Wunderbar in Schwebe gehalten

Mit „September“ hat Lehr kein Buch zum Verschlingen geschrieben, sondern einen Roman, für den man einen langen Atem braucht und den Willen, sich auf diese Sprache einzulassen. Dann wird einem einiges geschenkt. Das ist keiner jener Romane, die 9/11 bloß als Marketingchance nutzen. Zwar entkommt man den Klischees über Ost und West nie ganz. Doch Lehrs Sprache hält dagegen, mit dem Versuch, die eigene Demokratie zu verstehen, sowie die Schmerzen der anderen. Zwei Väter und ihre Töchter, die einen im Orient, die anderen im Okzident: Abwechselnd lässt Lehr in ihre Köpfe und Herzen sehen…

Empfehlenswert ist – wie so oft –, den Klappentext vor der Lektüre nicht zu lesen. Was Thomas Lehr in seinem gewichtigen Roman wunderbar in Schwebe bringt, ebnet dieser Klappentext ein. / Die Presse 29.1.

 



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