Frisches Geld für P+S Werften vom Land

Die P+S Werften in Wolgast und Stralsund können mit einer weiteren Finanzspritze vom Land rechnen. Darauf einigten sich die Minister am Dienstag in einer Kabinettrunde in Schwerin.
Genaue Summe bleibt unklar

Wie hoch der Kredit, an dem auch der Bund beteiligt sein soll, ausfällt, wollte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister, Harry Glawe (CDU) nicht sagen. Über die Summe kursieren bereits unterschiedliche Zahlen. Die einen sprechen von 100 Millionen Euro – die anderen von 70 bis 90 Millionen Euro. Glawe kündigte konkrete Zahlen indes für die kommende Woche an.

Glawe sagte im Gespräch mit NDR 1 Radio MV, das Land werde helfen, so lange sich das verantworten lasse. Wenn das nicht mehr möglich sei, dann müsse man über andere Dinge nachdenken. Was er damit konkret meinte, ließ Glawe auf Nachfrage offen. Er sagte nur: “Fragen Sie mich in der nächsten Woche”.

Rückendeckung von Politik und Gewerkschaft

Der Wirtschaftsminister hatte zuvor im Kabinett etwa zehn Minuten über die angespannte Lage auf den Werften berichtet. Danach gab es eine etwa viertelstündige Diskussion. Auch Finanzministerin Heike Polzin (SPD) unterstützt die neuen Hilfen. Das Thema Werften werde die Politik noch eine ganze Weile beschäftigen. Es gelte “verantwortungsvoll” abzuwägen, was man als öffentliche Hand dazu beitragen könne. Bisher habe das Land die richtigen Entscheidungen getroffen, sagte Polzin.

Auch der Bevollmächtigte der IG Metall Küste, Guido Fröschke, begrüßte den Beschluss. Der Gewerkschafter ist der Ansicht, durch die Hilfe des Landes würde auch die Arbeit der rund 2.000 Mitarbeiter an den beiden Standorten gewürdigt. Der Chef der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Helmut Holter, sprach sich ebenfalls für die Finanzhilfe aus. Eine gesicherte Existenz der Werften sei für die weitere Entwicklung des Landes unerlässlich.

Das letzte Geld gab’s Ende März

Die Schiffbauer in Vorpommern kommen aus den Negativ-Schlagzeilen nicht heraus. Offenbar bringt die verspätete Fertigstellung der beiden Scandlines-Fähren die Werften in immer stärkere Schieflage. Möglicherweise drohen Vertragsstrafen in Millionenhöhe. Die ausbleibenden Verkaufserlöse für die beiden Fähren wird die Finanzlage zusätzlich erschweren.

Zudem drücken Altschulden der ehemaligen Volkswerft und der Peenewerft auf die Finanzen. Erst Ende März hatte der Finanzausschuss des Landtags neue Hilfen für die beiden Werften bereitgestellt. Das Finanzministerium hatte da bereits von einem “Liquiditätsengpass” gesprochen.

Quelle: NDR.de


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