Warum Freiburg wächst – „Geflüchtete“ nicht der Grund?

Warum Freiburg wächst – „Geflüchtete“ nicht der Grund?

Von Gastautor Albrecht Künstle

– Der Blick ins Kleingedruckte in Zeitungen ist so wichtig wie bei Verträgen

– 48% der Zuzüge sind Ausländer, zusätzlich viele Geburten, warum wohl?

Die Badische Zeitung (BZ) in Freiburg vermittelte in einer Titelbotschaft wieder einmal das Gegenteil von selbst zugegebenen Fakten, und nennt jene, die zwischen den Zeilen lesen, „Populisten“. So gesehen schlüpfe ich einmal in diese, von Meinungsmachern zugewiesene Rolle eines Populisten.

Hier die Fakten, die im Kleingedruckten des Artikels nicht unterschlagen werden:

In 20 Jahren wuchs die Stadt Freiburg um mehr als 20 Prozent auf 226.000 Einwohner, bei 1,2 Prozent Wachstum bundesweit. In dieser Zeit zogen 27.400 „Deutsche von weit weg“ in die Stadt. „Ausländer“, die bundesweit 13 Prozent der Bevölkerung ausmachen, zogen 25.400 in die grün beherrschte Hochburg. Deren Anteil an den Zuzügen betrug also 48 Prozent, das ist fast das Vierfache des bundesweiten Ausländeranteils.

Aber ihren Kommentar zum eigenen Bericht überschreibt die Autorin, mit „Sachlich statt populistisch“. Im Kommentar selbst, das Problem sei „hausgemacht“. „Jetzt resultiert das Wachstum der Stadt allein aus ihrem Babyboom.“ „Geflüchtete“ würden mit 1,2 Prozent (?) Anteil an den Einwohnern kaum eine Rolle spielen, will die BZ glauben machen. 2.712 wären es dann rechnerisch. Doch kann man dieser Zahl glauben, wenn es alleine 1.586 Syrer sind und 1.042 Iraker. Dann würden in Freiburg nur 84 solcher „Geflüchteten“ aus allen anderen Ländern der Welt leben. Das glaube wer will. Leider finde ich die Zahlen nicht

OK, auch die Freiburger Babys sind meist „hausgemacht“. Aber der Babyboom hat doch genau mit dieser Zuwanderung zu tun. Denn die Studenten der Universitätsstadt sind am Babyboom wohl kaum beteiligt. Aber Migranten haben bekanntlich mehr als jene 1,4 Kinder von deutschen Eltern. Somit ist der Babyboom und der damit verbundene Bevölkerungszuwachs auch in Freiburg eine Folge der Migration. Warum behauptet die Zeitung im Untertitel, „Geflüchtete sind nicht der Grund für die Bevölkerungszunahme“? Sind diese vielleicht zeugungsunfähig? Diese Vernebelungstaktik bezeichnet die BZ-Autorin als „Gegenmodell zum Populismus“. Wie viel an Faktenverdrehung müssen sich die Leser dieser und auch anderer Zeitungen eigentlich noch gefallen lassen?

Fakt ist, Freiburg platzt wirklich aus allen Nähten und muss schon wieder einen Stadtteil aus dem Boden stampfen. Besser gesagt, muss landwirtschaftlichen Boden einstampfen, um 15.000 Neubürger mit allem drum und dran unterzubringen. Dietenbach heißt das neue „Baby“. Unweit vom letzten neuen Stadtteil Rieselfeld mit rund 10.000 Einwohner, in einem ehemaligen Naturschutzgebiet. Zuvor wurde der Stadtteil Vauban gebaut für mehr als 5.000 Einwohner. Man bemerke, jeder neue Stadtteil ist 5.000 Einwohner größer als der letzte. Der nächste wohl für 20.000 neue „Babys“ oder was auch immer. Und das in einer der Grünen-Hochburgen, die zunehmend selbst verursacht einen „Klimanotstand“ ausrufen.

Wann wird endlich der Notstand der Glaubwürdigkeit solcher Stadtoberen und ihren Hofberichterstattern ausgerufen?


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