Zeig mal, zeig mal.

Vorplatz / 29cm x 22cm / Acryl und Sand auf Zeichenpapier / 2011, Nr11-083Man soll nicht auf andere Leute zeigen, lernt man als Kind. Überhaupt soll man nur zurückhaltend auf etwas zeigen, allenfalls, wenn jemand nach dem Weg fragt. Auch soll man nicht allen zeigen was man hat. Und schon gar nicht die Lösung dem Sitznachbarn in der Schule. Eine Ausnahmegenehmigung hat die altmodische Uhr mit den Zeigern, die zeigt dauernd auf die Uhrzeit. Die digitalen Uhren tun das nicht mehr. Die zeigen zeigerlos.

Aber in der heutigen Zeit sind wir täglich am zeigen. Wir befehlen zeigend. Wir weisen hierauf und dort drauf. Am Automaten, wenn wir Fahrscheine lösen sind wir am zeigen. An der Wäschmaschine zeigen wir sogar mit etwas Nachdruck. Am Geldautomat zeige ich erst mal die Karte und dann mit dem Finger was ich will.

Am Computer komme ich nicht mehr aus dem Zeigen heraus. Ich zeige mit einem kleinen Zeiger auf die Icons, auf die Menüleiste, auf die Dateien, und wenn ich glaube, auf das richtige zu zeigen, dann befehle ich, indem ich mit dem Finger abdrücke: Peng. Gespeichert. Kopiert. Eingefügt. Geöffnet. Gelöscht. Und an all den vielen Touchscreens bekommt man einen ganz starren Zeige-Finger.

Wir sind halt eine richtig zeigende Gesellschaft.

BILD: Vorplatz / 29cm x 22cm / Acryl und Sand auf Zeichenpapier / 2011, Nr.11-083

 


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