Wir sind wieder. Aber wer?


Müller-Hohenstein: "Das muss für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag gewesen sein."
Wenn da draußen an den Rundfunkgeräten jetzt wirklich jemand hingehört hat, ist die Müller-Hohenstein ab Morgen nicht mehr mit Kahn im Studio. Fällig, die Frau. Fällig.
Aber klar. Die ganze Welt reagiert sofort. "Reichsparteitage beziehen sich auf die Veranstaltungen, bei denen Adolf Hitlers NSDAP besonders ab 1933 ihre verhängnisvolle, menschenverachtende Propaganda im großen Stil ausbreitete", wikipediat der nachtdiensthabende Praktikant.
Der Countdown bis zur Entschuldigung läuft. Unerbittlich, quasi.
Es ist abzusehen. Es wird vor Sendeende soweit sein, sie muss das zurücknehmen. Vollständig. Die Vreme muss in die Tube! Als Entschuldigung kommt "Euphorie" infrage, auch "Gefühle" und möglicherweise "Irritationen" sind möglich. Sie wusste nicht, was sie sagt. Wird spannend.
Oha, das Weltnetz bebt: Reichsparteitag im ZDF
Kein Wort. Nirgends. Müller-Hohenstein will nun auch noch die kulturelle Identität Afrikas nicht gelten lassen. Sie nennt Vuvuzela-Musik abfällig "Krach".
Unverbesserlich. Ist sie schlimmer als Eva Hermann? Der Countdown steht auf zehn Minuten. Wenn sie nicht Abbitte leistet, hat sichs erledigt.
Nichts. Kein Wort. Kein Kniefall. Aus. Vorbei. Sieg für Deutschland, Niederlage für den Gebührenfunk. Das ist wirklich die schlimmste Entgleisung, seit sich der damalige SPD-Chef Franz Müntefering im Wörterbuch des Unmenschen bediente und das "Ausmerzen des Piratentums" forderte und der grüne Europaabgeordnete Jo Leinen einen Reichsparteitag für Oskar Lafontaine ausrichtete.
Diesmal zittert "Spiegel" vor Zorn. Auf "Facebook", der Sammelstelle von Freizeitüberversorgten, gründen junge, engagierte Menschen engagierte Protestgruppen. Müller-Hohenstein hat sich bislang trotzdem nicht entschuldigt. Sowenig wie Grünen-Führer Jürgen Trittin für seinen von Hitlers Panzergeneral Guderian inspirierten Vorschlag zur deutschen Afghanistan-Strategie: Man möge "Klotzen, nicht kleckern", hatte der grüne Truppenführer im ZDF empfohlen. Beobachtern überall auf der Welt stockt der Atem. Ist es schon wieder soweit? Kriecht aus dem Schoß, was fruchtbar noch ist? Warum lässt sich der Trittin-Beitrag im ZDF nicht anschauen? Gab es einen geheimen Proteststurm?
Seit Freitag 16 Uhr wird zurückgeschossen. Au. To. Bahn."Schäm dich, ZDF!", nigelt die einst als antiautoritäre Stimme gegründete Taz, "das haben unsere Multi-Kulti-Zauber-Jungs nicht verdient!"


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