YouTube Partnernetzwerke sind nicht mehr das wie früher

Gestern erschien bei Vice ein sehr interessantes Interview mit LeFloid, welches man hier ganz lesen kann. Ich möchte nur auf einen Teil des Interviews ausgehen, dazu zitiere ich mal:

Kannst du mir erklären, wie genau bei solchen Netzwerken gearbeitet wird?

Netzwerke sind im Ursprünglichen mal diejenigen gewesen, die gesagt haben: Wir bringen euch zusammen und bieten euch einen Pool—beispielsweise auch an Sound- und Videoclips—aus dem ihr schöpfen könnt. Im Prinzip sollten sie eine Spielwiese für kreativen Austausch sein. Bei mir war es im Endeffekt irgendwann so weit, dass ich erkannt habe, dass ein Netzwerk nicht mehr als ein hart gewinnorientiertes Unternehmen ist, das auch nicht mal zwangsweise daran interessiert ist, die kleinen YouTuber zu unterstützen und zu promoten, sondern die Großen noch größer zu pumpen was mediale Aufmerksamkeit betrifft, um den eigenen Netzwerk-Wert zu erhöhen. Studio71 hat Gronkh und Mediakraft hat Y-Titty und das wird immer ein Schwanzvergleich bleiben. Schade eigentlich.

Wie sagt man so schön: Früher war alles besser?

Früher war es eben ein Vorteil, wenn man in ein YouTube Partnernetzwerk kommt, dass man auch Unterstützung bekommt. Dafür kam man eben mit einer guten Basis, sprich Abonnenten und Views womit auch entsprechende Einnahmen reinkommen. Denn das Netzwerk muss sich auch finanzieren, dass ist einfach so. Eine Sound-, oder Musik Datenbank haben inzwischen die meisten YouTube Partnernetzwerke, die guten wenigstens. Ein Teil davon bietet noch Workshops an in (un)regelmäßigen Zuständen sowie Support, wenn man mal Probleme hat. Und sonst?

Ich möchte mal die großen YouTuber weglassen, vor erst. Viele Netzwerke haben als Voraussetzung 1.000 – 3.000 Views täglich. Einfach aus dem Grund, dass es sich auch finanziell lohnt. Denn ein Netzwerk macht es ja nicht nur rein aus Spaß und nächsten Liebe. Man lebt davon, hat Mitarbeiter zu bezahlen, Büros kosten auch was und die üblichen Betriebskosten sind auch noch da. Sprich man nimmt YouTuber auf, die eine gewisse Reichweite haben und Geld ins Netzwerk spülen.

Kleine YouTuber, die unter den Voraussetzungen sind oder zur “Mittelschicht” gehören beim Netzwerk, bekommen meist weniger Unterstützung als die größeren. Wieso? Hängt vermutlich damit zusammen, dass das Netzwerk zu viele Partner hat verteilt auf zu wenige Mitarbeiter. Massen Netzwerke lasse ich mal aus dem Spiel, die kannste eh knicken. Damit das Netzwerk ihre Partner unterstützen kann, braucht man Mitarbeiter. Ein Mitarbeiter kann sich aber nicht um alle Partner kümmern. Ich kenne ein Netzwerk, da hat ein Mitarbeiter 300 Partner.

Alleine daraus kann man schon schließen, wie soll sich ein Mitarbeiter um 300 YouTuber kümmern? Das geht nicht. Da sind normale Support Emails drin, vielleicht mal nen kleines Schwätzchen aber für mehr ist keine Zeit drin. Und das ist ja ein Thema, was LeFloid im Interview angesprochen hat. Ein Netzwerk sollte da sein, um die Partner untereinander in Kontakt zu bringen. Gemeinsame Projekte. Events und Veranstaltungen. Eigene Ideen dem YouTuber vorschlagen und eben für die YouTuber da sein und nicht nur dann, wenn es ein Problem gibt.

Das schafft aber keiner, wenn ein Mitarbeiter für 300 YouTuber zuständig ist. Ich bezweifel, dass es mit “nur” 50 YouTubern so klappt. Und da kommt dann das Geld. Der Mitarbeiter will bezahlt werden und es müssen so viele Mitarbeiter vorhanden sein, um alle Partner gleichbericht zu behandeln. Sagen wir, dass Netzwerk hat 1.000 YouTuber und jeder Mitarbeiter ist für 50 zuständig. Sprich man bräuchte hierfür alleine 20 Mitarbeiter, die sich um die Partner kümmern und unterstützen. Von den 1.000 Partnern kommt aber nicht so viel Geld in die Kasse, damit sich das ganze auch finanziert. Immerhin kommen zu den 20 Mitarbeitern auch noch andere Team Mitglieder, von Buchhaltung, Office, IT, Design etc…

Ein Unternehmen ist Gewinnorientiert, wenn es überleben will. Das ist in jedem Bereich so. Das Netzwerk erhält im Durchschnitt 20% von den Einnahmen. Hat ein Mitarbeiter nun 50 YouTuber unter seinen Fittichen, die <5.000 Abos haben und die dazu gehörigen Views, dann kommt nicht so viel Geld rein, damit die Ausgaben reinkommen, welche der eine Mitarbeiter verursacht. Sprich für das Unternehmen ist das nicht Finanziell lohnenswert. Was wiederum bedeutet, die Mitarbeiter haben dann nicht nur 50 YouTuber sondern 100 oder mehr.

