Wer für Ablass kassiert, hat sich zuvor Sünden ausgedacht

Der gerechte Zorn treibt mich nun zu harter Formulierung: Von dem Augenblick an, da deutschen Gemeinden das Recht zur Eintreibung von Sündengeldern gegeben ward, geriet Kassieren zum Geschäft. Es ist die Knappheit der Kassen, welche deutsche Ämter ins Mittelalter treibt.

Auch im Babelsberger Park sind kleine Tetzels unterwegs.

Asterix – eine Mischung aus Chihuahua, Eichhörnchen und Fledermaus – kann natürlich ein Ordnungsamt nicht kennen. Freundlich-schwanzwedelnd rennt er sogar zum Ablasshändler hin, Gutes vermutend. Menschen – denkt er wohl – sind zu Bösem nicht fähig.

Es irrt der Hund. Menschen können sehr wohl böse sein.

“Ich sehe mich leider gezwungen, …”

AblasszettelSo des Tetzels Einleitung. Die mir auch gleich den Kaffee hochkommen lässt.

NIEMAND ZWINGT, außer einer klammen Kasse!

Doch ich bezähme mich – Ohmmm -  füge mich dem Unvermeidlichen und trage einige meiner Argumente humorig vor:

“Es ist noch nicht bewiesen, dass es sich bei diesem Lebewesen um einen Hund handelt.”

Oder:

“Finden sie es nicht auch komisch, dass man Säue durch den Park zu treiben darf, kleine Hunde aber anleinen soll?”

Tetzel schmunzelt.

Was natürlich nichts ändert – er hat sein Soll. In Potsdam soll ein Schloss gebaut werden. Mitten in der Stadt.

Mit 10 Euro bin ich dabei!

Doch bald werde ich einige Thesen ans Alte Rathaus hämmern.

Wider dem Ablass.


Filed under: Семья, Hund Tagged: Luther goes Gassi

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