Wochenend‘ und Sonnenschein


Wenn man morgens aufwacht, man ist über 50 und es tut einem nix weh, ist man tot. Redensart Wann man hingegen aufsteht oder schlafen geht, bestimmt nicht nur der Wecker. Tief verborgen tickt eine innere Uhr. Sie legt fest, ob man zu den Langschläfern gehört oder eher zu den Frühaufstehern. Ob man nun zu den Lerchen oder zu den Nachtigallen zählt bestimmt unser ureigener Chronotyp. Bislang weiß man von ca. 20 Genen, die die innere Uhr steuern. Mit Hilfe der Vogeluhr kann man zumindest im Sommer, wenn es früh hell wird, einschätzen wie spät es ist ohne großartig die Augen zu öffnen ... vielleicht schafft man es ja doch noch einmal einzuschlafen. Über uns die Lerche zieht, sie singt genau wie wir ein Lied. Alle Vögel stimmen fröhlich ein. Wochenend und Sonnenschein. Comedian Harmonists

Wochenend‘ und Sonnenschein

Kartoffelsalat mit Brühe, vorne, mit Mayonnaise, hinten

Will man allerdings im Hochsommer einen Paradeliegeplatz am Wasser und guten Parkplatz (so man ein Auto hat) im Naherholungsgebiet seiner Wahl haben, schnürt man besser schon mal früh sein Ränzlein. In Berlin zu Zeiten der Mauer, war das mehr als 28 Jahre lang, nämlich vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989, unumgänglich. Der frühe Vogel fängt den Wurm! Volksweisheit Erinnerungen an alte Zeiten: Klein Evchen verbrachte jegliche Wochenenden im Sommer mit den Eltern, außer wenn es Strippen regnete, an der Havel, genauer gesagt an der Lieper Bucht. Der nette kleine Havelstrand hat recht feinen Sand und lädt zum Sonnen und Baden. Vermutlich resultiert aus dieser Zeit auch meine besondere Vorliebe an ganz heißen Sommertagen für das Strandbad Wannsee, ganz in der Nähe.

Wochenend‘ und Sonnenschein

Strandbad Wannsee


Wochenend‘ und Sonnenschein

Schwan (Cygnini)

In der Lieper Bucht liegen auch die Ursprünge meiner Koch- und Backleidenschaft. Es wurde nicht einfach nur gebuddelt! Es wurden "Backöfen" in den Sand gegraben und Essen in gesammelten Plastikverpackungsdöschen zubereitet soviel die Fantasie her gab, köstlich verziert mit Grasschnitt oder Blümchen, dunklem und hellem Sand.

Wochenend‘ und Sonnenschein

Ente (Anas platyrhynchos)

Zwischenzeitlich wurde geplantscht oder Entchen und Schwäne gefüttert - kein Handyklingeln weit und breit.
Unser ganz besonderer Luxus bestand aus einem Transistorradio. Dieses wurde allerdings nur zu den Nachrichten angeschaltet. Musik als Dauerberieselung war nicht Trumpf, Batterien waren teuer. Um die Mittagszeit kramte Mutter dann in der Kühltasche nach den Schraubgläsern mit dem Kartoffelsalat.

Wochenend‘ und Sonnenschein

Kartoffel (Solanum tuberosum)

Für jeden gab es Eines. Währenddessen pilgerten Papa und ich zu "Hanne". Dort gab es heiße Würstchen mit Senf auf Pappe. Papa nutzte die Gunst der Stunde gerne für ein heimliches Pilli, ein Fläschchen Kindel Pils. Oder war es Engelhardt?
Wochenend‘ und Sonnenschein
Und nun zum Genuss: Kartoffelsalat aus dem Schraubglas mit Würstchen aus der Hand - das war köstlich. Aber auch zu Hause schmeckte diese traditionelle Sättigungsbeilage köstlich zu Schnitzel, Buletten oder Bratfisch. Später habe ich einig Versuche mit Kapern, Fleischwurst oder sauren Gurke gestartet. Meine Kinder haben mir diese Flausen wieder ausgetrieben - er muss so schmecken, wie der von Oma und nicht anders! Üblicherweise wurde er natürlich auch an Heiligabend gegessen, dann allerdings mit Knackern. Zwei Komponenten machen einen herkömmlichen Kartoffelsalat zu einer Berliner Spezialität: 1. Die Mayonnaise, sie muss von der alten Berliner Traditionsfirma Pfennings sein und 2. Der Apfel. Wochenend‘ und Sonnenschein Die Duplizität meines Namens und deren Verbindung zum Apfel sind natürlich keinesfalls mit der Schöpfungsgeschichte in Verbindung zu bringen. Keine Schlange verführte mich jemals die Früchte des Baums der Erkenntnis im Salat zu verwenden!
Es gibt ja fast nichts, was es nicht gibt, so existiert sogar ein mehr oder weniger schöner Song über den Kartoffelsalat. Und hier kommt mein Traditionsrezept: Wochenend‘ und Sonnenschein
Kartoffelsalat mit Mayonnaise von Doc.Eva

