Wieder voll da

Wir sind zurück in Deutschland!...und ich hätte nie gedacht, dass dies für jemanden, dem wie mir die germanische Mentalität stets größte Widerstände bereitet hat, auch eine positive Nachricht sein könnte. Doch nachdem sich meine Erkrankung besonders am Sonntag noch einmal deutlich verschlechtert hatte, waren unsere insgesamt 14-stündigen Flüge (Entebbe – Nairobi, Nairobi – Amsterdam, Amsterdam – Frankfurt) eine echte Tortur. Daher bin ich froh, lebend in Europa angekommen zu sein, auch wenn ich zunächst noch krankgeschrieben bin und ein paar Laborergebnisse abwarten muss. Aber ich will nicht jammern, denn verglichen mit anderen Krankheiten, die den schwarzen Kontinent in der Zange halten, handelt es sich ja bei mir ja (vermutlich) nur um eine vorübergehende Schwächung. Peinlich allerdings, dass viele Leute offenbar immer noch nicht wissen, dass das z.B. bei AIDS nicht der Fall ist, wie folgendes Video beweist.
Wieder voll daMein Frühstück am Samstag
Unterm Strich war unser Aufenthalt in Uganda aber trotz allem erfolgreich, und zwar mit folgendem Ergebnis: in Luweero sind fünf Leute zum Glauben gekommen, das Digital Project Uganda hat zwei neue Computer, Fred, Benni und ich haben ein gemeinsames Lied aufgenommen, „unser“ Auto konnte repariert werden, die Tochter unseres Gemeindeleiters wurde von Malaria befreit und wir drei Bazungu sind wieder lebend und (weitgehend) unbeschadet in Deutschland angekommen. Halleluja!
Daher an dieser Stelle ein riesengroßes DANKESCHÖN an alle Unterstützer, Spender und vor allem Beter!Ende letzter Woche ging beispielsweise das Auto kaputt, mit dem wir stets unterwegs waren, und musste dringend repariert werden. Weil unser Geld schon für Krankenhauskosten usw. drauf gegangen war, starteten wir einen spontanen Spendenaufruf per E-Mail in der Hoffnung, die nötigen 120,- € auftreiben zu können. Binnen weniger Stunden hatten wir sogar 225,- € auf dem Konto. Ganz herzlichen Dank dafür!
Wieder voll daPerformance bei der Hochzeit in Luweero
Beeindruckend war es auch, einmal mehr Fred Mutyaba, den Initiator und Leiter des Digital Project Uganda, in Aktion zu erleben und noch noch näher kennenzulernen. Wie idealistisch er vorgeht, auch wenn er dabei mitunter große Opfer zu bringen hat, ist m.E. besonders beispielhaft und im afrikanischen Kontext keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Etwa stellte er bei einer Holland-Reise 2011 fest, dass die dortige Gemeinde, die das von ihm geleitete Kinderheim bis dato finanziert hatte, sich als Unterstützerin der Gay-Pride-Bewegung entpuppte und ihn gewissermaßen vor die Wahl stellte, entweder die entsprechende Doktrin zu übernehmen oder sich fortan selbst finanzieren zu müssen. Daraufhin traf er die folgenschwere Entscheidung: Gott ist nicht Geld; auf Letzteres kann ich verzichten, auf den Ersteren nicht. So musste letztlich das Heim geschlossen werden und dennoch gelang es Fred, viele der Kinder in ihren ursprünglichen Familien zu integrieren oder bei Verwandten unterzubringen und die übrigen fünf Waisen, die mittlerweile auch schon Jugendliche sind, in seiner eigenen Wohnung bzw. einer nahe gelegenen WG aufzunehmen.
Wieder voll daBei Fred zu Hause
Nicht minder faszinierend war es, zu sehen, dass Fred unter schier zahllosen Schwiegersöhnen Salim Salehs, seines Zeichens General, Minister für Mikrofinanzierung und zudem Bruder des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni, praktisch der einzige ist, der diese exzellenten Beziehungen nicht nur ausnutzt, sondern auch nutzt. Nicht zuletzt um die Regierung auf Miss- bzw. Vetternwirtschaft, Korruption und anderes hinzuweisen. Saleh scheint dies offenbar zu imponieren, zumindest hat er Fred schon mehrere Male zu Gesprächen eingeladen und aufgrund dessen Schilderungen auch sehr konkrete Maßnahmen eingeleitet wie z.B. den Brunnenbau in einem Stadtteil Luweeros, welcher bis zu jenem Zeitpunkt keinerlei Zugang zu Trinkwasser hatte, oder auch den Austausch sämtlicher Polizeibeamter innerhalb eines für Korruption besonders berüchtigten Reviers.