Um kleine YouTuber zu unterstützen, muss man als Netzwerk eine Basis haben, damit sich das auch finanziell ausgeht. Oder man arbeitet ohne Gewinn, gibt es auch. Alternative wäre auch, die Anteile des Netzwerkes zu erhöhen. So das das Netzwerk nicht nur 20% bekommt von den Einnahmen sondern z.B. 40% oder 50%. Ich denke nun einfach mal, für die meisten wäre dies auch kein Problem. Nur möchte man davon auch was. Lizenzfreie Musik kriegt man inzwischen an jeder Ecke im Internet, genau wie Grafiken, Templates, Fotos und Videoclips. Ein Netzwerk Forum? Es gibt Webvideo Foren, Let’s Player Foren und zu jedem anderen Genre auch. Zwar kann man sich in einem internen Forum direkt besser austauschen, aber notwendig ist es nicht.

Spiele Lizenzen bekommt man inzwischen auch ohne Probleme von den meisten Entwicklern und Publishern. Auf YouTube gibt es so kaum mehr Vorteile wenn man YouTube Partner ist. Zur Zeit gibt es nur wenige Vorteile von einem YouTube Netzwerk, dass diese – mit Glück – Kontakt zu YouTube direkt haben und sich um Probleme in kurzer Zeit kümmern können – sprich Support. Ein weiterer ist die Vermarktung, die guten Netzwerke haben einfach die besseren Werbedeals als Google Adsense. Und Workshops. Immer mehr Netzwerke bieten Workshops an. Dass wäre für mich einer der Hauptgründe in ein YouTube Partnernetzwerk zu gehen. Aber sonst? Aktuell: nope.

Aber man muss auch mal auf den Boden der Tatsachen kommen. Braucht man als “kleiner” YouTuber überhaupt ein Partnernetzwerk? Wegen Vorteilen auf YouTube? Nope. Wegen Spiele Lizenzen / Duldungserklärungen? Nope. Wegen dem Geld? Nope.

Oft bekomme ich Emails von YouTubern, welches Netzwerk ich empfehlen kann. Ich frage dann immer zuerst, was man überhaupt will. Was man sich vorstellt. Und was man sich dadurch erhofft. Die Antworten sind leider meist ernüchternd. Wie, “Ich will in ein Netzwerk, damit ich in einem Netzwerk bin” oder “Ich erhoffe mir dadurch nichts, aber Kanäle mit Netzwerk haben es leichter”. Wenn du scheiß Videos machst, bringt dir das beste Netzwerk auch nichts. Wenn du nicht mal weißt, was du vom Netzwerk willst – dann lass es auch. Genauso viele Leute schreiben mich an, wie sie aus einem Netzwerk rauskommen weil es ihnen nicht mehr passt. Oftmals den Vertrag nicht durchgelesen, man ist nicht zufrieden mit dem Netzwerk oder sonstwas. Meistens weil man es sich nicht überlegt hat. Weil man darauf gekommen ist, dass Netzwerk ist nicht das richtige für mich sondern ein anderes.

Kleine YouTuber und da sage ich mal einfach bis 10k Abos – die brauchen kein Netzwerk. Für was? Die meisten wissen vielleicht noch nicht mal, was sie selber überhaupt auf YouTube machen wollen. Ein Netzwerk kann dir zwar helfen, die sagen einem aber auch nicht, wie du deinen Kanal machen sollst oder worauf du Bock hast. Was ich immer gut finde, wenn sich gleichgesinnte YouTuber zusammen schließen. Wie ein Clan früher.

Gemeinsame Projekte, man Promotet sich gegenseitig, gibt sich selber Feedback und Tipps und wächst dadurch. Ein YouTuber Clan also. Oder wie LeFloid im 301+ Verein. In ein Netzwerk kann man später immer noch. Lieber selber Kontakte suchen und das ganze aufbauen. Bringt mehr, als in ein Massen Netzwerk zu gehen. Denn die guten Netzwerke, die haben ihre entsprechenden Voraussetzungen und da kommt man so schnell auch nicht rein. Aber ein solches Netzwerk, bringt einfach mehr. Bestes Beispiel: Workshops. Bietet dir ein Massen Netzwerk nicht. Höchstens vielleicht irgendwelche Web Seminare – findest aber im Internet auch.

Lange Rede kurzer Sinn: YouTube Partnernetzwerke sollten vom Massen Netzwerk weg gehen und sich auf die guten konzentrieren. Qualität statt Quantität und das auch bei den kleineren YouTubern, denn davon gibt es viele. Aber auch die YouTuber sollten sich genauer überlegen, was sie wollen – was sie erwarten – was sie erhoffen.


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