"Wolkenschloss" ... das Grand Budapest Hotel für zehnjährige Mädchen


Gut, ich hatte zu Beginn der Geschichte wirklich nicht viel erwartet, was einerseits daran lag, dass die Autorin, meiner Meinung nach, mit jedem weiteren Jugendbuchtitel immer kindlicher schreibt, obwohl sie mithilfe des Fischer-Verlags eigentlich in das AllAge-Genre eintreten wollte, andererseits, weil es eben Frau Gier ist und ich weiß, worauf sie gern ihren Fokus legt (Romanzen). Und obwohl ich diese Zweifel hatte, dachte ich doch gern an die Edelstein-Trilogie zurück, die natürlich all diese kleinen Makel auch aufwies, sich aber schön lesen und genießen ließ. So hoffte ich inständig, Wolkenschloss wäre mehr wie Rubinrot und weniger wie Silber.  
Eine tollpatschige aber liebenswerte Protagonistin, die kein Fettnäpfchen auslässt, schrullige, karikierte Nebenfiguren, zwei unwiderstehliche Jungs... ja, es fällt einem nicht schwer, zu erkennen, dass man sich in einem Gier-Roman befindet. Adressiert an junge Mädchen schreibt die Autorin über die Tücken des Lebens als Hotelpraktikantin, bestreut dieses mit sehr viel harmlosem Humor und bringt all jene Herzen zum höherschlagen, die auf romantisierte männliche Charaktere stehen. Kurz gesagt: Wolkenschloss ist vor allem ein Wohlfühlbuch, in dem die "Bösen" bestraft und die "Guten" belohnt werden. Es ist nicht real, sondern ein erträumter kleiner Mikrokosmos, was dem Titel des Romans eine zweite Bedeutungsebene verleiht. 
Da ich die Audioversion gehört habe, konnte ich mich bei den verschiedensten Aktivitäten berieseln lassen, ohne Gefahr zu laufen, auch nur irgendetwas zu verpassen. Ganz banale Szenen werden seitenweise in die Länge gezogen und scheinen für den Verlauf der Geschichte keinerlei weitere Bedeutung zu haben. An Spannung ist in der ersten Hälfte überhaupt nicht zu denken und ehrlich gesagt, fühlte sich das letzte Viertel, indem plötzlich vieles Schlag auf Schlag passiert, einfach nur falsch an. Dieser letzte Teil las sich so, als wäre der Autorin beim Schreiben plötzlich aufgefallen, dass ihre Geschichte bis zu diesem Punkt keinerlei Handlung oder Personenentwicklung vorwies und sie eines von beiden unbedingt noch mit einbauen müsse. Nur ist es eben so, dass Schusswunden ein sonst langweiliges Buch auch nicht mehr spannend machen. 
 Lange Rezi, kurzer Sinn...
+Wahre Gier-Fans kommen sicher auf ihre Kosten und können sich über ein zuckerwatterosanes Büchlein mit altbekannten Figurenmustern (darunter auch sicher ganz charmante) und genügend Schubladen freuen. Was ich selbst schön fand, war ihr Versuch, zu verdeutlichen, dass man auch ohne Abitur etwas mit seinem Leben anfangen kann (ich hoffe jedenfalls, dass das ihre Intention war).
-Man könnte hier fast alles wiederholen, was unter dem Pluspunkt steht, denn die Autorin bringt nichts Neues, bleibt an banalen Beschreibungen hängen und malt mit ihrem Buch ein Schwarz-Weiß-Bild ohne jegliche Schattierung. Heile Welt-Lektüre, die ich keinem jungen Mädchen ans Herz legen wollen würde, was auf der Suche nach seinem Platz im Leben ist.



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