Weite soweit das Auge reicht – Die Bucht der Somme

Bonjour liebe Leserinnen und Leser,

heute ist wieder Freitag, sodas wir zusammen einen weiteren Ausflug nach Frankreich unternehmen. Wie hat es Ihnen bei den Sch’tis gefallen? Wäre das eine Region, die auch Sie interessieren würde?

Heute verlassen wir die Region Nord-Pas-de-Calais und fahren weiter nach Süden, in die Picardie. Dort finden wir eine der schönsten Naturlandschaften Nordfrankreichs vor, nämlich die gewaltige Bucht der Somme.

Sommemündung Blick auf Le Crotoy

Blick von Saint-Valery-sur-Somme nach Le Crotoy

Die Mündung der Somme – ein Paradies für Naturliebhaber

Mündung der Somme Frankreich

Mit fast 72 km2 ist die Bucht der Somme die größte, und wie ich zu behaupten wage, eine der schönsten Flußmündungen der Welt. Hier fließen zwischen den Salzwiesen, Schlickbänken, Sandstränden und dem Ärmelkanal der Himmel und die Erde in zarten Grau-, Blau- und Grüntönen ineinander. Der ständige Wechsel zwischen Licht und Schatten, Ebbe und Flut, das leise Plätschern der auflaufenden Wellen sowie die weiten, teilweise unberührt wirkenden Strände  faszinierten  seit jeher Maler und Dichter, sodass Colette, Degas, Hugo Boudin, Toulouse Lautrec, Seurat und Barquaval dort Inspiration für ihr Schaffen fanden. Jules Verne hat mit seiner Familie knapp acht Jahre in einem Haus (“La Solitude”) in Le Crotoy gewohnt und dort an seinem Roman Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer gearbeitet.

Sommemündung

 

Als Tourist ist man am besten zu Fuß oder mit dem Rad auf den gut ausgebauten Wander- und Radwegen unterwegs. Besonders im Frühjahr, Sommer und Herbst ist der Vogelpark Marquenterre einen Besuch wert, wo man auf Rundwegen  u.a. Scharen von Zugvögeln beobachten kann. Mehr als 300 verschiedenen Vogelarten finden dort einen geschützten Lebensraum.  Bei Ebbe kan man die Mündung der Somme zu Fuß durch das Watt zwischen den  beiden Hafenstädtchen Le Crotoy und Saint-Valery-sur-Somme überqueren. Aber Achtung! Die Flut und damit das Wasser kommen meist schneller zurück, als man denkt. Deshalb sollte man sich vor einer Wattwanderung genau an dem im Office de Tourisme, in den Hotels und auf den Campingplätzen ausliegenden Gezeitenplan orientieren und nicht bei bereits wieder auflaufendem Wasser loslaufen. Besser und interessanter ist es, wenn man mit einem Naturführer  eine geführte Wanderung durch Schlick und Watt unternimmt. Dabei lässt sich vieles über Fauna und Flora erfahren, zum Beispiel auch, welche Pflanzen im Watt man sogar essen kann. Ja, die Franzosen sind halt zu Lande und zu Wasser beziehungsweise auch mitten im Schlick Gourmets! Mit ganz viel Glück und wenn man schön ruhig ist, kann man sogar die Kolonie von Hundsrobben, die fast augerottet war, deren Bestände sich aber seit den achtziger Jahren wieder erholen, beim Sonnenbaden beobachten.

Le petit train - St. Valery-sur-Somme

Wer ordentlich Dampf geben will, der kann die Küstenlandschaft gemütlich im Sitzen von der historischen Dampflock, die von Le Crotoy über Noyelles-sur-Mer, Saint-Valery-sur-Somme und Cayeux-sur-Mer rattert und schnauft, beobachten. In dem authentischen Ambiente vergisst man leicht Zeit und Raum und fühlt sich in die Belle Epoque versetzt.

Campingplätze gibt es dies- und jenseits der Bucht zu Hauf, dabei geht die Spannbreite in der Austattung von ganz einfach bis fast luxuriös. Manche Plätze wie Les Aubépines, auf dem  wir schon mehrmals ein paar herrliche Urlaubstage verbracht haben, sind sogar bis weit in den Herbst geöffnet, sodass sich auch in den deutschen Herbstferien eine Reise in die Picardie lohnt. Französische Touristen findet man dort um diese Zeit eher weniger, weil die meisten Franzosen ihren Urlaub in den Schulferien im Juli und August nehmen müssen.

Abendstimmung Sommemündung

Wohnmobilfahrer dürfen sich in Le Crotoy gut aufgehoben fühlen, weil es dort gleich zwei Wohnmobilstellplätze gibt. Der eine, du Tarteron,  liegt direkt am Hafen, ist mit Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung ausgestattet  und bietet 25 Wohnmobilen Unterschlupf. Der andere liegt etwas weiter nördlich, im Chemin du marais,  direkt an einem wunderschönen breiten Sandstrand. Die genauen Koordination stehen hier. Früher durfte man, natürlich unter der Voraussetzung, dass man die Übernachtungsgebühr bezahlte, auch mit dem Wohnwagen dort stehen. Das ist seit dem vergangenen Jahr leider nicht mehr erlaubt, was wir sehr schade finden. Dort haben wir uns an der Mündung der Somme nämlich immer am wohlsten gefühlt. Und von dort aus ließen sich die herrlichsten Fotos schießen!

Sonnenuntergang Sommemündung

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ein schönes Wochenende und à bientôt!

Ihre Heike Kügler-Anger


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