William Turner in Hamburg, "Maler der Elemente" im Bucerius-Forum, noch bis 11. September 2011

William Turner in Hamburg, "Maler der Elemente" im Bucerius-Forum, noch bis 11. September 2011

Nur noch anderthalb Wochen, bis zum 11. September, werden in Hamburg Bilder von William Turner in einer spannenden Zusammenstellung unter neuem Blickwinkel gezeigt: Turner als Maler der Elemente.

Turner_fiery_sunset

Über die Themen-Zusammenstellung hinaus gab es für mich zwei weitere "Überraschungen", die die Sehgewohnheiten verändern: Gewohnt ist man eher die berühmten Ölgemälde wie das zum Brand des Parlamentes - hier aber herrschen Aquarelle vor. Und: Einige Bilder Turners wirken sehr modern, er ist fast ins Abstrakte vorgedrungen. Das belegt auch schon dieses Beispiel "Glühender Sonnenuntergang vor der Küste" von 1841-1845. Die Dingwelt ist kaum erkennbar: Klippen? Gebäude an der Küste?

Turner_whalers

Selbst dieses etwas konventionellere Bild von den Walfängern gibt wahrhaftig keine "bloße Abbildung".

Aus dem Pressetext:

"Die Ausstellung William Turner. Maler der Elemente zeigt einen neuen Blick auf William Turner (1775 – 1851): Wie kein anderer Künstler seiner Zeit kombinierte Turner in seinen Werken die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde und revolutionierte damit die Landschaftsmalerei.
Beeinflusst von den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen seiner Zeit gelangte Turner zu einer Maltechnik, in der die Formen wie die Elemente miteinander verschmelzen.
Turners Vision der Elemente, als Einheit von Kräften, die durch Energie miteinander fusionieren, war eng verknüpft mit den zeitgenössischen Forschungen in den Naturwissenschaften. Neue Erkenntnisse ersetzten die antike Lehre von den vier Elementen und machten diese für eine neue Art der künstlerischen Weltaneignung frei. Vor diesem Hintergrund bot sich die Landschaftsmalerei in Turners Zeit für eine Umwälzung der bildnerischen Mittel an.
Die Ausstellung William Turner. Maler der Elemente ist diesem künstlerischen Aufbruch gewidmet. Sie zeigt 95 Aquarelle und Gemälde aus der Tate in London und weiteren britischen sowie deutschen und amerikanischen Sammlungen. Turners dynamische Landschaftsauffassung und sein unkonventioneller Einsatz der Farbe lassen sich vor dem Hintergrund der vier Elemente ebenso deuten wie sein Vorstoß
in die Abstraktion.
Anhand der fünf Themenbereiche Erde, Wasser, Luft, Feuer und Fusion veranschaulicht die Ausstellung die Entwicklung von Turners Landschaftsmalerei über mehrere Jahrzehnte. Sie zeigt, wie Turners Maltechnik nicht nur den wissenschaftlichen Einsichten seiner Zeit gerecht wird, sondern auch den Betrachter in das Wirken der elementaren Naturkräfte hineinzuziehen scheint. Damit legt es Turner auf die subjektive Erfahrung beim Betrachten des Gemäldes an - eine Bildstrategie, die erst im Impressionismus Verbreitung finden sollte."

Im Septemberheft der Kulturzeitschrift "Die Drei" wird ein ausführlicher Artikel von mir (Helge Mücke) erscheinen.

Bilder von oben nach unten:

(1) William Turner: Fiery Sunset off the Coast/ Glühender Sonnenuntergang vor der Küste, um 1841-1845; Tate London  © Tate, London 2011

(2) William Turner:  Whalers / Walfänger, ausgestellt 1845, Tate London  © Tate, London 2011

Die Bilder sind nur für Pressezwecke freigegeben, nicht frei verfügbar.

© Text, außer dem angegebenen Zitat: Helge Mücke, Hannover

 


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