Warum laufe ich eigentlich? – Auf meinem Weg zum Halbmarathon

Ich befinde mich nun in der 4. Woche meines Halbmarathon-Trainings und ich muss ehrlich zugeben: Während ich so lief und mein Training absolvierte, begleiteten mich in den letzten Wochen zwei Gestalten auf meinen Schultern, die sich immer lauter stritten: das Engelchen und das Teufelchen. Ich hätte bei meiner Halbmarathon-Vorbereitung wirklich mit allem gerechnet, aber nicht mit solch einem Zwiespalt, der mich mittlerweile beim Laufen schon gedanklich blockierte… Also bin ich in den letzten Tagen mit den beiden Streithähnen in ein ernsthaftes Gespräch gegangen und habe mir beide Seiten genau angehört.

Warum-laufe-ich

Das Engelchen:

Das Jahr 2014 mit einem so tollen Lauf in deiner Heimatstadt abzurunden, ist doch ein wunderschönes Ziel. Dafür lohnt es sich schon allein zu trainieren und deine Traumzeit von 1:59:59 zu knacken. Außerdem merkst du doch selbst, wie gut dir jeder Lauf tut. Er macht deinen Kopf wieder frei, wenn der Tag – neben all den anderen Dingen wie Hausbau etc. – auch noch so anstrengend war. Und dann kommt noch der glückliche Zufall ins Spiel, dass du sogar einen Lauf-Coach für dein Training an deiner Seite hast, der dir jede Woche abwechslungsreiche, auf dich persönlich zugeschnittene Trainingspläne erstellt und du sogar neue Methoden wie Steigerungsläufe etc. kennenlernst. Besser könnte es doch gerade gar nicht sein!

Das Teufelchen:

Ja, aber hast du dir mal angesehen, was du derzeit alles auf deiner Agenda hast. Haus bauen, Möbel suchen, malern, umziehen, arbeiten, bloggen, Haushalt,….meinst du nicht, dass das alles ein bisschen viel ist?! Du hast doch gerade gar keine Zeit für dein Lauftraining! Eigentlich könntest du in der Trainingszeit so viel anderes erledigen, das wichtiger ist! Einen schlechteren Zeitpunkt hättest du dir nicht aussuchen können…

Während ich mich mit dem Engelchen und dem Teufelchen auseinandersetzte, lief mir bei Youtube ein bewegendes Video über den Weg. What Do You Run For? Ich glaube nicht an Zufälle und beim Ansehen dieser Filmszenen hat es bei mir “klick” gemacht. Genau. Warum laufe ich eigentlich gerade…? Laufe ich, weil ich meinen ersten offiziellen Halbmarathon in einer von mir selbst vorgegebenen Zeit laufen will? Laufe ich, um das Ziel zu schaffen? Laufe ich, weil ich Angst habe, das Ziel nicht zu schaffen? Laufe ich, weil es mein Weg ist, um derzeit einen klaren Kopf zu behalten? Laufe ich, um mich von allem anderen abzulenken? Oder laufe ich tatsächlich noch um des Laufens Willen…einfach weil es mir Spaß macht und mir gut tut?

Als mir diese wichtigen Fragen durch meinen Kopf gingen, verstummten auf einmal das Engelchen und das Teufelchen gleichzeitig und schauten beide beschämt zur Seite. Ertappt! Ich bin in den letzten Wochen durch ihr Geplapper von meinem ureigenen Grund des Laufens abgekommen. Ich habe auf ein Ziel geschaut, auf eine Zeit geschielt und mir damit selbst ein Bein gestellt. Statt mein Laufen wie bisher einfach nur zu genießen und meine Freude beim Training zu spüren, habe ich mich von einer Zahl in die Irre führen lassen. Jedes Mal, wenn ich von Heiko (Laufen total) meinen neuen Wochenplan bekam, spürte ich echte Freude und Motivation in mir und wollte am liebsten sofort loslegen. Doch sobald ich die Laufschuhe schnürte, verließ mich diese natürliche Begeisterung und es wurde nur ein Training.

Jetzt weiß ich, dass ich ganz einfach falsch gepolt war. Bei meinem nächsten Halbmarathon soll nicht eine Zahl oder eine Zeit im Vordergrund stehen, sondern einfach meine Freude am Laufen. Es ist großartig, sich ein Ziel zu setzen, aber es sollte nicht alles überlagern…vor allem nicht meine ureigene Begeisterung für das Laufen. Sie ist meine wahre Motivation, drei Mal in der Woche meine Laufschuhe zu schnüren und Kilometer für Kilometer zurückzulegen! Und genau dies hatte ich schon einmal gespürt, als ich im Frühjahr diesen Jahres meinen ersten Halbmarathon ganz für mich allein gelaufen bin….

Wow, diese Erkenntnis war für mich gestern ungemein erleichternd, weswegen ich sie heute mit euch teilen will. Insbesondere auf meinen Schultern fiel etwas von mir ab, wo Engelchen und Teufelchen in den letzten Wochen so lautstark ihren Streit ausgetragen hatten. Und so schnürte ich heute ganz einfach meine Schuhe und lief los…WHAT DO YOU RUN FOR? – I RUN FOR ME!


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