Zahnpasta im Ökotest

Verzicht auf Fluorid führte zu Abwertung

In ihrer Augustausgabe teste die Redaktion 38 Zahnpasten, darunter sieben zertifizierte Naturkosmetikprodukte. Insgesamt stuften die Tester 19 als empfehlenswert ein, darunter zwei der Naturkosmetikzahncremes. Nun kann man sich fragen, warum Naturkosmetikprodukte ohne bedenkliche Inhaktsstoffe wie Parabene oder PEG-Derivate insgesamt so schlecht abschnitten. Die Testredaktion begründet diese Wertung damit, dass die als nicht-empfehlenswert eingestuften Produkte kein Fluorid enthalten.

Fluorid nach derzeitigem Kenntnisstand bester Schutz vor Karies

Ökotest gab den Zahnpasten schlechte Noten, die kein Fluorid enthalten. Wie die Redakteure ausführen, soll eine Zahnpasta wirksam vor Karies schützen. Es sei wissenschaftlich belegt, dass Fluorid den Zähnen helfe, verlorene Mineralstoffe zurückzugewinnen. In sehr hohen Dosen könne der Stoff der Gesundheit schaden. Allerdings sei er in Universalzahncremes mit 1.500 Milligramm pro Kilogramm so gering dosiert, dass diese Dosis beim Zähneputzen nicht schaden könne.

Alternativen noch nicht ausreichend erforscht?

Naturkosmetikzahncremes enthalten fast alle das Süßungsmittel Xylitol als Fluorid-Alternative. Xylitol wird eine kariesprophylaktische Wirkung zugeschrieben. Laut Ökotest gäbe es keine brauchbaren Studien, die diese Wirkung belegen. Die Pharmazeutische Zeitung beruft sich allerdings auf frühe Studien aus den 1970er Jahren, die belegen, dass Xylitol die Plaquebildung reduzieren und somit Karies vorbeugen kann. Das Portal Medizin Transparent verweist auf „methodische Mängel“ der Xylitol- Studien und zweifelt die Aussagekraft Studien an.

Fazit: Wer sich für eine Zahnpasta eines Naturkosmetikherstellers entscheidet, kann zumindest sicher sein, dass das Produkt frei von bedenklichen Inhaltsstoffen wie Parabenen oder PEG-Derivaten ist. Ob Fluorid oder nicht, scheint sich zu einer echten Glaubensfrage entwickelt zu haben. Laut Bundeszahnärztekammer sind fluoridhaltige Zahnpasten nicht gefährlich. Mehr als 300.000 Studien haben bei korrekter Einnahme bisher keinen Hinweis auf eine Gesundheitsgefährdung gefunden. Um einen Schaden durch Fluorid zu bekommen, müsse man schon tubenweise Zahnpasta oder kiloweise fluoridiertes Speisesalz schlucken.

Kleinkinder sollten allerdings keine Erwachsenenzahnpasta verwenden.

Der vollständige Artikel der Zeitschrift Ökotest ist unter folgendem Link abrufbar.

Foto: Alexandra H.  / pixelio.de


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