Welches Land hat elf Amtssprachen?

Über die Vor- und Nachteile von Multikulti diskutiert man in diesen Wochen und Monaten wieder häufiger in Deutschland und Europa. In Südafrika würde eine solche Diskussion elfsprachig geführt – der Staat mit dem Wahlspruch „für verschiedene Völker vereint“ hat tatsächlich elf offizielle Amtssprachen. Elf. Das ist durchaus nicht wenig.

Welches Land hat elf Amtssprachen?

Südadrika, das wirtschaftlich stärkste Land des afrikanischen Kontinents, hat folgende 11 Amtssprachen:

• Afrikaans
• Englisch
• Süd-Ndebele
• Xhosa
• Zulu
• Nord-Sotho
• Sesotho
• Setswana
• Swati
• Tshivenda
• Tsonga

Für die meisten Südafrikaner ist Zulu die erste Sprache. Im Verkehrswesen hat sich allerdings Englisch als Hauptsprache herauskristallisiert. Es ist für die staufreie Mobilität sicherlich im Ganzen förderlicher, wenn nicht alle Verkehrsschilder Romane sein müssen.

Die Geschichte der Sprache Afrikaans, auch bekannt als Kapholländisch oder Kolonial-Niederländisch, lässt sich als ziemlich traurig bezeichnen. Es ist eine Sprache, die oft mit Unterdrückung assoziiert wird. Etabliert wurde sie von niederländischen Siedlern, aus denen die Volksgruppe der Buren hervorging. Als Afrikaans 1976 während der Zeit der Apartheid (Rassentrennung) als verbindliche Unterrichtssprache an allen Schulen eingeführt werden sollte, was für die vielen farbigen Schüler, die dieser Sprache nicht oder kaum mächtig waren, große Nachteile bedeutet hätte, kam es zu heftigen Protesten. Dabei starben 575 Menschen, überwiegend durch Polizeigewalt.

Mit elf Amtssprachen steht Südafrika nicht an der Spitze. So erkennt die Verfassung Indiens ganze 21 Sprachen offiziell an.


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