Zu Fuß von Gibraltar zum Nordkap

Europa von Süd nach Nord: Spanien

Auf steinigem Pfad bergab nähere ich mich der französischen Stadt Saint-Jean-Pied-de-Port am Fuße der Pyrenäen. Ein Haufen weißer Häuschen wunderschön gelegen zwischen sanften grünen Hügeln, in der Mitte ein Kirchturm. Es ist Mittag und ich höre die Glocken läuten.

Vor nunmehr 58 Tagen bin ich im südspanischen Tarifa an der Straße von Gibraltar aufgebrochen und nun knapp 1.450 Kilometer später bin ich hier jenseits der Pyrenäen in Frankreich. Einmal über die Iberische Halbinsel und alles zu Fuß.

Ich kann es selbst noch nicht recht glauben. Fünf spanische Regionen habe ich auf meinem Weg durchquert. Zunächst Andalusien. Da ist schon im Januar so richtig Sommer. Tagsüber strahlend blauer Himmel und abends herrliche Sonnenuntergänge. Überall wachsen Palmen, Orangenbäume und bunte Blumen, kein einziger kahler Zweig.

Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens, ist eine lebendige und einladende Stadt mit immergrünen Parks und einer äußerst sehenswerten Altstadt. An der prächtigen Kathedrale beginnt die Via de la Plata, die zum Wegenetz des Jakobswegs gehört. Dieser Wanderweg führt mich durch üppige Korkeichenwälder, in denen massenhaft schwarze Iberische Schweine leben, in die nächste Region auf meinem Weg: Die Extremadura, ein sehr ländlicher, dünn besiedelter Landstrich.

Korkeichen soweit das Auge reicht und hin und wieder ein Schweinegrunzen. Dazwischen schattenlose Gebiete mit intensivem Weinanbau. Die Dörfer meist klein und ärmlich. Zu Zeiten der Römer allerdings war hier mächtig was los, wovon zahlreiche Überreste Zeugnis ablegen. Römerbrücken, Römerstraßen, Aquädukte, und die Hauptstadt Merida hat sogar ein Römisches Amphitheater.

Irgendwann taucht ganz unverkennbar das in den hohen Lagen noch schneebedeckte Kastilische Scheidegebirge vor mir auf. Hier beginnt die Region Kastilien und León. Zum allerersten Mal habe ich so richtig mieses Wetter. Bei Schneeregen und frostigen Temperaturen geht es hoch in die Berge.

Auf der anderen Seite in Salamanca ist der Himmel zwar wieder klar, doch mit den sommerlichen Temperaturen ist nun Schluss. Kastilien liegt auf einer riesigen Hochebene zwischen 700 und 900 Metern Höhe. Klar, dass es hier kälter ist. Vor allem nachts im Zelt spüre ich das deutlich.

Salamanca, Leon und Burgos sind wunderschöne Städte mit beeindruckenden Kathedralen. Dazwischen erstreckt sich endlos weit die Meseta: flaches Ackerland bis zum Horizont. Ich glaube nirgendwo sonst auf der Welt kann man so weit gucken.

Nordöstlich an Kastilien und Leon angrenzend erreicht man Rioja. Wie nicht anders zu erwarten, wird hier im wesentlichen Wein angebaut. Mit dem Übergang nach Navarra, der letzten Region auf meinem Weg durch Spanien, wird die Landschaft wieder abwechslungsreicher: sanfte, zum Teil bewaldete Hügel, dazwischen Felder und Weiden. Irgendwann taucht unten im Tal Pamplona auf, und dahinter erheben sich die Pyrenäen.

Auf den Wegen liegen sogar noch etwas Reste von Schnee und die Bäume sind kahl. Mit dem andalusischen Bilderbuch-Spanien hat das nichts mehr zu tun. Zwei Tage bergauf, einen Tag bergab, und da bin ich nun: in Frankreich.

Ende April kann ich dann hoffentlich erzählen, was ich hier gesehen und erlebt habe.

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