Die hellen Clowns in der dunklen Halle

Die hellen Clowns in der dunklen Halle

Der Traum war dunkel und voll seltsamer Gestalten. Wie Clowns hockten sie auf den Werkbänken der düsteren Fabrik. Geschminkt und in karierten Hosen.

„Ist dein Projekt noch nicht fertig?“, wollte einer von mir wissen.

„Ich habe den Plan gemacht und ihn besprochen. Nun ist es an euch, zu arbeiten.“

„Zu arbeiten, zu arbeiten“, raunten die anderen Clowngestalten im Chor. Ihre Gesichter waren in der Dunkelheit nicht genau zu erkennen. Doch einer schien meinem ehemaligen Chef zu ähneln, und ein anderer hatte das Galgenvogelgesicht eines Polizisten, dem ich mal zu nächtlicher Stunde begegnet war. 40 Franken für ein Nebellicht, das Arschloch.

„Die Zeit läuft dir davon und du gackerst herum anstatt zu legen“, sang einer der Clowns und die anderen antworteten: „Anstatt zu legen, anstatt zu legen.“

„Die Zeit ist sowieso am Arsch“, entgegnete ich ungehalten. Wieso weiß ich nicht mehr. Doch kaum hatte ich es gesagt, sah ich drei Schatten hinter einer Drehbank aufflattern. Sie stiegen bis zur Decke.

„Ihr versteckt euch“, rief ich und schaute mich dabei betroffen an. Denn ich stand neben mir. War mir die Seele aus dem Körper gerutscht? Wäre doch nur der Gesichtslose noch bei mir.

„Es sind Erleuchtete, sie tragen lange Schatten“, flüsterte ein Clown in meiner Nähe. Auch sein Gesicht kam mir bekannt vor. Es weckte unangenehme Gefühle.

„Alle Erleuchteten tragen lange Schatten“, sangen die anderen Clowns gedämpft.

„Sind die Erleuchteten Politiker?“, hörte ich mich fragen. Und ich erinnerte mich dabei an einen. Kurz die schmierige Hand gedrückt, dreimal gelogen.

„Politiker?“, grinste der Clown, der meinem früheren Chef so ähnlich sah, Nein, Politiker pissen dich an und erzählen es regne, doch die Erleuchteten strecken ihre Finger in dein Gehirn um darin zu rühren.“

Hinter der Drehbank brodelte es. Blasen stiegen auf und platzten. Auf der Drehbank bildeten sich hellrote Rostbeulen. Zwischen den Werkbänken begann der Boden zu brodeln. Nebelschwaden zogen durch die düstere Fabrikhalle.

„Was geschieht jetzt?“, fragte mein Double. „Versinken wir alle im Sumpf, ist die Fabrik verloren?“

„Vor dem Untergang entsteht immer ein Sumpf, es ist die letzte Stufe vor dem Chaos“, meinte der Clown zu meiner Rechten. Es war ein weiblicher Clown, bemerkte ich bei näherem Hinsehen. Ihr Gesicht glich einer Frau, die früher gerne ein Kind von mir gehabt hätte. „Sydney Hope“ hätte es geheißen. Aber sie war eine Hexe. Mir wurde schlecht, als die Erinnerung daran sich mit dem Traum vermischte. Wie Schwarzwäldertorte mit Tomatensauce, dachte ich. Ich schaute mir zu, wie ich vorwärts stolperte, geradewegs in den Sumpf hinein.

Entweder kommt jetzt der Gesichtslose oder ich wache auf, stellte ich mich selbst vor die Wahl. Doch es nützte nichts. Der Chefclown trat zur rostverbeulten Drehbank und spannte eine Torte ein. Sie jaulte wie ein Hund als sie abgedreht wurde. Tomatensauce spritze durch die Halle. Die getroffenen Clowns verwandelten sich zu Schatten und flatterten davon. Ja, genau so war er gewesen, dachte ich.

„Hat die Sauce sie erleuchtet?“, fragte mein Ich, das bis zur Hüfte im Sumpf stand. Saukomisch wie ich aussah. Gott sei Dank musste ich mich nicht jeden Tag aus dieser Perspektive betrachten.

„Nein, Clowns sind schon hell genug“, sagte der Clown mit der Polizistenvisage.

Wie ich aufgewacht bin, weiß ich nicht mehr und auch an den Rest des Traums kann ich mich nicht mehr erinnern. Es ist wohl besser so. Euer Traumperlentaucher



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