World of Warcraft - Stellungnahme von phoenix

World of Warcraft - Stellungnahme von phoenixDas wenn man die TV und die Videospiellandschaft vermischt eine explosive Mischung ergibt bewiesen mittlerweile schon mindestens zwei Vorfälle.

Der jüngste Fehler unterlief dem von ARD und ZDF eineführten Informations- und Dokumentationssender phoenix. In einem Studiogespräch hieß es seitens des Moderators, in World of Warcraft bekämpfen Spieler in mittelalterlichen Heldenrollen den Islam und schützten so Europa.

Nun hat man sich in Anbetracht des großen öffentlichen Drucks dazu entschieden, eine Stellungnahme zu diesem Thema abzugeben. In einem 37 Sekunden langen Video auf YouTube erklärt der Moderator, er habe schlichtweg das Spiel verwechselt, was dem anstrengenden Tag und der komplizierten Thematik geschuldet sei. Natürlich bedauere er den Vorfall, nennt aber nicht den Titel, welchen er tatsächlich meinte.

Auch wir hatten uns in den letzten Tagen an den Sender gewandt - hier der Text unserer Anfrage:

Sehr geehrtes Team von phoenix, 
seit Tagen lässt uns ihr Beitrag zum Computer-Fantasy-Rollenspiel "World of Warcraft" keine Ruhe. 
In der Community herrscht ein Reger Aufschrei über die Kompetenz ihres Moderators und dessen Redaktion. 
Der ab 12 Jahren freigegebene und von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sowie der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia geprüfte Titel lässt Interpretationen hinsichtlich eines Kampfes der Ideologien nicht zu. 
Die Aussage "Die Spieler retten Europa vor einem Teil der Islamisierung in gewisser Weise" klingt als wäre sie aus einem Käseblatt gezogen und dem Moderator so eingepredigt wurden. "Wo er auch sehr viel geschossen hat [...] wenn er am Computer schnell abdrückt, drückt er auch im echten Leben schneller ab" - in der nächsten Aussage merkt man, dass sich überhaupt nicht mit dem Spiel befasst wurde. In der heutigen Zeit, in der es die Wikipedia gibt, wäre eine schnelle und gute Recherche doch möglich gewesen. Vorallem wenn man bedenkt das World of Warcraft kein Killerspiel wie ein First-Person-Shooter ist. Im Spiel gibt es keine modernen Waffen, man kämpft mit Schwert, Bogen, Armbrust, oder Zauberstäben und Magie. Das Spiel ist ein völlig fiktives Rollenspiel, welches in keinster Weise gefährlich ist. 
Recherchen sollten mit zum Kerngeschäft Ihres Senders gehören und daher sollte offengelegt werden, wie es zu solchen Ungereimtheiten in der Redaktion kommen kann. In letzter Konsequenz führt diese Darstellungsweise nämlich zur noch geringeren gesellschaftlichen Akzeptanz von Videospielen und lässt die Killerspiele-Diskussion bei unwissenden Zuschauern nochmals aufflammen.

Wir freuen uns, dass sich der Sender zum Weg an die Öffentlichkeit entschieden hat, auch wenn der genannte Grund wieder einmal realitätsfern scheint. Auch dieses Mal müssen wir uns, wie wohl schon beim RTL-Disaster, mit dieser Stellungnahme begnügen:


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