Wilde Bäder

Wilde Bäder Bad Wildbad ist heute vielen als Badeort bekannt. Sehr beliebt ist die Balneologie z.B. als Therapie von rheumatischen Beschwerden.

Aber auch schon im Mittelalter strömten die Menschen bereitwillig in öffentliche Badestuben.

Zurückzuführen ist das Baden auf die Sitten der alten Germanen, die bereits frühmorgens mit dem Baden im warmen Wasser begannen und dies bis in die Mittagsstunden ausdehnten, weil es bei ihnen die meiste Zeit über Winter war. Besonders beliebt war auch das Baden im kalten Flußwasser, worin sie selbst ihre Neugeborenen zur Abhärtung eintauchten. Dampf- und Schwitzbäder übernahmen sie vermutlich von den Slaven.

Noch beliebter wurde das Badewesen im 11.-13. Jahrhundert, als die europäischen Heere von den Kreuzzügen heimkehrten und die kultivierten Badesitten der Araber übernahmen.

Als die Städte entstanden, durften Bader und ihre Gehilfen öffentliche und für jedermann zugängliche Badestuben betreiben und zählten ähnlich wie die Apotheken zu den privilegierten Einrichtungen. Bader genossen sogar besondere Vorrechte wie die Befreiung von öffentlichen Ämtern und Abgaben, Nebenverdienste durch die Herstellung von Seifen und Badehüten oder das unentgeltliche Schlagen von Holz für Bau- und Heizzwecke. Auch die Versorgung von Wunden, das Schröpfen oder der Aderlass gehörten zu ihren Aufgaben.

Die Badestuben waren gesellige Orte des Frohsinns und der Körperpflege. Gekennzeichnet wurden diese durch “Badelaken” oder “Badwedel”, die den Eingang markierten. Mit Trommeln, Trompeten und lauten Rufen wurden die Badelustigen angelockt. Die allgemeine Bekleidung bestand aus dem “Badhemd”. In großen Badestuben gab es dafür sogar einen Umkleideraum mit einer “Aufheberin”, die die Kleidung verwahrte.

Üblicherweise ging man zuerst ins Dampfbad. Der Bader im kurzen Lendenschurz und seine Mägde in durchsichtigen, bodenlangen Hemden empfingen die Gäste und reichten ihnen den “Badwedel”. Die Mägde begossen die Besucher mit warmem Wasser, nachdem sie ausreichend geschwitzt hatten und seiften sie am ganzen Körper ein.
Im Warmbad, dem “Badzuber” ging es noch lebhafter zu. Die Badegäste schlossen dort Bekanntschaften, machten Geschäfte, lachten und sangen miteinander. Männer und Frauen waren dort gleichermaßen vertreten. Quer über dem Badzuber lag ein Brett, das mit Speisen und Getränken befüllt war.

Mancherorts gab es als Zuschlag zum Lohn oder als Belohnung für getane Arbeit sogar Badgeld, um sich den Besuch einer Badestube leisten zu können. Für einen Besuch im Bad zahlte man bis zu drei Pfennig und war damit eine kostspielige Angelegenheit.

Man vermutet übrigens, dass sich das heute übliche “Trinkgeld” aus dem damaligen Badegeld entwickelt hat.

Und wie man heute badet – und warum Baden für die Gesundheit gut ist, erfahren Sie demnächst in unserem Blog!


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