Wermutschneid: Wie von Künstlerhand geschaffen

Der Ritt über die Wermutschneid ist die schönste unter den spektakulären Skiabfahrten im Tennengebirge.

Kommt dir diese schneebedeckte Leinwand einmal vor die Augen, wird sich ihr Anblick in dein Gedächtnis brennen. Du wirst den tiefen Wunsch verspüren, die Wermutschneid mit Skiern abzufahren und deine Linien auf diese Wand zu zeichnen.

Du wirst auf das Frühjahr und die perfekten Bedingungen warten. Bis deine Zeit für die Schneid gekommen ist, kann es Jahre dauern. Wenn du geduldig bist und den Pinsel im richtigen Moment zückst, verspreche ich dir eine Skitour der Extraklasse. Und die Abfahrt über eine Linie, die zumindest im Tennengebirge an Schönheit nicht übertroffen wird.

Wermutschneid: Wie von Künstlerhand geschaffen

Wermutschneid

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Für mich ist es heute Zeit für die Schneid. Der warme Februar beschert uns frühlingshafte Bedingungen. Die Nacht war kalt und klar. Bevor mir die Sitzheizung den Hintern wärmt, friere ich auf der Autofahrt vom nahegelegenen St. Martin nach Werfenweng.

Wenige Minuten später steuert Tom seinen Wagen durch die Ortseinfahrt. Sofort gleitet mein Blick hinein in den Talschluss der Wengerau. Scheinbar senkrecht ragt die Wermutschneid über dem Talkessel auf. Dieser Kessel aus Berggipfeln und Felswänden bildet die Staffelei, auf der unsere Leinwand steht.

Adrenalin schießt durch meine Adern. Aus dieser Perspektive sieht die Schneid unfahrbar steil aus. In meinem Magen beginnt es zu kribbeln. Vorfreude und Angst bestimmen meine Gefühlswelt. Ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass die Schneid nicht so steil ist, wie sie von hier wirkt.

Start in der Wengerau: die Wermutschneid als ständige Begleiterin

Wir stellen unser Auto am Wanderparkplatz in der Wengerau ab. Vor Sonnenaufgang sind nur einzelne Tourengeher da. Die wenigen, die zu dieser Uhrzeit schon die letzten Vorbereitungen treffen, haben heute meist ein Ziel: den Aufstieg durch den Trog mit anschließender Abfahrt über die Wermutschneid.

Wer im Frühjahr zur Skitour auf die Wermutschneid aufbricht, darf sich bei passenden Bedingungen auf eine der schönsten und spektakulärsten Abfahrten im Tennengebirge freuen. Wir haben allen Grund zur Freude. Denn die Verhältnisse könnten besser nicht sein.

Wermutschneid: Wie von Künstlerhand geschaffen

Wermutschneid

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Aufbruch! Die ersten Sonnenstrahlen des Tages färben den Gipfel des Werfener Hochthrons und der Wermutschneid orange. Unten im Tal knarren unsere Skier auf der gefrorenen Schneeoberfläche, als wir an der Gamsblickalm vorbei Richtung Werfener Hütte marschieren.

Die Aufstiegsroute führt uns in einem Linksbogen zuerst flach in den Talkessel hinein und später leicht ansteigend zum Einstieg in den Trog. Dort müssen wir an der richtigen Stelle in den Jagasteig einfädeln, um oberhalb mehrerer Felsabbrüche auf den Rücken des Trogs zu gelangen. Der Weiterweg bringt uns entlang der Ostflanke des Werfener Hochthrons auf das Mittlere Streitmandl.

Der Blick auf die mächtige Süd-West-Wand der Wermutschneid ist während des Aufstiegs unser ständiger Begleiter. Sie gleicht in der Frontalansicht der weißen Leinwand eines Künstlers, auf der es Pflicht ist, als Skitourengeher irgendwann seine Linien zu zeichnen.

