Warum die Forderung nach “mehr Arbeit” idiotisch ist

Für alle, die mehr über die Perfidie sogenannter Sachzwänge auf dem Arbeitsmarkt bzw. in der Konkurrenz der Unternehmer wissen möchten, gibt es zwei mehr als lesenswerte Texte, den ich via contradictio gefunden habe.

Der emeritierte Bremer Professor Freerk Huisken schreibt darin unter der großen Überschrift “Arbeit und Reichtum” zum einen über die Die Produktivkraft der Arbeit als Waffe im Konkurrenzkampf 
der Unternehmen um Rendite – oder: 
Die Rolle des technischen Fortschritts in der Marktwirtschaft und zum anderen über das Arbeiten unter dem Kreditsystem: 
immer mehr, immer rentabler, bis nichts mehr geht

Arbeiterdenkmal in Berlin Mitte

Der Arbeiter, wie ihn die DDR sah: Arbeiterdenkmal in Berlin Mitte

Es ist nämlich unglaublich wichtig, sich klar zu machen, dass die Unternehmen, die zwar einerseits auf die Arbeitenden bzw . ihre Arbeit oder Produktivkraft angewiesen sind, sich mittels Kredit über genau diese Abhängigkeit von der Arbeit der anderen hinwegsetzen können – denn die vorgeschossene Geldsumme macht die gekaufte Arbeit rentabel bzw. das Kapital, das sie kauft, erst produktiv. Ohne Kredit fände die ganze Veranstaltung oft gar nicht statt – was auch wieder blöd für diejenigen wäre, die darauf angewiesen sind, mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber am Ende kommt immer dasselbe heraus: Es muss immer mehr Produktivität aus den Arbeitenden herausgekitzelt oder gepresst werden – zum einen, weil die Unternehmen um eine keineswegs im gleichen Maße wie die Produktivität steigende Kaufkraft konkurrieren, zum anderen weil die Gewinne aus den vielfältigen Geschäften des Finanzgewerbes ja auch irgendwie erwirtschaftet werden müssen. Denn die Institute des Finanzwesens vergeben ja nicht nur Kredite an Unternehmen, sondern leihen sich auch gegenseitig Geld in allerlei verwirrenden Aggregatzuständen und damit setzen sie eine veritable Geldvermehrungsmaschine in Gang, die mitunter zu erheblichen Kollateralschäden in der realen Welt führt, wenn sie ab und zu notwendigerweise ins Stocken gerät. Weshalb man dann wiederum noch mehr aus den Leuten heraus holen muss, die noch für die Kapitalvermehrung benutzt werden können, weil sie sich in der Konkurrenz der Bewerber um den jeweiligen Arbeitsplatz durchgesetzt haben. Das ist alles nicht schön – und auch nicht gerade leicht zu lesen und zu verstehen. Aber Freerk Huisken erklärt das alles sehr viel besser als ich.

Und wenn man das alles einmal gelesen hat, dann kapiert man auch, wie idiotisch die Forderung nach “mehr Arbeit” ist, die sich ausgerechnet unter den linkeren Vereinen in unserem Polit-System hartnäckig hält. Damit wird ein notwendiges Übel zum vermeidlichen Rettungsanker – genau die Kapitalisten, die um mehr Arbeitsplätze angebettelt werden, sind es doch, die massenhaft Produktivkraft lahmlegen, in dem sie immer mehr Stellen abbauen. Und die Leute lassen sich um der Arbeitsplätze willen auf immer neue Erpressungen ein und arbeiten tatsächlich immer mehr, womit sie dann aktiv zum weiteren Abbau von Arbeitsplätzen beitragen.

Nun ist es ja nicht so, dass man in einer besseren Welt völlig um die Notwendigkeit von Arbeit völlig kommen würde. Aber um die Notwendigkeit, ein völlig irres und gegen die Interessen der allermeisten Menschen gerichtetes System wie den derzeit herrschenden global-liberalen Einheitsfrontkapitalismus am Laufen zu halten, käme man mit etwas Nachdenken schon herum. Und dann könnte man mit sehr viel weniger Aufwand sehr viel mehr Menschen glücklich machen. Und die hätten dann auch viel mehr Zeit zu lesen.



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