Wieder voll daFred Mutyaba a.k.a. Kirk Fredo
Möge Fred uns lange erhalten bleiben als jemand, der den Großkopferten ins Gewissen redet! Ihm wurden zwar auch selbst schon politische Positionen empfohlen oder gar regelrecht angeboten, aber wir sind dankbar, dass er sich stattdessen als Bruder der Armen versteht und das Problem der Armut weiterhin von der Wurzel her bekämpfen will und wird.
Auch muss man sagen, dass Fred sowie die ihn unterstützenden Gemeinden eine, für afrikanische Verhältnisse, überraschend ausgewogene Theologie an den Tag legen, wenngleich auch hierbei mitunter animistische Einflüsse noch zu erahnen sind, so etwa beim Umgang mit Schlangen, die unabhängig davon, ob sie nun gefährlich sind oder nicht, grundsätzlich getötet werden. Desgleichen finden sich aber auch deutliche Spuren der westlichen Mission, wie z.B. die Tatsache, dass der Sonntag als wöchentlicher Feier- und Ruhetag verstanden wird. Im Gegensatz zu Europa allerdings, wo, zumindest seit der Konstantinischen Wende, die Auferstehung Christi meist als Grund hierfür angeführt wird, gehen etliche Ugander schlichtweg davon aus, Schabbat und Sonntag seien identisch. Lediglich einigen kleinen Dorfgemeinschaften nahe Mbale, im Osten Ugandas, ist dieses Missverständnis vor ca. 100 Jahren so bewusst geworden, dass sie nahezu kollektiv zum Judentum konvertiert sind und sich seither Abayudayanennen, was übersetzt etwa so viel wie „Volk Judas“ bedeutet. Den Maschiach kennen die Abayudaya allerdings nicht. Trotzdem bzw. gerade deshalb würde ich sie bei der nächsten Uganda-Reise gerne kennenlernen!
Wieder voll daGottesdienst in Luweero
In anderen Bereichen des religiösen Lebens versuchte man in der Vergangenheit offenbar, dem ganzen Kultus einen indigenen Touch zu verleihen, indem man einfach gewisse Namen änderte, so heißt bspw. die anglikanische Kirche in Uganda Church of Uganda, was allerdings, so Fred, in Kürze geändert werden könnte. Dies hat den einfachen Grund, dass die Gattin des Präsidenten einer Pfingstgemeinde angehört und es der Familie deshalb ein Dorn im Auge ist, dass die anglikanische Kirche gewissermaßen den Anspruch erhebt, die einzige ugandische Denomination zu sein.Andererseits ist vielfach das religiöse Leben in Uganda unnötig europäisch. Ein gutes Beispiel hierfür sind Weihnachtsbäume, deren Sinn und Zweck ja schon in europäischen Gefilden höchst zweifelhaft sind. Allerdings entfalten Nadelbäume hierzulande zumindest insofern eine gewisse Symbolkraft, als sie doch immerhin die nahezu einzigen ganzjährig grünenden Pflanzen darstellen. In Uganda allerdings, einem Land, das direkt am Äquator liegt und jede Menge Niederschlag hat, ist sowieso das ganze Jahr über alles dermaßen grün, dass es eine wahre Pracht ist. Weihnachtsbäume sind also großer Quatsch.
Zu guter Letzt möchte ich aber noch ein sehr schönes Foto präsentieren, und zwar von Gloria und mir, die mich am Wochenende, als ich so krank war, gleich in den Gottesdienst mitnehmen wollte, um dort für mich zu beten. Aus Lk 7,1-14wissen wir ja, dass Heilung glücklicherweise nicht die physische Anwesenheit des Kranken voraussetzt, also blieb ich wegen meiner Übelkeit daheim. Erst am Montag erfuhr ich dann, dass sie auch dafür beten lassen wollte, dass wir zwei Hübschen uns näher kommen. Nun, was nicht ist, kann ja noch werden... ;)
Wieder voll daGloria und ich

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