Warum Trump das kleinere Übel sein dürfte

"Ich habe noch nie einen Mann gesehen, der mehr mit sich im Reinen war als José Canseco - nicht mit unserem Bild von ihm wie George W. Bush oder mit der idealisierten Vorstellung von sich selbst wie sein Vorgänger, sondern einfach mit sich selbst: Charmeur und Schlange, Clown und kultivierter Mensch. Ihm ist es egal, was man von ihm hält; wenn überhaupt, bereitet ihm unsere Verachtung und Geringschätzung sogar mehr Vergnügen als unsere sinnlose Bewunderung. (...) Ein Mann wie Canseco hat nie etwas anderes zu verlieren oder zu gewinnen als sein Leben und die Freude daran. (...) Doch es hat eine Zeit gegeben, als Männer wie Canseco noch als Helden galten (...) Sie sind an Orte gesegelt, die wir uns nicht einmal vorstellen konnten, und kehrten nach einer Karriere voller Wunder, Unglücke und Ärger zurück, keinen Deut besser als bei ihrem Aufbruch. Und sicherlich nicht besser als wir - eher schlimmer. Doch am Ende sind sie die einzigen gewesen, die tauglich genug für diese Reise waren, und als sie zurückkehrten, hatten sie eine Wahrheit im Gepäck, die auszusprechen niemand sonst Clown oder Schuft oder Held genug war."
[Michael Chabon: Mann sein für Anfänger. DTV 2013]
2:1 für Trump, dachte ich nach dem zweiten TV-Duell der beiden. Denn der von ihm vorgesehene Vize Mike Pence hatte zuvor bei seinem Auftritt durch Sachlichkeit und Ruhe geglänzt und Hillarys aufgeregt dazwischenquatschenden Tim Kaine in den Schatten gestellt, und dass er sich in Sachen Putin gegen Trump positionierte, zeigte mir, dass Trump keinen bloßen Ja-Sager an seiner Seite will. Schon zuvor hatte er klargemacht, dass er bei Kriegseinsätzen der USA eher auf Militärexperten hören würde als dies die letzten US-Präsidenten taten. Und fast alles, was Trump bei seinem zweiten Duell besser machen sollte, hatte er innerhalb weniger Wochen verinnerlicht: Er ging vor allem nur noch kurz auf die Vorwürfe Clintons ein und startete dann die Gegenattacke. Mit seiner Bemerkung zu Lincoln gelang ihm ein spontanes Schmankerl, mit der Andeutung, unter ihm könne Clinton im Gefängnis landen, der Satz, der am stärksten im Gedächtnis haften bleiben dürfte, und zu den Stärken des anderen befragt (auch wenn er hier etwas länger Zeit zum Antworten hatte als Clinton) war er es, der das Durchhaltevermögen von Hillary lobte und ihr direkten Respekt zollte.   Seltsam nur, auf welch breiter Front man dies anders sah. Dass Clinton es durchgängig an jenem Respekt gegenüber Trump fehlen ließ, zeigt schon ein Blick auf ihre Webseite, wo ein Fenster aufpoppt, das ausdrücklich um Mithilfe bittet, Trump aus dem Weißen Haus fernzuhalten. Folglich zog sie sich mit einem Lob seiner Kinder aus der Affäre, deren gutes Gelingen man schließlich Trumps Frauen zuschreiben könnte. Damit ist Clinton nicht allein. In jüngster Zeit haben es sich einige Stars des Kunstbetriebes, etwa Robert DeNiro, J. K. Rowling und Roger Waters, nicht nehmen lassen, ihre Contenance zu verlieren. Die Washington Post, die ich ansonsten schätze, führt einen strategisch genau getimeten Feldzug gegen Trump, bei dem Enthüllungen wie die zu seinen Äußerungen über Frauen zum kritischsten Zeitpunkt erfolgen. Beinahe allem, was Trump sagt, wird mit Satire, Spott und Faktencheck begegnet, und zunächst sieht es tatsächlich so aus, als mache er es einem leicht.   