Wermutschneid: Wie von Künstlerhand geschaffen

Wermutschneid

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Tagesanbruch in der Wengerau. Wermutschneid: Wie von Künstlerhand geschaffen

Wermutschneid

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Zustieg zum Trog.

Mit dem Mittleren Streitmandl und dem Kemetstein grenzt die Wermutschneid (2.294 m) die Wengerau nach Norden ab. Zusammen bilden die drei Gipfel eine scheinbar unüberwindbare Barrikade. Und dennoch ziehen hier mehrere reizvolle Steilabfahrten ins Tal.

Über den Trog aufs Mittlere Streitmandl (2.360 m)

Auf einer Höhe von 1.200 Metern verlassen wir den markierten Wanderweg zur Werfener Hütte und zweigen rechts zum Jagasteig ab. Eine Landschaftsschutztafel markiert den Einstieg zum Steig. Der Trogsteig ist im Frühjahr häufig schneefrei und gut erkennbar. Er windet sich durch steiles, mit Latschen bewachsenes, Gelände.

Wir dürfen den Steig heute noch mit Schneeauflage genießen. Die Skier bleiben also erstmal an. Genussvoll ist der Aufstieg auf diesem Abschnitt aber nicht. Wir trampeln über Latschen, Wurzeln und Grasbüschel, die durch den morschen Schnee ragen – immer darauf bedacht, nicht wegzurutschen. Denn unterhalb des Quergangs lauern tückische Felsabbrüche.

Im Mittelteil der Querung müssen aber auch wir die Skier ausziehen und etwa 10 Minuten tragen. Bei schwierigen Verhältnissen ist das Queren hinüber zum Rücken des Trogs eine der kritischsten Stellen des Aufstiegs. Vor Kurzem erst ist ein Tourengeher hier ausgerutscht und tödlich verunglückt.

Am Ende des Quergangs flacht das Gelände für wenige Meter ab. Der ideale Platz, um die Skier vom Rucksack zu nehmen, etwas zu trinken und die Wermutschneid in all ihrer Pracht aus der Nähe zu bestaunen.

WermutschneidPerfekte Verhältnisse beim Aufstieg durch den Trog. Der Blick auf die Wermutschneid ist stets frei.

Mittlerweile hat die Sonne die Schneeoberfläche leicht aufgeweicht. Das sorgt für feine Bedingungen im Aufstieg. Perfekte, aber elendig lange Spitzkehren ziehen über den Rücken. Weiterhin ist das Gelände anhaltend steil.

Vom vielen Hin und Her wird mir schwindelig und der Anstieg durch den Trog zieht sich eine gefühlte Ewigkeit. Die Mischung aus körperlicher Anstrengung und dem Gefühl, bei den Spitzkehren auf keinen Fall ausrutschen zu dürfen, sorgt für zusätzliche Anspannung.

Trotzdem genießen wir den Aufstieg. Ich weiß, dass wir es viel schlechter hätten erwischen können. Triffst du hier auf miese Verhältnisse, wären die Ski im schlimmsten Fall über den ganzen Rücken zu tragen.

Raus aus dem Trog, rauf aufs Streitmandl!

Der Aufstieg über den Trog ist hart und steil. Dafür kommen wir schnell voran. Die Höhenanzeige auf meiner Uhr springt alle paar Sekunden nach oben. Vor dem letzten Steilaufschwung unterhalb des Mittleren Streitmandls flacht das Gelände kurz ab und wir müssen entlang der Ostwand des Werfener Hochthrons zum Ausstieg queren.

Die Landschaft um uns bringt mich zum Staunen. Zur Linken ragt die hell erleuchtete Ostwand des Hochthrons in die Höhe. Vor mir – hinter dem letzten Steilaufschwung – versteckt sich die Wermutschneid und zur Rechten ist der Blick auf meine Heimatberge völlig frei. Der Eiskogel und der Bleikogel sind dabei die prominentesten Gipfel. Unser Ausgangspunkt liegt mittlerweile über 1.000 Meter unter uns.

