Der Cäsar von Berlin

Kaiser Nero soll angeblich Rom in der Nacht vom 18. zum 19. Juli 64 in Brand gesteckt haben. Eindeutig belegt ist das nicht. Angeblich beobachtete und besang er den Brand vom Turm des Maecenas aus, während er sich selbst auf der Lyra begleitete und Verse vom Fall Trojas deklamierte, laut Tacitus habe er dies zu Hause getan. Tatsächlich aber befand sich Nero in seinem 50 Kilometer weit entfernten Geburtsort, seiner Sommerresidenz Antium, während der Palatin in Flammen stand. Um eine Stadt zu ruinieren braucht es heute keiner Brände mehr. Ein Flughafen tut es auch.
Der Cäsar von Berlin
Der BER ist für Berlin und Brandenburg ein Desaster, welches die Steuerzahler über Gebühr belastet. Ein Eröffnungstermin steht noch immer nicht fest. Wahrscheinlich wird der Flughafen erst 2015 an den Start gehen. Die Kosten sind schon längst aus dem Ruder gelaufen, flankiert von zu erwartenden Schadenersatzklagen in unbekannter Höhe.
Großprojekte wie die Elbphilharmonie, Stuttgart 21 und der BER Flughafen sind die modernen Ableger der Phase römischer Monumentalbauten. Sich ein den Bürger in Verzückung versetzendes Denkmal setzen ist nicht erst seit dem Bau der Pyramiden angesagt.
Wurde der Kölner Dom noch im Namen Gottes errichtet, so sind die oben genannten Großprojekte dem Geldgott gewidmet. Profit zu Lasten der Bürger. Dafür hat man im Pleitefall Deutschlands einige Assets mehr, die dann für nen Appel und nen Ei privatisiert werden können. Ebenfalls zu Lasten der Bürger. Für Politiker ist das eine runde Sache, haften diese doch nicht für den verursachten Schaden.
Kommunen haben einen Investitionsstau von 100 Milliarden Euro
Die unterfinanzierten Kommunen haben auf Teufel komm raus gespart. Das Resultat ist sichtbar. In den Städten im Ruhrgebiet haben die Straßen mittlerweile DDR-Qualität erreicht. Ein Schlagloch reiht sich an das Nächste. Theater und Hallenbäder werden geschloßen. Schulgebäude sehen wie heruntergekommene Gewerbebauten aus.
Die deutschen Kommunen haben 2012 keine neuen Schulden gemacht. Doch der Sparkurs hat eine Kehrseite: Die Städte und Gemeinden stecken viel zu wenig Geld in Schulen und Straßen. Der Investitionsstau beläuft sich bereits auf 100 Milliarden Euro.
Sparen, sparen, sparen - das predigen viele deutsche Politiker. Die Kommunen haben sich im vergangenen Jahr an diese Strategie gehalten und sind ohne neue Schulden ausgekommen. Das Jahr 2012 sei mit einer "schwarzen Null" abgeschlossen worden, erklärte der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB). Allerdings haben die Kommunen im Gegenzug auf dringend notwendige Investitionen verzichtet. "Bei Schulen, Straßen und öffentlichen Gebäuden wird seit Jahren eher geflickt als grundlegend renoviert", sagte DStGB-Präsident Christian Schramm.

Kommunen sparen sich kaputt
Wie man den Flughafen Berlin auch hätte planen können, zeigt folgende Dokumentation.
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