Um aber nur ein paar dieser Dinge herausgreifen zu müssen, will ich vorausschicken, wie ich Trump verstehe. Ich denke, dass er die Übertreibung ganz bewusst einsetzt, und auch wenn er enorme Wissenslücken hat, in den meisten Fällen, das, was er damit zum Ausdruck bringen will, tatsächlich weit weniger abwegig ist, als die Spötter meinen. So liegt es nahe, dem mexikanischen Staat den Mauerausbau in Rechnung zu stellen, da sein korruptes Gefüge mit den Kartellen gemeinsame Sache macht, ohne die kaum einer über die Grenze in die USA kommt und die damit ein Riesengeschäft durchziehen - analog beschlagt man auch die Einnahmen von Drogenhändlern. - Auch wenn Belgien keine Stadt ist, hat es nur die Bedeutung einer solchen. (siehe Wiglaf Droste) - Die Frage zu stellen, warum die USA ihre Atomwaffen nicht einsetzt, weist bereits in die Zukunft, denn einige Experten gehen davon aus, dass China seiner Aufgabe nicht nachkommt, Nordkorea zu bremsen, und dass von dort ein Einsatz von Atomwaffen droht - was zu einem atomaren Gegenschlag führen dürfte. Es wird sich also schon bald zeigen, wie das Problem Nordkorea gelöst wird, und die drastische Frage Trumps könnte nicht schärfer darauf hinweisen.    Dass sich wirklich nicht viele Journalisten um ein Verständnis der Trumpschen Rhetorik und seiner Anliegen bemühen, wurde mir in einer Ausgabe meiner WELT-App deutlich, die ich gerade in einem kostenlosen Probe-Abo bezog. Dort stand direkt unter einem Trump-Bashing das Lob für die Festnahme eines Terrorverdächtigen durch Syrer in Deutschland, die tatsächlich wohl gar nicht durch unsere deutsche Rechtslage gedeckt ist, da ein solches Festhalten von Jedermann an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Die Ironie liegt nun darin, dass es gerade Trump war, der vehement von Muslimen forderte, die schwarzen Schafe in ihren Reihen selbst zu offenbaren und ans Messer zu liefern. Es geht bei der verbreiteten Abneigung gegen Trump also weniger um die Sache als um Gefühle. Und vor allem zuletzt um solche, die zu analysieren sich lohnt, weil ich damit auch eine Frage aus einem jüngeren Kommentar in diesem Blog beantworten kann, wie denn Zenübung aussehen und was sie mit einem machen kann.
Nach allgemeiner Einschätzung wird sich Trump nicht mehr davon erholen, dass er vor gut 10 Jahren ein paar Machosprüche von sich gab, nach denen er a) versuchte, eine verheiratete Frau zu verführen (im Gegensatz zum typsichen Angeber ergänzte Trump jedoch, dies sei gescheitert!), b) als Star es offenbar selbst leicht habe, Frauen einfach küssen und in den Schritt fassen zu können.    Der Aufschrei ist hier exakt vorprogrammiert, und er ist an Heuchelei kaum zu überbieten. Zum einen haben etliche Stars davon berichtet, dass sich Frauen jeden Alters sich ihnen durchschnittlich leichter an den Hals werfen als einem Otto Normalverbraucher. Ich war schon dabei, als sich völlig irre Szenen bei einem AHA-Konzert abspielten, deren Leadsänger dieses Phänomen nüchtern und auf Distanz gehend kommentierte. Viele andere "Stars" nehmen einfach mit, was sie kriegen können, und wenn man Trump hier einen Erkenntnismangel vorwerfen müsste, dann, dass sich solche Gelegenheiten auch "Nicht-Stars" bieten - und die sich häufig genauso benehmen. Trump hat also eine Wahrheit ausgesprochen, die nicht politisch korrekt ist. Das Schlimme ist, dass den Diskurs zu solchen Themen heute Menschen diktieren wollen, die nicht in der Lage sind, solch schlichte Wahrheiten zu benennen. Ich bin nie ein Star gewesen, aber eine meiner Beziehungen fing so an, dass ich bei meinem ersten Date im Kino mich zwischen die Beine der Frau setzte, ihren Pullover hochstreifte, dann ihren BH, und an ihren Brüsten saugte. Sie war verdattert, sie machte mir danach Vorwürfe - und wollte dann doch mit mir zusammen sein. Man müsste also über dieses Verhalten von Frauen sprechen, das nicht nur überliefert ist, sondern dass einige von uns auch genau kennen und das unsere Verhaltensmuster bestärken kann - weil es hinreichend "erfolgreich" war. Die Frauen, die das leugnen, kennen womöglich zu wenige Frauen, die anders sind als sie selbst. Und erwecken den Eindruck, alle Frauen müssten gleich sein und reagieren.   