Die letzten Höhenmeter im Trog haben es nochmal in sich. Ein über 40° steiler Hang krönt den Aufstieg Richtung Wermutschneid. Oft muss man die Skier auch hier tragen. Wir finden erneut gute Schneeverhältnisse vor und setzen den Aufstieg wie gehabt fort. Acht Spitzkehren im Steilgelände und wir stehen wenig später am Plateau des Tennengebirges.

WermutschneidAusstieg aus dem Trog. Im Hintergrund der Werfener Hochthron.

Das Engegefühl, das ich im Trog verspürt habe, schwenkt zu einem Gefühl der Freiheit. Weit breitet sich das Gebirgsplateau vor uns aus. Der mächtige Hochthron gleicht nur mehr einem kleinen Felszapfen. Schraubenförmig windet er sich in den wolkenlosen Himmel.

Die Wermutschneid sehe ich jetzt im Profil. Erst der Anblick von der Seite offenbart die wahre Macht dieser Felswand. Die Schneid wirkt zwar weniger steil, dafür bekomme ich ein Gespür für die Länge der Abfahrt. Welch ein Kunstwerk!

Die Schneeoberfläche schimmert bereits im Sonnenlicht. Ein Zeichen dafür, dass feinster Firn auf uns wartet und wir nicht mehr zu viel Zeit verlieren sollten.

WermutschneidDie Wermutschneid im Profil. Die Abfahrt scheint fast endlos lang.

Vom Streitmandl zur Wermutschneid. Ja wie jetzt?

Wir steigen flott zum Mittleren Streitmandl auf und machen uns ein Bild darüber, wie wir am besten zur Einfahrt in die Wermutschneid gelangen. Darüber haben wir uns bisher am wenigsten Gedanken gemacht. Das büßen wir jetzt. Ein Grat und ein tiefer Kessel umringt von steilen Felswänden stellen sich uns in den Weg.

Wir wollen keine Zeit verlieren. Tom zückt das Handy und ruft Wu an. Ja, der Wu von WUSAONTHEMOUNTAIN, der die Schneid wie seine Westentasche kennt.

Man könne entweder direkt über den Grat aufsteigen, meint Wu. Dazu müssten wir allerdings die Skier ausziehen. So würde er es eigentlich immer machen. Oder man fährt direkt vom Gipfel des Streitmadls sehr steil in einen Kessel ab und steigt mit Ski weiter auf.

Weil viel Schnee liegt, entscheiden wir uns für die Abfahrt in den Kessel. Felle runter und los! Die Linie direkt vom Streitmandl hinab in den Kessel haben wir wegen des Steilgeländes zuerst voll übersehen. Einmal über einen Stein gelugt und die Linie wird klar. Unsere Skier schneiden durch feinen Pulverschnee.

Wermutschneid: Wie von Künstlerhand geschaffen

Wermutschneid

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Wermutschneid

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Wermutschneid

" data-orig-size="2237,2983" title="LRM_EXPORT_58236892176926_20190217_171736381" data-image-title="LRM_EXPORT_58236892176926_20190217_171736381" data-orig-file="https://berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/LRM_EXPORT_58236892176926_20190217_171736381.jpg" style="width: 500px; height: 667px;" itemprop="http://schema.org/image" height="667" width="500" data-medium-file="https://i2.wp.com/berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/LRM_EXPORT_58236892176926_20190217_171736381.jpg?fit=225%2C300&ssl;=1" data-original-height="667" alt="Wermutschneid" data-original-width="500" data-image-meta="{"aperture":"1.7","credit":"","camera":"SM-G930U","caption":"","created_timestamp":"0","copyright":"","focal_length":"4.2","iso":"50","shutter_speed":"0.00010989010989011","title":"","orientation":"0"}" data-large-file="https://i2.wp.com/berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/LRM_EXPORT_58236892176926_20190217_171736381.jpg?fit=768%2C1024&ssl;=1" /> Im Kessel unterhalb des Streitmandls.

