Worin besteht die Gefühlserregung?

m sie aus unserem psychischen Verhalten ausschalten zu können, müssen wir zunächst ihr Wesen erkennen

Die Gefühlserregung stellt einen Kurzschluss der vitalen Energie des Menschen dar zwischen seinem instinktiven, negativen und seinem geistigen, positiven Zentrum.  Dieser Kurzschluss besteht in einer Energiedesintegration (Bestimmungsort), die zwischen diesen beiden Zentren entsteht, und zwar in einem Punkt, den man als drittes Zentrum betrachten kann und den man als „Erregungszentrum” bezeichnet.

Der Erregungskurzschluss kommt zustande, wenn das intellektuelle Zentrum nicht isoliert ist.

Welchem Faktor entspricht nun dies Fehlen einer Isolierung des intellektuellen Zentrums?

Es entspricht der geistigen Passivität vor dem letzten Problem der menschlichen Grundsituation, so wie dieses sich im gegenwärtigen Augenblick äußert. Alle inneren und äußeren Bewegungen des Menschen haben einen einzigen ursächlichen Motor: das natürliche Bedürfnis des Menschen, als unterschiedliches Individuum zu bestehen, d. h. sein natürliches Bedürfnis zu „existieren”.

Dieses Bedürfnis kommt aus unserem instinktiven Zentrum. Der Mensch aber ist sich dieses Bedürfnisses nicht bewusst, im Augenblick, wo dieses Bedürfnis wirksam wird und soweit es im gegenwärtigen Moment fühlbar wird. Auf theoretische Weise kann sich der Mensch dessen bewusst sein, aber nicht praktisch, wenn dies Bedürfnis im Augenblick sich geltend macht. Alles im Menschen funktioniert nach dem Grundsatz: „Da es nun einmal Tatsache ist, dass ich existieren muss”. Sein Geist kann sich aktiv alle Erscheinungen dieses primären Bedürfnisses bewusst machen, aber diese Bewusstmachung der Erscheinungen schließt das Bewusstsein dessen, was diese Erscheinungen bedeuten, aus.

Versuchen wir es noch auf eine andere Art klar zu machen. Hinter allem, was der Mensch erlebt, spielt sich in ihm vor seinem inneren Tribunal der illusorische Prozess seines Seins oder seines Nicht-Seins ab. Die Aufmerksamkeit des Menschen wird von den jeweiligen Veränderungen dieses inneren Prozesses in Anspruch genommen und diese erscheinen ihm immerzu wesentlich und neuartig.

Dabei ist ihm dieser Prozess selbst und die mit ihm verbundene fortgesetzte Monotonie nicht bewusst. Der Mensch bemerkt zwar die verschiedenen Formen seines jeweiligen psycho-somatischen Zustandes, er sieht auch ihre qualitativ wechselnden Veränderungen. Aber er sieht hinter den formalen Änderungen seines augenblicklichen Befindens nicht die quantitative Veränderung dessen, was wir das nicht-formale Existenzempfinden nennen. Wenn ich in irgendeinem Augenblick durch eine innere, intuitive und völlig einfache Geste den nichtformalen Eindruck, mehr oder weniger intensiv zu existieren, gewinnen will, so kann ich das. Sobald ich aber aufhöre, zu wollen, hört auch mein Existenzempfinden auf, und meine Aufmerksamkeit wird wieder von neuem durch formale Wahrnehmungen abgelenkt. Wenn ich willentlich, mein nicht-formales Existenzempfinden wahrnehme (welches quantitativ veränderlich ist), wird mein Geist vor der letzten Wirklichkeit meiner augenblicklich konkret erlebten menschlichen Grundsituation aktiv. Somit wird mein intellektuell-geistiges Zentrum isoliert und ich erlebe keine Gefühlsbewegung. Sobald ich jedoch diesen willentlichen, nicht natürlichen Vorgang unterbreche, verliert mein intellektuelles Zentrum seine Aktivität, es gibt seine Isoliertheit auf und meine Gefühlserregungen setzen wieder ein.

Mein nicht-formales Existenzempfinden verändert sieh quantitativ vom völlig reduzierten bis zum überdeutlichen Existenzempfinden hin. Ohne eine besondere Anstrengung meinerseits gebe ich darauf nicht acht, obwohl es gerade das ist, um was es sich für mich handelt in meiner augenblicklichen, ich-bezogenen menschlichen Grundsituation. Ich achte vielmehr nur auf die geistigen Formen, weiche mein völlig reduziertes oder aberdeutliches Existenzempfinden jeweils hervorruft.

Diese Beschreibung würde sich weiter vertiefen lassen.

Wie lässt sich  diese Theorie verinnerlichen?

Du ahnst es als Blogleser bestimmt schon! :-) Durch das Stärken der momentanen Achtsamkeit! Das ist praktisch Anwendung ohne Theorie.

Da jeder alles bei sich hat, wird es zur einfachen Aufgabe, wenn auch nicht unbedingt leicht. Jeder erfolgreiche Sportler hat geübt. Jeder Spitzenkönner hat praktiziert.

Mache DICH zum Meister der Achtsamkeit.

Achtsamkeit verbirgt sich hinter der Maske!

 

Achtsamkeit liegt hinter jeder Vorstellung

Achtsamkeit liegt hinter jeder Vorstellung

 


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