Weniger Eier von glücklicheren Hühnern

Schocknachricht vor Ostern: In Europa werden die Eier knapp! Schuld daran ist natürlich die EU, denn die hat vor einer halben Ewigkeit beschlossen, dass die bisher praktizierte Käfighaltung von Hühnern zu barbarisch sei und die Tiere im Käfig nicht nur etwas mehr Platz, sondern auch Sitzstangen, Streu und sogar Nester bekommen sollen. Schön für die Hühner, weniger schön für Produzenten und Verbraucher, denn weniger Hühner und mehr Trallala pro Käfig bedeutet mehr Aufwand für die Hühnerhalter und somit auch (etwas) teurere Eier. Wobei auch mit der Umsetzung dieser EU-Verordnung nicht unbedingt der Freiheitsrausch über die Tiere hereinbrechen wird – statt vorher 550 Quadratzentimeter soll ein Legehuhn nun 750 Quadratzentimeter Platz haben, damit es auch mal mit den Flügeln schlagen kann.

Außerdem hatten die Hühnerbetriebe nur schlappe zwölf Jahre Zeit, sich auf die neuen Vorschriften einzustellen. Weil sie nun völlig überraschend die Produktion umstellen müssen, nimmt der Bestand an Hühnern ab und es werden, oh Wunder, auch weniger Eier produziert. Außerdem dürfen die Eier, die in den Ländern produziert werden, die es noch immer nicht geschafft haben, ihre Hühner aus zu kleinen Käfigen zu befreien, in der EU nicht mehr verkauft werden – polnische Eier sind derzeit tabu – das gilt aber auch für zwölf weitere EU-Länder. Ein knapperes Angebot bei gleicher oder gar steigender Nachfrage – da steigt natürlich der Eier-Preis.

In Deutschland haben die Konsumenten aber noch Glück, denn die Lebensmittelhändler haben mit ihren Lieferanten langfristige Verträge zu festen Preisen abgeschlossen. Das bedeutet, dass Eier im Supermarkt an der Ecke derzeit billiger sind als bei den Großhändlern, weshalb Bäckereien, Restaurants und Einkaufsgemeinschaften nun die Regale leer kaufen. Und die Verbraucher aus dem Ausland, wo Eier schon sehr viel teurer geworden sind. In Tschechien beispielsweise kosten Eier schon mehr als das Doppelte des deutschen Ladenpreises. In den grenznahen Gebieten hat die Nachfrage deshalb um ein Vielfaches zugelegt. Problematisch ist das weniger für die Privatpersonen, die ihre Ostereier einkaufen, sondern für Betriebe, die viele Eier verbrauchen, etwa Nudelhersteller. Insofern kann man sich schon mal darauf einrichten, dass Eier-Nudeln und sonstige Backwaren demnächst auch teurer werden.

Fiese Eierspekulanten werden auf diesen Zug aufspringen und damit für eine weitere Verknappung des Angebots sorgen, denn Großhändler und Erzeuger werden ihre Produkte im Zuge der Eierpreis-Rallye möglichst lange vom Markt fern halten, um möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Ob die Hühner damit am Ende glücklicher sind?



wallpaper-1019588
10 Jahre Chilihead77
wallpaper-1019588
Schweinelende oder Iberico Solomillo mit Blumenkohl
wallpaper-1019588
The Postie präsentiert: Some Sprouts gehen auf „IMMT“-Spring Tour
wallpaper-1019588
2018: was für ein spannendes Jahr für die erdbeerwoche!
wallpaper-1019588
beautypress News Box - Dezember 2019
wallpaper-1019588
Ausgelöscht
wallpaper-1019588
Foto: Lichterkette im Garten
wallpaper-1019588
“Die Reste frieren wir ein – Weihnachten mit Renate Bergmann”