Was geht denn hier App?!

Als Bloggerin ist das nichts Besonderes im Posteingang. Jemand – bevorzugt Menschen aus Agenturen mit Hang zum ungefragten “Du”  - schickt eine E-Mail, die in der Regel ein Produkt bewirbt, das nur darauf wartete, von dir im Blog vorgestellt zu werden. Doch diese E-Mail, die am 1. August, exakt um 9:37 Uhr am Morgen in meinen Posteingang flatterte, ließ meine Halsschlagader deutlich flattern – auch wenn ich sie erst spät am Abend las. Ich wollte die Themen “Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz” und “Fachkräftemangel im Sozialbereich” eigentlich hier im Blog außen vor lassen. Diese Themen gehen täglich über meinen Schreibtisch im Büro. Hier sollte es doch um die (Net)Working Moms gehen.

Doch um meine unruhige Halsschlagader zu beruhigen, muss ich nun doch darüber bloggen. Der Aufreger? Eine Kita-Software nutzt mal eben den 1. August 2013 als Stichtag um zu verkünden: “Würde jede Kita in Deutschland eine solche Verwaltungssoftware einsetzen, ergäbe sich bei aktuell 52.486 Betreuungseinrichtungen deutschlandweit eine Zeitersparnis von über 35.000 Stunden –und das JEDEN Tag. Diese Zahl entspricht, in Arbeitstage umgerechnet, rund einem Drittel der zurzeit fehlenden ErzieherInnen. Der flächendeckende Einsatz von professioneller Kita-Verwaltungssoftware wie z.B. UnsertollesProdukt, dessen Namen ich hier nicht nenne, hilft somit sehr kurzfristig die bereits vorhandenen Ressourcen in der Kinderbetreuung zu schonen und bringt zugleich Übersicht und Transparenz in den oft hektischen Kita-Alltag.”

Ja, liebe Erzieherinnen und Erzieher, ihr habt einfach nur ein ganz mieses Zeitmanagement und nutzt die falsche Software. Diesem Schlag ins Gesicht einer jeden pädagogischen Fachkraft, die sich trotz mangelnder gesellschaftlicher Anerkennung und eher dürftigem Gehalt qualifiziert, engagiert und liebevoll um den ganzen Nachwuchs von Rabenmüttern und -vätern kümmert, folgte natürlich der (fast) obligatorische Verweis auf eine Infografik im Anhang, die diese Zusammenhänge anschaulich verdeutlichen würde.

Die unvermeidliche Infografik für alle, die noch nicht begriffen haben, wie einfach der ErzieherInnenmangel zu bekämpfen ist.

Doch auch Müttern hält man gern mal ihr schlechtes optimierungsbedürftiges Zeitmanagement vor. Hätten wir das besser im Griff, wir würden mindestens noch mal 50% Leistungsfähigkeit aka Muttitasking an den Tag legen können.

Gibt es da nicht auch eine App, die wir nur nutzen müssten, um alles noch ein bisschen perfekter zu organisieren? Der digitale, synchronisierte Familienkalender fällt schon unter Mindeststandard. Unverzichtbar auch die App für’s Projektmanagement in Sachen Kindern und Karriere. Schließlich fordert uns doch die Flimmerkiste auf: “Mach es zu deinem Projekt!” (Oder war doch eher der Nagel in der Wand gemeint…?) Und eine App für die biologisch-dynamischen Rezepte, mit denen wir nach einem anstrengenden Tag die hungrige Meute am Tisch satt und zufrieden machen. Die Fitness-App nicht zu vergessen, damit wir nachvollziehen können, wie nah wir schon dem Ziel der gut gelaunten, faltenfreien Supermutti sind.

Habe ich eine vergessen? Vielleicht noch die App für ein besseres Gedächtnis.

 

Und bevor ich es wirklich vergesse: An dieser Stelle danke ich den Erzieherinnen meiner Kinder im Kindergarten und im Schulhort, die ich noch nie mit irgendwelchen Apps herumspielen sehen habe und die sich auch ohne die perfekte Verwaltungssoftware prima um meinen Nachwuchs kümmern.


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