Um ein anderes Beispiel zu geben, das eine weitere Ursache für das heftige Aufbegehren nach Trumps flapsiger Angeberei war: Ich behauptete hier kürzlich - ebenfalls in der Kommentarfunktion - dass Sexualstraftäter auch Neid und Eifersucht anderer Männer erfahren. Nämlich deshalb, weil diese sich oft mühsam ein Fehlverhalten verkneifen, das sich die anderen einfach herausnahmen. Man kann nicht erwarten, dass sie das zugeben, aber ich kenne aus der Sexualwissenschaft die signifikante Häufigkeit von Vergewaltigungsphantasien sowohl bei Männern wie bei Frauen, und natürlich geht es darum, diese zu kontrollieren und ggf. in Spielchen mit der Partnerin zu kanalisieren und nicht etwa straffällig zu werden. Doch derjenigen, der sich diese Mühe nicht macht, wird von einem anderen Mann womöglich genau dafür gehasst. Auf einer weniger dramatischen Ebene haben wir z. B. schon in der Schulzeit zwischen Bewunderung und Verachtung geschwankt, wenn die Sonnyboys in unserer Klasse im Trumpschen Jargon davon redeten, wie sie ein Mädchen durch Überrumpelung herumgekriegt ha(e)tten. Damals schon rangen in den Zuhörern Potenzneid und das Bedürfnis nach anständigem Verhalten miteinander.   Die Zenübung ist eine gute Möglichkeit, das eigene Unterbewusstsein so transparent zu machen, dass man sich über diese zwiespätigen Empfindungen klarer wird und sie nicht mehr verdrängen und leugnen muss. Dann kann man - und so lange Trumps Töchter sich nicht über einen übergriffigen Vater beklagen, darf ich das sogar als Stärke sehen - die eigene Tochter so beschreiben, dass man, wäre sie es nicht, auf ein Date mit ihr scharf wäre, und man stellt sich nicht als gehemmter Verdränger bloß wie Markus Lanz, der meinte, so etwas würde ein normaler Vater nicht einmal denken. Der Witz ist, dass es der normale Vater sehr wahrscheinlich denkt, aber verdrängt und nicht zugeben will. Der Fehler liegt darin, jedes offene Wort von Trump gegen ihn wenden zu wollen.    Nun dürfte auch deutlich sein, dass ich in Trump jemanden sehe, der sein Herz eher auf der Zunge trägt als Hillary Clinton. Der auch seine Schwächen nicht kaschiert und auf die political correctness scheißt. Ich kann auch nicht vergessen, worüber ich hier schon einmal schrieb: Das Gespräch an einer Theke mit einem Fotojournalisten einer Nachrichtenagentur, den ich fragte, ob er nicht auch die Meldung des französischen Geheimdienstes von Bin Ladens Tod  gelesen habe und sich wunderte, dass - nachdem sie über den Ticker gegangen war - nichts mehr nachkam. Er nickte nur stumm. Erst Jahre danach bekamen wir das berühmte Foto von Hillary mit ihrem entsetzten Gesicht, wie sie der inszenierten Festnahme von Bin Laden im Nachtsichtmodus mit Sicherheitsexperten und Obama beiwohnte. Es ist doch klar, dass ich Hillary auf keinen Fall mehr trauen kann.   Doch noch einmal zurück zu Trumps Sexismus. Ich kann gut verstehen, was sich da abspielt, wo ich doch selbst mehrfach - von Frauen wie Männern, gerade auch von solchen, die meinten, ihre eigenen Erfahrungen von Übergriffen würden sie zu Intoleranz berechtigen - aus Foren ausgeschlossen oder im Usenet attackiert wurde, wenn ich mal im Trumpschen Stil Klartext redete. Das ging zeitweise bis zu Morddrohungen und Stalkerei. Sofort wird mir da klar, wer tatsächlich ein Rad ab hat. Mir wurde z. B. auch mal ungefragt von Männern in den Schritt gegriffen, zwei Mal in meinem Leben, glücklicherweise