Wer sind eigentlich die Anhänger Sarrazins?

Zweifelt irgendwer daran, dass die Diskussion, die Thilo Sarrazin angezettelt hat, eine ist, die schon lange geführt werden sollte? Vermutlich nicht. Zweifelt irgendwer daran, dass er mal wieder mittels Arschbombe im Fettnäpfchen gelandet ist, allein durch die Art und Weise, wie er das getan hat? Möglicherweise sieht das der eine oder andere tatsächlich anders. Aber wer tut das? Wer stimmt Sarrazin, dem leidenschaftlichen Feuerteufel, eigentlich zu? Wer verteidigt seine Thesen?

Dass „bildungsferne“ Menschen, wie man sie jetzt nennt (wie man ja mittlerweile auch „Migrationshintergrund“ sagt), zum Problem werden können, und in vielen Regionen oder auch Stadtteilen nachweislich ein Problem darstellen, ist doch wohl kein Thema, oder? Anders gesagt, war es es schon immer eines. Was ist eigentlich neu an Sarrazins Luftblasen, die er in Worte gefasst und in ein Buch hat drucken lassen? Dass er die, wie er annimmt, angeborene und vererbliche Intelligenz einbezieht. Und Auslä… sorry, in Deutschland lebenden Personen mit Migrationshintergrund diese rundheraus abspricht. Und weil der Opa oder Papa aus dem Osten der Türkei stammen, auf einem Teppich zu Allah beten und ungebildete und schlecht deutsch sprechende, vermutlich aber sehr fleißige Arbeiter bei Ford in Köln sind, muss der Filius respektive Enkel eine stohdumme muslimische Dumpfbacke sein und bleiben. Wer das festgestellt hat? Nun, der ausgewiesene Fachmann Sarrazin doch wohl?! So verstehe ich ihn zumindest.

Wer also steht denn nun auf Seiten Sarrazins und seiner Zündelei? Dieselben, die schon Jahrzehnte „Türken nehmen uns die Arbeitsplätze weg!“ skandieren? Diejenigen, die wissen (!), dass alle (!) Muslime Radikale sind, potenzielle Terroristen sowieso? Und dumm obendrein? Genetisch bedingt? Die allerdings froh sind, wenn das Auto von Menschen zusammengebaut wird, die zufrieden mit Mindestlöhnen sind, weil sonst der Fiesta so viel kosten würde, wie eine E-Klasse. Und auch angenehm finden, dass es „beim Türken“ frisches Gemüse gibt. Und „beim Italiener“ leckere Pizza. Und „beim Chinesen“ billigen Mittagstisch. Und vor dem Restaurant auch um drei Uhr nachts ein Taxi. Und dass morgens um sechs die Straßen sauber und die Mülltonnen leer sind.

Ich weiß schlicht nicht, wer Thilo Sarrazins Bewunderer sind, ich kenne keinen von ihnen, habe mich bis jetzt mit noch keinem unterhalten. Ich könnte natürlich Mutmaßungen anstellen und die mit halbgaren Argumenten und pseudowissenschaftlichen Zitaten unterfüttern, wie das auch Sarrazin leider zunehmend beharrlicher tut. Was wäre falsch am Herausschreien von Vorurteilen (etwa: „Alles Rechte, alles Nazis!“)? Der Zweck heiligt doch auch für Sarrazin die Mittel (sein Buch zu verkaufen, nicht etwa, unsere Gesellschaft zu verändern!). Aber ehrlich: Braucht diese peinliche Affäre wirklich einen weiteren Kommentar? Ab in die Tonne damit. Die wird sicher morgen Früh geleert. Aber nicht von Thilo, sondern von Mehmet. Teşekkür!


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