Was schon ist – und was noch werden soll

Etwa anderthalb Monate sind vergangen, seitdem ich in einem Anflug von Weltuntergangsstimmung damit begonnen habe, den Garten zu roden. Seither haben wir schon ein paar Dinge zustande gebracht. Wir haben…

  • Schwielen an den Händen.
  • Endlich eine Schubkarre angeschafft.
  • permanent schwarze Ränder unter den Fingernägeln.
  • Altes, aber noch brauchbares Material verkauft.
  • Ein vom Sturm zerzaustes Mini-Gewächshaus über den Gartenzaun geworfen und es dadurch elegant zusammengefaltet.
  • Eine wunderschöne Herbstanemone geschenkt bekommen, die auch schon ihren Platz im Garten gefunden hat. 
  • Erdbeeren gepflanzt.
  • Mit Menschen geredet, von deren Existenz wir nicht mal wussten, weil wir hinter unserem Gestrüpp so gut versteckt waren.
  • Stundenlang gejätet.
  • Sträucher gepflanzt.
  • Löcher für alte Rosensorten gebuddelt. 
  • Gartenratgeber gewälzt.
  • Einen Mandelbaum gepflanzt.
  • Blumensaat aus England importiert und für die nächsten neun Monate geplant, was wann angesät und ausgepflanzt werden muss.
  • Meterweise Fliederwurzeln, die bereits wieder herzige kleine Fliedertriebe an sich hatten, ausgegraben. 
  • Schleierkraut zwischen die Löcher für die Rosen gepflanzt, obschon eine Passantin der Meinung war, Rosen würden einzig in Begleitung von Lavendel gut gedeihen, alles andere sei blanker Unsinn.
  • Die Wurzeln des Feigenbaums, die wir fälschlicherweise ausgebuddelt haben, wieder eingebuddelt.
  • Gelernt, was eine Wurzelsperre ist. (Ob wir es auch richtig gemacht haben, wird sich zeigen…)
  • Gestaunt, wie schnell das alles vorwärts geht. 

Trotzdem bleibt noch ziemlich viel zu tun. Bevor der Winter kommt, sollten wir noch: 

  • Ganz viele noch unentdeckte Fliederwurzeln ausgraben.
  • Viele weitere Stunden jäten.
  • Hochbeete bauen.
  • Wege anlegen.
  • Den Sitzplatz erneuern.
  • Pflanzen, was demnächst geliefert wird. 
  • Aufräumen, was noch herumliegt.
  • Vermutlich noch etwas siebenhundertmal erklären, dass wir nicht vorhaben, einen Rasen anzulegen, auch wenn geschätzte 99,9% aller Spaziergänger, die an unserem Garten vorbeigehen, dies für die einzig richtige Lösung halten.
  • Endlich lernen, den Mund zu halten, wenn mal wieder einer erklärt, welche Unkrautvertilger am wirksamsten sind. Mit Menschen, die Unkrautvertilger für eine gute Sache halten, diskutiert man besser nicht, die wissen nämlich alles besser. 
  • Diesen sauschweren Gartentisch, den ich nicht mal um einen Millimeter zu bewegen vermag, wenn “Meiner” hilft, von der Stelle wegbringen, wo die Hochbeete hin sollten. 
  • Irgendwie den Pflanzenkaufrausch in den Griff bekommen, weil das, was bereits bestellt ist oder als Saatgut bereit liegt, vermutlich für drei oder vier Gärten ausreichen würde. 
  • Mir endlich angewöhnen, die Gartenhandschuhe unter dem Dach zu versorgen, wenn Regen angesagt ist. 
  • Die elenden Pfosten, die der Vorbesitzer unseres Hauses wohl bis zum Erdkern im Boden verankert hat, irgendwie loswerden.

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