war ich schon erwachsen, und ich hasste es dennoch wie sonst was. Allerdings hatte ich in keiner der Situationen irgendein Interesse am anderen signalisiert - anders als die Frau im Kino, von der ich oben sprach, und ich hoffe zumindest anders als die Frauen, die Trump - wenn überhaupt - einfach so geküsst oder begrapscht hat. Ich ziehe natürlich eine Grenze beim Griff an Genitalien, auch wenn ein ungewollter Kuss schon widerwärtig sein kann. Sollten die aktuellen Vorwürfe tatsächlichen Fehlverhaltens Trumps stimmen (bedenken wir aber, dass die Verdammung allein aufgrund seiner Worte schon eingesetzt hatte), würde ich ihm dieses auch ankreiden. Auf der anderen Seite hat sich schon an zu vielen Vorwürfen gegenüber alternden Bekanntheiten (Karl Dall, oder die meisten der Verleumdungen in Sachen Bill Cosby z.B.) gezeigt, wie schwer es ist, die Wahrheit von der Trittbrettfahrerei zu trennen.
   Und dann stimmt wiederum dies: Den überraschenden Griff einer Frau an meine Genitalien während eines Tanzes goutierte ich einst, weil mir jene Frau gefiel. Auch dazu eine Anekdote.   Bei einem südostasiatischen Neujahrsfest in einer Disco bat mich die etwa 30-jährige jüngere Schwester meiner damaligen Freundin, mit ihr auf die Toilette zu gehen. Sie befürchtete dort nämlich die körperliche Attacke zweier Transsexueller, die in diesem Fall die Frauentoillette benutzen durften und diese Gelegenheit ggf. hätten abpassen können. Ich verstand zwar die Hintergründe nicht, ging aber, leicht alkoholisiert, mit, und zwar sogar mit in ihre Kabine. Diese Geschichte machte dann die Runde und wurde später so kolportiert: X (jene Frau) sei eine Schlampe, da sie es mit mir auf dem Disco-Klo getrieben habe. Tatsächlich gab es keinerlei Körperkontakt zwischen uns, ich hatte nur ihre Angst ernst genommen, das war's. Während mir nun ein Ruf anhaftete, der mir keinesfalls zu schaden schien, litt sie unter diesem Verdacht. Zugleich wurde damit auch wieder deutlich, wie Frauen selbst denken und was zu ihrer Vorstellungswelt gehört. Man male sich aber mal aus, ich würde mich hinstellen und behaupten, dass man ohne Weiteres eine Frau auf dem Damenklo nageln könnte (wir wissen alle, das dies geschieht, ich bezeuge es zumindest fürs Herrenklo). Und das, wo die potentielle Realität eines solchen Geschehens gerade durch die Fantasien von Frauen nahegelegt wird.
   So komplex, interessant, aber auch unreif geht es mit unseren Gefühlen zu, wenn wir auf solche Themen zu sprechen kommen. Und immer noch glaube ich, dass neben der Zenübung im obigen Sinn, vielleicht einer Psychoanalyse oder ähnlichem, vor allem ein einigermaßen befriedigendes eigenes Sexualleben davor schützt, so spießig zu reagieren, wie es eine auf mich recht impotent wirkende Männerwelt überwiegend im Falle Trump tut (und das sagt einer, dessen Libido merklich schwindet ...). Von der modernen westlichen Frauenwelt war nichts anderes zu erwarten. Dass Trumps Bemerkungen nicht stilvoll sind, unterstrich auch seine Ehefrau - die aber trotzdem gegen diejenigen vorgehen will, die aus seiner Worte-Kraftmeierei zwingend auf ein tätiges Sexmonster schließen. Auch das ist leider die Regel geworden, dass die Gegenseite dämonisiert und kriminalisiert und damit eigentlich nur unterstreicht, dass ihre Position schwach und unsicher ist. In einem solchen Klima blieb Trump auch nichts weiter übrig, als sich schlicht zu entschuldigen. Für Differenzierungen ist kein Platz mehr. Wenn er danach beurteilt würde, so sagte er konsterniert gegenüber dem TV-Sender FOX, und nicht nach seinen Antworten auf aktuelle Probleme, dann würde er halt wieder zu seinen alten Geschäften zurückkehren.