Zutaten
1000 g   Kartoffeln, festkochend
2 Stck   Zwiebeln, rote wg. der Optik
5 Stck   Gewürzgürkchen
1 Stck   Apfel, geschält und gewürfelt
250 g   Mayonnaise, Fima Pfennigs
4 El   Sonnenblumenöl
1 Tl   Salz
1/2 Tl   Pfeffer, weiß
1 Stck   Zitrone
Zubereitung

Am Vortag die Kartoffeln 20 Min. kochen, abgießen und auskühlen lassen (nicht im Kühlschrank). Am Folgetag die Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln würfeln und die Gürkchen längs vierteln und anschließend in Stücke schneiden. Die Zitrone halbieren. Eine Hälfte auspressen und mit 250 ml Wasser mischen. Den Apfel schälen und feinst würfeln, im Zitronenwasser zwischenlagern, dann werden die Würfelchen nicht braun. Aus Mayonnaise, Öl, dem Saft der anderen halben Zitrone, Salz und Pfeffer eine Marinade mischen. Diese Marinade über die restlich zerkleinerten Zutaten geben. Mindestens 2 Std ziehen lassen. Eventuell mit dem aufgefangenen Zitronenwasser (vom Apfel) nachverdünnen und ggf. nachsalzen.
Wochenend‘ und Sonnenschein
Eine andere Kartoffelsalat Variante hat dennoch in unsere Familienküche Einzug gehalten, die ohne Mayonnaise. Ja, ja, die Kinderlein werden älter und mit ihnen wächst auch das Figurbewusstsein. Eine abgespeckte Alternative musste her. Filius und Filia haben väterlicherseitsbayrische Wurzeln aus der Gegend um den Bodensee. Wenngleich Junior gerne noch kleine Speckwürfelchen favorisieren würde, hat sich die Gärtnerwurst (grüne Gurke) doch durchgesetzt. Wochenend‘ und Sonnenschein Hier kommt das Rezept von Variante 2 mit Brühe:

Kartoffelsalat mit Brühe von Doc.Eva Zutaten
1000g   Kartoffeln
2 Stck   Zwiebeln
1 Stck   Schlangengurke
300 ml   Rinderbrühe
4 El   Rapsöl
1Tl   Senf
5 El   Zitronensaft
1 Tl   Salz
1/2 Tl   Pfeffer, schwarz
1Tl   Zucker
Zubereitung
Die Kartoffel und die Zwiebeln wie oben vorbereiten. Die Schlangengurke schälen und in feine Streifen hobeln. Aus der noch warmen Brühe und den restlichen Zutaten eine Marinade mixen. Alles gut durchmischen und für 2 Std ziehen lassen. Vor dem Servieren nochmals nachsalzen.
Lasst's euch schmecken. Wochenend‘ und Sonnenschein
In eigener Sache:

Wer kennt das nicht, nach dem Zwiebelschneiden stinken die Finger entsetzlich. Das braucht kein Mensch und schon garkeiner der am oder mit Menschen händisch arbeitet. Dasselbe gilt übrigens für Knoblauch, Fisch oder ähnlich geruchsintensive Lebensmittel. Hier schafft die Edelstahlseife Abhilfe. Ihre besondere Oberflächenstruktur und Edelstahllegierung binden Schwefel und Ammoniak Verbindungen und wandeln sie im Wasser um. Es entstehen geruchsneutrale Sauerstoffverbindungen. Das hilft wirklich.
Dies ist mein Beitrag für Julia Richter von German Abendbrot zu ihrem Blog-Event: Kartoffelsalate aus allen Himmelsrichtungen! Blogevent –
Kartoffelsalate aus allen Himmelsrichtungen