Wonder Woman

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Wonder Woman

8Action

Die beeindruckendste Heldentat von Patty Jenkins Comic-Verfilmung und deren Heldin ist neben der Etablierung einer starken weiblichen Hauptfigur die einer femininen Perspektive. Gal Gadots eindrucksvoller Auftritt und die dynamische Inszenierung wirken wie eine Frischzellenkur für ein Genre, das zuletzt sogar die Seniorenjahre seiner Männerheroen auf der Suche nach jungen Ideen abgraste.

Das prätentiöse Ergebnis führte unbeabsichtigt noch klarer vor Augen, wie hartnäckig die Studiobosse ein vielfältiges Figurenensemble ablehnen. Die Skepsis gegenüber einer weiblichen Hauptfigur zeigt sich bezeichnenderweise weniger im Plot als den Effekten. Alliierten-Spion Steve (Chris Pine) und die Misfits, mit denen Diana im Ersten Weltkrieg an die Front zieht, vertrauen mehr in ihre Fähigkeiten als die Produzenten.

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Die Anfangsanimationen offenbaren das geringere Budget von Wonder Woman im Vergleich zum Vorgänger Batman v Superman: Dawn of Justice. Doch wie Tochter von Zeus und Amazonenkönigin Hippolyta (Connie Nielsen) bezwingt Jenkins alle Hindernisse und erschafft den bisher besten DC-Film. Ihr zweites Kinowerk ist genauso kraftvoll wie ihr Debüt Monster und ebenfalls fokussiert auf eine Protagonistin, die sich über Gesellschaftsnormen hinwegsetzt.

Geschickt spielen die Dialoge mit der patriarchalen Doppeldeutigkeit des Begriffs „men“, wenn sie Dianas Überlegenheit nicht allein an göttergleicher Stärke, sondern weiblich konnotierter Ethik und Fairness festmacht. Wonder Woman motivieren weder Rache noch Kindheitstraumata zu ihrem Kampf für die Menschheit, sondern ihr unerschütterlicher Gerechtigkeitssinn. Ihr Ziel ist nicht Sieg, sondern Frieden.

Die psychologische Komplexität zeigt sich auch in Jenkins‘ Mitgefühl mit den Gegnern. Am spannendsten von ihnen ist passenderweise die einzige Frau in den feindlichen Rängen, Chemikerin Isabel Maru (Elena Anaya) alias Dr. Poison, aufgrund einer Gesichtsverletzung eine Außenseiterin in einer Welt, die Frauen nach ihrer Schönheit bewertet. Dieses Konzept zeigt sich nicht nur in den humorvollen Szenen, sondern Dianas Kostüm. Das Relikt der Pin-up-Ära wird zur Rüstung einer Kriegerin.

In den Action mit brutaler Kriegsrealität mischenden Kampfszenen ist keine Zeit für Irrationalität, Sexy-Posen und dergleichen objektifizierende Muster, die weibliche Protagonisten typischerweise herabstufen. Das macht Wonder Woman nicht nur zur progressivsten Superhelden-Figur der Leinwand, sondern der realistischsten und ihren Feldzug umso packender.

Regie: Patty Jenkins, Drehbuch: Allan Heinberg, Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Robin Wright, Danny Huston, David Thewlis, Filmlänge: 141 Minuten, Kinostart: 15.06.2017


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Autor

Lida Bach

 
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