Hier in den Kommentarfunktionen ist das Gleiche zu erwarten. Ich halte trotzdem jede Wette, dass man statistisch unter denen, die den Edelmann markieren, nicht weniger findet, von denen Frauen behaupten, sie hätten etwas ihnen gegenüber erheblich falsch gemacht, als unter Typen wie Trump. Ich mag Sprücheklopfer nicht, und Ihr wisst, dass ich an einem Ort lebe, wo alte Männer sogar eifersüchtig werden, wenn man ihre Hure aus der letzten Nacht anquatscht. Ich mag Frauen, die das mit Humor sehen. Neulich hatte mir eine getextet, dass "sie das alles nicht machen kann, es bringt nichts". Sie hatte gerade mal ein paar Wochen versucht, sich mit Prostitution zu finanzieren. Mich rührte das, denn der Sex mit ihr war spürbar intimer und sinnlicher als im Schnitt. Ich schwenkte auf einen ganz anderen Kurs um, denn gerade durch ihre Zweifel begann sie mich zu interessieren, und schlug ihr vor, wir könnten darüber reden, ich würde sie zum Essen einladen, ohne Sex. Den Vorschlag wiederholte ich zwei Mal, aber von ihr kam nichts mehr. Jeder Mensch ist eben anders, und es wäre falsch von Trump, würde er alle Frauen über einen Kamm scheren, wie es falsch ist von so genannten Feministinnen und ihren Gleichgesinnten, aus dieser Frau eine allgemeingültige Regel abzuleiten. Die Offenheit für den Moment, die wir im Zen auch üben, führt im Idealfall dazu, dass wir die Eigenart eines Individuums feinfühlig erspüren, statt ihm mit einer Gedankenschablone zu begegnen. 
Ich denke, dass Trumps Bildungslücken ihm bewusst sind und er offener für den Rat anderer sein wird als Hillary Clinton. Sollte ihn sein Geplapper die Wahl kosten, würde das beweisen, wie sich die Zeiten seit Bill Clintons Präsidentschaft geändert haben, bei dem eine tatsächlich unmoralische Tat (in Verbindung mit tatsächlichen wiederholten Lügen) nicht einmal zum vorzeitigen Ende seiner Amtszeit führte. Insofern hat Trumps Team zurecht aufgezeigt, mit welcher Scheinheiligkeit dieses Sexismus-Geschütz von Clinton-Anhängern aufgefahren wurde. Auch wenn jetzt einige Frauen davon reden, dass Trump mehr oder weniger tat, wovon er oben sprach, und wir die Wahrheit wohl nie erfahren werden, ist Trumps Vorwurf der Illoyalität an die eigenen Reihen, etwa an das Lästermaul und den Vietnamveteranen McCain berechtigt, dem es weniger wichtig erscheint, Kriegsverbrecher wie Kissinger nicht länger zu hofieren, als einem anderen seinen Machismo vorzuwerfen. 
Mir ist ein US-Präsident lieber, der Putin als das Alphatier für voll nehmen kann, als das dieser sich gebärdet. Ich könnte mir vorstellen, dass Trumps Offenlegen seiner Steuererklärungen und die mutmaßlichen Verbindungen zu Oligarchen eher als Anlass für eine zukunftweisende Politik weg von einem neuerlichen Kalten Krieg durch sein Wahlkampf-Team verarbeitetet werden können, als sich die Details aus Clintons Emails zu ihren Gunsten verklären ließen. Die Frage ist, was wir über ihre gelöschten Emails je noch erfahren.
(An Tagen trauriger Ereignisse und Entscheidungen in Thailand verfasst.)

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