Zensus 2011

Morgen startet der Zensus 2011, in dem tatsächlich nach dem Migrationsstatus gefragt wird: Stammt der Befragte, sein Vater oder seine Mutter aus einem anderen Land? Erfragt wird aber nur die Zuwanderung ab 1955: Weil erst ab da verstärkt Muslime kamen? Meine Kinder, hätte ich welche, müssten einen Migrationsstatus angeben, selbst wenn sie einen deutschen Vater hätten. Datenschützer halten die Fragen nach Religion oder Migrationshintergrund für “bedenklich”, haben aber offenbar nicht protestiert.

Das deutsche Zensusgesetz folgt den EU-Vorgaben, aber die deutschen Statistiker entwickeln in einigen Bereichen “eine besondere Neugier, die darüber hinausgeht: Glaube und Herkunft, und das bis in die zweite Generation…” Beim Glauben kann der Befragte die Auskunft verweigern, diskriminierende Fragen wie die nach der sexuellen Orientierung werden gar nicht erst gestellt, aber die Frage nach der Migrationsgeschichte einer der beiden Eltern ist strafbewehrt: Nicht antworten kostet. Wofür haben wir eigentlich eine Beauftragte für Migration, Flüchtline und Integration?


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