was ein brief alles auslösen kann...

schulisch gesehen war die woche eher ernüchternd: meine sechste klasse musste in mathe, wie in allen anderen fächern auch, die schlussprüfung schreiben. schon vor wochen hatte ich mich mit meinen kollegen getroffen und das examen zusammengestellt.
während dem lösen am montagmorgen stellten wir bereits fest, dass wir die schüler überforderten, da manch
e von ihnen auch nach 80 minuten immer noch nicht fertig waren. beim korrigieren dann das definitive zeichen, dass meine schüler überrumpelt wurden: mehr als die hälfte hatte eine ungenügende note. durch aufmotzen der prüfung konnte ich diese nummer von roten noten wenigstens auf fünf minimieren. was das ernüchternde dabei ist, ist der fakt, dass meine parallellehrer ein weitaus besseres resultat erreicht haben. da begann schliesslich mein komplex und der gedanke, dass ich versagt habe breitete sich immer mehr in meinem kopf aus. auch wenn mich meine lieben kollegen versucht haben, aufzupäppeln, weiss ich immer noch nicht so recht, was ich denken soll: habe ich die schüler schlecht vorbereitet oder ist es einfach eine schwache klasse?
was ein brief alles auslösen kann...egal, das wochenende konnte mir dann wenigstens über diesen komplex hinweghelfen.
dies aufgrund einer hochzeit, auf der ich eingeladen wurde.
doch da gehört eine vorgeschichte dazu:
da ich beschlossen habe, im februar nach mexiko zu gehen, bevor ich definitiv in die schweiz zurückkehre, kam meine oma auf eine super idee. ihr cousin, ernesto, wohnt in mexiko, deshalb liess sie mir die adresse zukommen, damit ich mit ihm in kontak treten konnte. ohne email-adresse musste ich auf das "altmodische" kommunikationsmittel, den brief, zurückgreifen und schrieb meinem grossonkel, oder wie man das auch immer nennen möchte. mit dem gedanken, "mal schauen, was passiert" schickte ich ihn ohne grössere hoffnungen ab. zwei wochen später war eine mail in meinem kasten: eine gewisse adriana, costaricanerin, hat mich angeschrieben, dass sie von meinem brief erfahren hätte. es kam raus, dass adriana die nichte von omas cousin war. und wie's der zufall so wollte, heiratete sie an diesem wochenende und hat mich, weil ich ja schliesslich zur familie gehöre, spontan zu ihrer hochzeit eingeladen, zu der, wie's der zufall nochmals wollte, auch der cousin ernesto aus mexiko kam, um dabei zu sein.
das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen! so ging ich am samstag zur zeremonie in der kirche und kam mir vorerst ziemlich dämlich vor, weil ich ja niemand kannte... auch nach der kirchlichen trauung stand ich irgendwie hilflos zwischen all den leuten. plötzlich kam jedoch eine frau auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich "die vom brief" sei. nach meiner zustimmung nahm sie mich gleich unter ihre fittiche, schob mich fast in den bus und nahm mich mit an die feier, die an einem anderen ort stattfand. auf der fahrt kriegte ich schliesslich mit, dass diese frau eine tochter von ernestos bruder ist (könnt ihr noch folgen? für mich war es schon ziemlich schwierig, es zu verstehen...). am fest lernte ich etliche cousinen, tanten, onkeln, weiss ich welchen grades, kennen. schliesslich verbrachte ich den ganzen abend mit ernesto junior (siehe bild), der sohn von brunilde, der überraschenderweise perfekt deutsch sprach. er versuchte mir dann während der ganzen zeit zu erklären, wer jetzt wer ist. es kamen so viele leute auf mich zu und wurden mir präsentiert, dass ich am ende nicht mehr wusste, wo mir der kopf steht. in den nächsten tagen muss ich mich mal hinsetzen und einen familienbaum aufzeichnen... :-)
verblüfft hat mich dann der moment, als jemand von mir wissen wollte, ob ich denn barbara aus der schweiz kenne, auch eine verwandte von meiner oma. ich habe noch nie was von dieser frau gehört (zumindest kann ich mich nicht an sie erinnern) und fühlte mich ein bisschen bekloppt. wie kann es sein, dass mexikaner verwandte der schweiz kennen, die eigentlich so nah von mir wohnten und ich keinen blassen schimmer von deren existenz habe?
bisher habe ich immer gedacht, dass unsere familie eher klein ist. keine verwandten im ausland, wie langweilig. gestern wurde ich eines anderen belehrt! es ist echt ein schönes gefühl zu wissen, dass ich auch auf dieser seite der erdkugel verwandte habe! breitwillig boten mir etliche ihr zu hause an und wollen mir ihr mexiko zeigen, sodass ich nun total motiviert bin und mich wie ein kleines kind auf den kommenden februar freue!

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