Kurz bin ich überrascht ob der Steilheit des Geländes. Kann die wenigen Schwünge aber gleich genießen. Im schattigen Kessel fellen wir erneut auf und treten den letzten Anstieg zum Grat der Wermutschneid an.

Der schneereiche Winter macht‘s möglich und wir können mit den Skiern an den Füßen über den Grat direkt zur Einfahrt gehen. Der Gang über den Grat der Wermutschneid fühlt sich an wie mein persönlicher Kreuzweg. Der Blick in die mehrere Hundert Meter breite Steilwand bringt mich ins Schwitzen und ich hoffe auf schnelle Erlösung in Form einer geglückten Abfahrt.

WermutschneidTourengeher am Gipfelgrat der Wermutschneid.

Die Einfahrt in die Schneid befindet sich am äußeren Rand des Grates. Viel Zeit also, sich Gedanken darüber zu machen, was bei der Abfahrt auf keinen Fall passieren darf.

Manda s’isch Zeit für die Schneid

Während des Zustiegs über den Grat gleitet mein Blick immer wieder die mehrere Hundert Meter breite Firnwand entlang, die direkt rechts von mir abbricht. Als wir an der Einfahrt angelangen, habe ich gedanklich alle Worst-Case-Szenarios durchgespielt. Eines ist klar: Stürzen ist in der Wermutschneid absolut tabu. Im gesamten Hang gibt es kein Hindernis, das einen Sturz abbremsen könnte. Keinen Baum, keinen Fels, keine Mulde.

Als wir am Ende des flachen Grates ankommen, macht sich eine Handvoll Skitourengeher ebenfalls bereit für die Abfahrt. Die nächsten Schritte laufen routinemäßig. Rucksack ab, Helm aufsetzen, Windjacke an- und Felle abziehen. Ein fester Tritt mit der Ferse in den Boden und die Bindung rastet im Schuh ein. Rucksack wieder auf die Schultern, Hüft- und Brustgurt zuklippen. Dann ein leises Klacken und die Handschlaufen verschmelzen mit meinen Rennstöcken. Bereit.

Wermutschneid Skitour TrogBereit für die Schneid!

Weil die anderen keine Anstalten machen, in die Wermutschneid einzufahren, werfe ich Tom einen fragenden Blick zu. Wir fahren. Tom macht den Anfang. Ich drehe meine Skispitzen in Abfahrtsrichtung. Von oben betrachtet wirkt die Schneid viel weniger steil. Die Einfahrt hat wohl knapp über 45°. Ich rutsche die ersten Meter auf den Kanten ab, um ein Gefühl für den Schnee zu bekommen.

Wermutschneid Skitour TrogEinfahrt in die Wermutschneid.

Der Untergrund fühlt sich gut an. Nicht zu hart. Nicht zu weich. Perfekte Firnverhältnisse. Ich bin bereit für die ersten Schwünge. Anfangs muss ich wegen der Steilheit des Geländes umspringen, danach ziehen meine Skier eine Kurve nach der anderen in die schimmernde Schneeoberfläche. Langsam füllt sich die Leinwand mit unseren Linien. Was für ein Genuss!

Ich gehe voll im Firnrausch auf. Über 500 Höhenmeter fällt die Flanke in anhaltender Steilheit ab – gerade so steil, dass es noch aufregend ist, man aber schon perfekte Schwünge in den Schnee setzen kann. Nicht zu glauben, wie perfekt wir die Schneid heute erwischt haben.

Im Mittelteil der Schneid. Im Mittelteil der Schneid. Blick zurück zur Einfahrt. Blick zurück zur Einfahrt.

Abfahrt der Extraklasse

Wir halten uns während der Abfahrt auf der linken Seite der Schneid, bis wir im Mittelteil auf ein weit aufklaffendes Fischmaul treffen. Den tiefen Spalt in der Schneedecke umfahren wir rechts und queren dann wieder nach links hinüber, weil dort das Gelände eine ideale Neigung aufweist.

