„Die rote Schildkröte ist ein romantisch-ruhiger Animationsfilm fern von Hollywood

Einsam auf einer Insel zu stranden, kann schon ganz schön zermürbend sein. Man frage nur Tom Hanks, der schon in Cast Away seinen Verstand an die Einsamkeit verlor. Hier wurde ein Volleyball zum munteren Kommunikationspartner. Ganz so gesprächig geht es in dem Animationsfilm Die rote Schildkröte nicht zu. Um ganz genau zu sein, kommt die Wildbunch/Studio Ghibli Koproduktion sogar ganz ohne das gesprochene Wort aus.

Der Film kommt von dem dänischen Regisseur und Werbefilmer Michaël Dudok de Wit. Durch seine rudimentären Zeichnungen kann der Film sich nur schwer mit Hollywood-Produktionen vergleichen lassen, hat dafür aber ebenso viel Seele wie all die wunderschönen Produktionen aus dem Hause Ghibli.

Seine Premiere feierte Die rote Schildkröte in der Un Certain Regard-Sektion des 2016er Cannes Filmfestivals, während die Oscar-Nominierung als bester Animationsfilm fast schon Formsache war (ebenso wie die Niederlage gegen die Disney-Übermacht von Zoomania).

„Die rote Schildkröte ist ein romantisch-ruhiger Animationsfilm fern von Hollywood

Die rote Schildkröte

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Der Mann baut sich ein Floß um von der einsamen Insel zu flüchten.

Die Story scheint auf den ersten Blick simpel zu sein. Ein Mann erleidet Schiffbruch und strandet mutterseelenallein auf einer Insel. Dort trifft er auf eine gigantische rote Schildkröte. von diesem Moment an werden die beiden Leben von Mensch und Tier eng miteinander verstrickt und die Geschichte nimmt einen Verlauf, den man nicht unbedingt sofort erahnen kann.

Wenn von rudimentären Animationen die Rede ist, dann kann man das auch simpel mit den Worten “romantisch” und “einfach schön” ausdrücken. Die Zeichnungen passen sich der unaufgeregten Erzählweise an. Allein wenn man den namenlosen Mann über die Insel irren sieht, merkt man anhand der Bilder, wie verloren er in diesen gigantischen Landschaftsgemälden wirkt. Das lässt ihn umso kleiner erscheinen. Das vermittelt unfassbar gut das Gefühl der Einsamkeit.

Hier gibt es keine amüsanten Episoden, allenfalls niedliche und herzerweichende Animationen. Ansonsten ist das Schicksal des Mannes von Halluzinationen und Frustration geprägt, zumindest zu Beginn der Geschichte.

„Die rote Schildkröte ist ein romantisch-ruhiger Animationsfilm fern von Hollywood

Die rote Schildkröte

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Die Insel wirkt in ihren Landschaften schier unüberschaubar groß.

Auch das Aufeinandertreffen mit der Schildkröte verläuft zuerst alles andere als friedsam. Sie rammt sein Floß, er strandet erneut auf der Insel. Dann aber trifft es auch das Tier selbst. Die beiden bilden eine Art der Gemeinschaft, bei der jeder auf den anderen angewiesen ist.

Die rote Schildkröte ist ein Film, der meditativ ruhig wirkt. Nicht nur, weil hier nicht gesprochen wird, sondern weil man die Handlung in aller Ruhe verfolgen kann. Man beobachtet ein ruhiges Treiben, das vor unseren Augen einen erholsam-beruhigenden Effekt hervorruft. Damit schafft der Film endlich einmal animierte Erholung von all den Zeichentrick-Produktionen auf Zuckerschock.


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