Was sie wissen sollten: Der Abhörskandal

Das Feigenblatt klärt die wichtigsten Fragen zum Abhörskandal:

Wer wurde abgehört?
Alle, die sich nicht wehren können: Witwen, Kinder und Sozialdemokraten.

Ist Rupert Murdoch schuld?
Natürlich nicht. Murdoch wollte endlich mehr Qualität in den britischen Medienmarkt bringen und hat nur deshalb verzweifelt und mit allen Mitteln versucht, die Auflage seiner Boulevardformate zu steigern, um so seine defizitären Qualitätsmedien „Times“ und „Sunday Times“ besser unterstützen zu können. Genau dasselbe macht auch Friede Springer in Deutschland: Mit der Boulevard-Zeitung “Bild” wird das Qualitätsmedium “Welt” unterstützt.

Wer wusste von den Abhöraktionen?
Eigentlich niemand. In den First-Class-Suiten und bei den Wellness-Kuren ist nie einem Polizisten irgendetwas aufgefallen. David Cameron wusste auch nichts von den Abhörpraktiken bei der News of the World. Er weiß nur von den Praktiken, die er selbst bei seinem „Kommunikationsdirektor“, dem ehemaligen Chefredakteur, angeordnet hatte.

Kann so etwas auch in Deutschland passieren?
In Deutschland verwenden nur der BND und Pneumologen Abhörtechniken. Die Boulevardzeitungen arbeiten noch nach den klassischen Prinzipien der Penetration: Ständiges Auflauern, Zahlen von Schmiergeld für intime Details und ungefragtes Eindringen in die Privatsphäre. Der Axel Springer Verlag überlegt allerdings nach dem Skandal, ob er die Zeitschrift „Hörzu“ umbenennt.


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