8 Dinge, die du über das Wochenbett wissen solltest

8 Dinge, die du über das Wochenbett wissen solltest

Was ist das Wochenbett eigentlich und wie lange dauert es? Ist das Wochenbett nur für Frauen, die vaginal entbunden haben? Und welche Rolle spielt eigentlich der Mann während dieser Zeit? In diesem Artikel erfährst du die 8 wichtigsten Dinge über das Wochenbett!

1. Was ist das Wochenbett?

Das Wochenbett ist die erste Zeit nach der Geburt eines Babys. Es wird auch als Kindbett (lat. puerperium) bezeichnet und bezieht Mutter und Kind ein. In dieser Zeit soll man sich von den Strapazen der Geburt erholen und die Bindung soll aufgebaut und gefestigt werden. Diese Zeit dient der Heilung, Regeneration und Ankunft. Das Baby muss langsam in dieser Welt ankommen, Frau und Mann werden zu Mutter und Vater.

Das Wochenbett ist für viele Frauen eine besonders emotionale und überwältigende Zeit. Dies liegt zum einen an der völlig neuen Situation mit vielen Herausforderungen, zum anderen aber auch daran, dass die Hormone nach Schwangerschaft und Geburt plötzlich verrückt spielen. Heulattacken, Stimmungsschwankungen und Verstimmung sind gar nicht selten, werden von vielen Frauen (einschließlich mir selbst) aber als sehr belastend wahrgenommen.

In Deutschland wird man während des Wochenbetts durch eine Hebamme betreut, was viele Frauen als extrem entlastend und hilfreich erleben.

2. Wie lange dauert das Wochenbett?

Das Wochenbett beginnt mit der Geburt des Kindes und endet mit dem Ende des Wochenfluss.

Das Wochenbett ist somit nicht fix sechs oder acht Wochen lange (was manch einer gerne meint), sondern variabel in der Länge. Wikipedia gibt zudem an, dass das Wochenbett „bis zur Rückbildung der schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen" dauert. Wenn ich danach gehe, befinde ich mich also auch sechs Monate nach der Geburt noch im Wochenbett (mein Bauch ist sicher noch nicht wieder rückgebildet und mittlerweile bin ich nicht sicher, ob das überhaupt jemals der Fall sein wird). Vermutlich ist damit aber eher gemeint, dass die Gebärmutter sich wieder auf ihre Ursprüngliche Größe zurückbildet und die Wunde (da wo sich die Plazenta gelöst hat) verheilt ist.

3. Muss man das Wochenbett im Bett verbringen?

Nein. Man muss nicht. Man kann auch auf dem Sofa liegen 😉

Aber im Ernst: Das Wochenbett hat durchaus einen medizinischen Hintergrund. Der Körper der Frau muss bei einer Geburt Höchstleistungen bringen und ist danach, sagen wir mal, nicht mehr so, wie er vorher war. Bei einer vaginalen Geburt muss sich nicht nur die Scheide, das Becken und der Gebärmutterhals öffnen und weiten, sondern auch die Beckenboden-Muskulatur.

Im Rückbildungskurs lernen wir diese Muskeln wieder anzuspannen und ein bisschen zu trainieren. Direkt nach der Geburt kann man sich jedoch vorstellen, dass diese Muskeln eher ausgeleierten Gummibändern gleichen, als straffen Muskeln. Das liegt daran, dass diese Muskeln eigentlich dazu da sind alle unsere Körperöffnungen da unten zu verschließen. Klar sind diese Muskeln ein bisschen dehnbar, das Kind, bzw. dessen Kopf und Schultern, sprengen aber deutlich diesen Rahmen.

Glücklicher Weise hat die Natur es so eingerichtet, dass die maximale Dehnung (Kopf steckt in der Scheide) nur sehr kurz andauert und das Gewebe durch die Schwangerschaftshormone deutlich weicher und lockerer ist als normal. Trotzdem sind die Muskeln erst mal extrem mitgenommen und es ist auch nicht so ungewöhnlich, dass sie sogar ein bisschen reißen (Dammriss) oder geschnitten werden müssen (Dammschnitt). Viele Frauen spüren was so eine Geburt anrichtet, wenn sie nach dieser aufstehen: Man hat ein bisschen das Gefühl, dass man da unten nicht mehr so stabil ist und manchmal gar den Eindruck, dass dort etwas „rausfallen" könnte.

Da der Beckenboden unsere inneren Organe an Ort und Stelle hält (ohne ihn würden die tatsächlich einfach durch unser Becken rausrutschen - die Schwerkraft macht's möglich!), ist dieses Gefühl ziemlich akkurat. Solange die Muskeln noch ausgeleiert sind und sich nicht komplett zurückgebildet haben, können sie auch unsere inneren Organe nicht so gut halten wie vorher. Um es unserem Beckenboden ein bisschen zu erleichtern ist es darum ziemlich schlau erstmal ein bisschen mehr Zeit im Liegen zu verbringen. So schonen wir die Muskeln und geben ihnen Zeit sich wieder zusammen zu ziehen.

