Zwei schräge Vögel

Zwei schräge Vögel

Aufwachen ist immer eine interessante Zeit. Eine Erfahrung an der Grenze. Der Tag schleicht sich in die Träume, Träume kleben an der Wirklichkeit. Ein Panoptikum der Möglichkeiten. In welcher Wirklichkeit werden wir aufwachen?

So war es auch an diesem Morgen, einem speziellen Wintermorgen. Dass er „speziell“ war, erfuhr ich aber erst später. Ich fühlte mich gut an diesem Morgen, leicht und beschwingt. Es würde ein wunderbarer Tag, das spürte ich. Die Sonne schien durch das Fenster, draußen erzählte eine Vogelstimme vom fernen Frühling. Drinnen war es zwar warm und kuschelig, doch meine Sinne zogen mich hinaus. Die Welt erwartete mich.

Alles schien in Ordnung, ich war in der besten aller Welten aufgewacht. Nur ein kleines Detail berührte kurz meine Gedanken. Wieso war mein Fenster rund?

„Hallo, bist du zu hause?“ ertönte draußen eine helle Stimme. War es mein Freund Armin? Hatten sie ihn endlich entlassen? War er wieder der Alte? Zu verrückt um normal zu sein, zu normal um wirklich verrückt zu sein?

Ich streckte meinen Kopf zum runden Fenster hinaus. Tatsächlich! Er saß auf dem Balken vor meinem Haus. Fehlte noch, dass er seinen Schnabel an meiner Hütte wetzte.

„Komm raus, du komischer Vogel, der Brunch erwartet uns“, zwitscherte er.

Ich setzte mich zu ihm auf den Balken. Die Sonne stand noch tief, aber sie zauberte Myriaden von Diamanten auf meinen schneebedeckten Baum. Es war wunderschön. Fast so schön wie im Sommer, wenn das Blätterdach mein Haus verbarg und der Wind von weiten Welten erzählte, von Wäldern und Seen, Hügeln und Tälern und vom fernen Meer.

„Du bist früh. Aber es ist schön, dass du wieder zu Hause bist. Es lebt sich zwar leicht, oben im Sanatorium, aber im Grunde ist es ein Gefängnis.“

„Nur für den Körper, aber nicht für den Geist“, erwiderte Armin und putze sich sein Gefieder. „Komm, wir müssen los!“ Er breitete seine Flügel aus und schwang sich vom Balken in die kühle Luft.

Ich folgte ihm mit kurzen Flügelschlägen. Gemeinsam drehten wir eine Runde um den Bauernhof. Die schwarze Katze auf dem Fenstersims blinzelte uns träge nach.

„Dort vorne ist es“, zwitscherte Armin. „Er hat heute das Futterhaus frisch aufgefüllt.“

Schließlich bin ich dann doch noch aufgewacht. In einer Welt mit eckigen Fenstern. Euer Traumperlentaucher



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