, ich gehöre keiner radikalten Glaubensgemeinschaft an und bin ansonsten eigentlich recht locker. Auch meine Freunde sehen das ganze eher weniger eng. „Wenn du auf einen Zug aufspringst, verpasst du etliche andere“, sagt eine Freundin immer. Auch ein Argument.Heiraten - ein Gedankengang
Letztendlich aber bleibe ich dabei. Ich glaube eben daran. Das mit dem passenden Deckel für jeden Topf und so. Und ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass man gesünder lebt. Da lassen einen halt Anmachsprüche wie „Darf ich dir meinen Knochen in die Hüfte rammen?“ in Clubs halt kalt. Und umso amüsanter ist es dann, wenn man den Schöpfer dieses hochanspruchsvollen Textes dann mit einem Mädel den Club verlassen sieht. Das sind dann Augenblicke, die bestätigen, dass ich richtig liege. Goldrichtig.
Wie steht ihr zum Thema "Heiraten"? Malt ihr euch Prinzessinnen-Szenarien aus oder seid ihr eher Realisten?

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