Rückbildungsgymnastik zielt im übrigen vor allem darauf ab, diese Muskeln wieder zu trainieren. Hier geht es weniger darum wieder den flachen Bauch oder knackigen Popo zu bekommen, sondern vielmehr darum Inkontinenz, einer Gebärmuttersenkung und anderen wirklich unschönen Dingen vorzubeugen.

4. Gilt das Wochenbett auch für Frauen mit Kaiserschnitt?

Ja! Auf jeden Fall!

Auch wenn Frauen mit Kaiserschnitt kein Kind durch ihre Scheide pressen mussten, so waren sie ja dennoch schwanger. Und schon in der Schwangerschaft beginnt unser Beckenboden abzubauen um dem Kind den Weg zu erleichtern. Dass das Kind per Kaiserschnitt kommen soll, kann der Beckenboden ja nicht wissen. Darum ist es auch für Frauen mit Kaiserschnitt sinnvoll den Beckenboden zu schonen und einen Rückbildungskurs zu besuchen.

Hinzu kommt natürlich, dass ein Kaiserschnitt noch ganz andere Dinge mit sich bringt: Die Narbe tut nicht selten weh und schweres Heben und Tragen sollte am besten komplett der Mann übernehmen (oder eine andere Person). Auch darf man nicht vergessen, dass ein Kaiserschnitt eine OP mit (lokaler) Betäubung ist, was ebenfalls erst einmal vom Körper verarbeitet werden muss.

Und schlussendlich ist die Situation ja die gleiche, egal ob man vaginal oder per Kaiserschnitt entbindet! Plötzlich hat man da so ein kleines Baby. Ein kleines schreiendes Baby, dass unsere komplette Aufmerksamkeit fordert. Und das Wochenbett ist ja nicht nur dazu da den Körper auszukurieren, sondern auch um die Beziehung zwischen Mama (Papa) und Baby aufzubauen und zu festigen.

5. Darf man Sex während des Wochenbetts haben?

Prinzipiell ist es nicht verboten während des Wochenbetts Sex zu haben (es sei denn, der Arzt verbietet es explizit), es ist aber eher unüblich. Bei vielen Frauen ist die Libido nach der Geburt erst mal ziemlich im Keller und Sex ist so mit das Letzte, an das man denkt.

Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Wenn man schon kurz nach der Geburt wieder Sex haben möchte, sollte man auf jeden Fall ein Kondom benutzen, da der Wochenfluss hoch infektiös ist. Wunden im Genitalbereich sollten möglichst abgeheilt sein, da diese wieder aufreißen könnten, was zu weiteren Komplikationen führen könnte.

6. Welche Termine muss man während des Wochenbetts einhalten?

Es gibt tatsächlich zwei Termine während des Wochenbetts, die man unbedingt einhalten sollte, was in der Regel aber kein Problem ist. Zwischen dem 3. und 10. Lebenstag steht die U2 an, viele Frauen sind zu diesem Zeitpunkt jedoch noch in dem Krankenhaus, in dem sie entbunden haben. Wer allerdings ambulant, Zuhause oder in einem Geburtshaus entbunden hat, muss daran denken Termine beim Kinderarzt zu machen. Die U3 ist zwischen der 4. und 6. Lebenswoche fällig und fällt somit meist ebenfalls ins Wochenbett.

Ansonsten ist davon abzuraten Termine in die Zeit des Wochenbetts zu legen.

7. Gilt das Wochenbett auch für den Mann?

Jein.

Der Mann hat kein Kind geboren aber dennoch eines bekommen. Von daher muss er seinen Körper nicht auskurieren und ist weniger angeschlagen als die Frau. Dennoch muss auch er sich an die neue Situation gewöhnen und das Baby kennen lernen. Somit ist es toll, wenn auch der Papa in der Zeit des Wochenbetts möglichst viel Zeit mit Frau und Kind verbringt. Toller Nebeneffekt: Er kann die Frau super mit Essen versorgen 😉

8. Hat man ein Recht auf das Wochenbett?

In Deutschland hat man tatsächlich mehr oder weniger ein Recht auch das Wochenbett. Das äußert sich darin, dass Frauen in den ersten acht Wochen nach der Geburt ein absolutes Beschäftigungsverbot haben. Selbst Frauen die wollen, dürfen nicht arbeiten gehen. Geld bekommt man in dieser Zeit von der Krankenkassen, wenn man zuvor angestellt war, für alle anderen gibt es Sonderregelungen.

Zudem hat man während der Zeit des Wochenbetts Anspruch auf eine Hebamme, die zu einem nach Hause kommt. Sie übernimmt die Wundversorgung bei der Frau, hilft bei allen möglichen Probleme und hat auch einen Blick auf die Entwicklung des Babys.

Wer den Haushalt in der Zeit des Wochenbetts nicht alleine bewältigen kann, hat des Weiteren die Möglichkeit eine Mütterpflegerin oder Haushaltshilfe zu beantragen. Dies gilt bis sechs Tage nach der Entbindung für max. acht Stunden am Tag für fast alle Frauen, darüber hinaus müssen jedoch weitere Gründe vorliegen (zum Beispiel Alleinerziehende mit Geschwisterkindern).

Wenn du wissen möchtest, wie das Wochenbett für uns war, kannst du dies in meinem ungeschönten Bericht nachlesen.


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