Die Ausgesetztheit, die Breite und Länge des Hanges, der Talkessel von Wengerau tief unter uns, die umliegenden Gipfel, die uns einrahmen – all das trägt zum besonderen Charakter dieser Abfahrt bei. Trotz dieses Reizes ist die Wermutschneid sicher kein Unterfangen für jedermann. Schon der Aufstieg durch den Trog hält einige Tücken bereit und auch während der Abfahrt darfst du dir keine Fehler erlauben.

Wermutschneid: Wie von Künstlerhand geschaffen

Wermutschneid Skitour Trog

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Wermutschneid Skitour Trog

" data-orig-size="2237,2983" title="LRM_EXPORT_58220065020839_20190217_171719554" data-image-title="LRM_EXPORT_58220065020839_20190217_171719554" data-orig-file="https://berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/LRM_EXPORT_58220065020839_20190217_171719554.jpg" style="width: 471px; height: 628px;" itemprop="http://schema.org/image" height="628" width="471" data-medium-file="https://i1.wp.com/berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/LRM_EXPORT_58220065020839_20190217_171719554.jpg?fit=225%2C300&ssl;=1" data-original-height="628" alt="Wermutschneid Skitour Trog" data-original-width="471" data-image-meta="{"aperture":"0","credit":"","camera":"","caption":"","created_timestamp":"0","copyright":"","focal_length":"0","iso":"0","shutter_speed":"0","title":"","orientation":"0"}" data-large-file="https://i1.wp.com/berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/LRM_EXPORT_58220065020839_20190217_171719554.jpg?fit=768%2C1024&ssl;=1" /> Alpines Fahrverhalten. 😉

Am Ende der Schneid wird das Gelände kurz flacher und man muss sich entscheiden, ob man über den Schneiderleitensteig in die Wengerau abfährt oder zur Aufstiegsspur in den Trog hinüberquert. Der Schneiderleitensteig ist bereits aper, weshalb wir uns rechts halten und hoch in den Trog zurückfahren.

Ostseitig ist der Schnee jetzt schon verdammt weich und wir sinken teilweise bis in die Knie ein. Am Rücken des Trogs erwischen wir aber nochmals perfekten Firn und können uns über die letzten Schneebänder am Jagasteig in die Wengerau zurückschummeln.

Wermutschneid: Wie von Künstlerhand geschaffen

Wermutschneid Skitour Trog

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Wermutschneid Skitour Trog

" data-orig-size="1438,1918" title="20190217_112123" data-image-title="20190217_112123" data-orig-file="https://berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/20190217_112123-e1553178202804.jpg" style="width: 471px; height: 628px;" itemprop="http://schema.org/image" height="628" width="471" data-medium-file="https://i2.wp.com/berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/20190217_112123-e1553178202804.jpg?fit=225%2C300&ssl;=1" data-original-height="628" alt="Wermutschneid Skitour Trog" data-original-width="471" data-image-meta="{"aperture":"1.7","credit":"","camera":"SM-G930U","caption":"","created_timestamp":"1550402482","copyright":"","focal_length":"2.1","iso":"50","shutter_speed":"0.00019716088328076","title":"","orientation":"8"}" data-large-file="https://i2.wp.com/berghasen.com/wp-content/uploads/2019/03/20190217_112123-e1553178202804.jpg?fit=768%2C1024&ssl;=1" /> Kam Zeit, kam Schneid!

Dann: Blick zurück. Die Leinwand ist immer noch schneeweiß. Nur wir können erahnen, wo wir unsere Spuren hinterlassen haben. Ein schönes Bild.

Details zur Tour

  • Aufstieg: 1.450 Höhenmeter
  • Abfahrt: 1.450 Höhenmeter
  • Länge: 13 Kilometer
  • Schwierigkeit: schwer

Am Blog von WUSAONTHEMOUNTAIN gibt’s übrigens weitere Eindrücke von der Skitour auf die Wermutschneid. Hier kannst du reinlesen!


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