Windräder von Kurt Kreiler

„Windräder“ von Kurt Kreiler ist ein intellektuelles, romantisches, überraschendes, ästhetisches, cooles, humorvolles „Typ alternder Schriftsteller“-Geplänkel vom NDR. Ein Stück über einen Autoren, der nicht mehr schreibt und sich über sein Leben grämt. Und seiner Frau, die ihn nicht (mehr) leiden kann, aber möglicherweise immernoch etwas von ihm will. Überraschend hinzutretend, eine junge, mysteriöse Verfolgerin, welche das Leben des Schriftstellers durcheinander bringt. Und ein Leichenwagen vor der Haustür, der über das Hörspiel den Schatten eines verschlungenen Rosenkrimis wirft.Windräder von Kurt Kreiler

Und warum das Stück „Windräder“ heißt, ja deswegen muss ich mir dieses schön klassisch erzählte Hörspiel nocheinmal anhören. Ein ganz großes Lob gebührt auch der Regie und der Komposition. Christine Nagel und Gerd Bessler haben das Hörspiel sehr, sehr fein inszeniert und produziert und stimmig mit Musik untermalt.

Bis zum 15. August ist das Hörspiel am oben genannten Platz noch streambar.

Lernt der gealterte Schriftsteller Otto Pirol in der jungen Else die Liebe seines Lebens kennen – oder spielt sie ihm etwas vor? Warum versteckt sie ein Tonbandgerät in ihrer Tasche? Um als „Fräulein Else“ vor ihm zu brillieren oder um dem publikumsscheuen Pirol eine Aufnahme zu entlocken? Warum geistert Jula, die Ex-Frau des Schriftstellers, durch das Treppenhaus? Und warum steht ein Leichenwagen vor der Tür? Wer spielt mit wem? Die Männer mit den Frauen oder die Frauen mit den Männern? Das Leben mit dem Tod oder der Tod mit dem Leben? Verwirrende Fragen in einem Reigen der Begegnungen.

Kurt Kreiler erzählt seine Geschichte charmant und leicht, mit Ironie und hintergründigem Witz. Sie erinnert an die Windräder, über die Otto Pirol sinniert, Zeugnisse des Fortschritts und der Zerstörung der Landschaft.

Kurt Kreiler, 1950 in München geboren, Studium der Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften in München, arbeitete nach der Promotion unter anderem als Dramaturg und ist seit 1983 freiberuflich als Hörfunkautor und Publizist tätig. Zahlreiche Features und Hörspiele. Letzte Veröffentlichung: Der Mann, der Shakespeare erfand. Edward de Vere, Earl of Oxford, 2009.

Komposition: Gerd Bessler
Regie: Christine Nagel

NDR 2010 | 60 Minuten

Mitwirkende:

Robert Hunger-Bühler als Otto Pirol
Valery Tscheplanowa als Else Mock
Barbara Auer als Jula
Friedhelm Ptok als Karl Korff
Daniel Minetti als Quitt
Stefan Haschke als Klein


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