Warum bieten die italienischen Alpen erheblichen Anlass zur Sorge ?

Vor allem an dem im nördlichen Piemont gelegenen Monte Rosa zeigt sich , dass Klimawandel und Gletschersterben längst nicht nur trendige Schlagwörter sind. Im Sommer durchgeführte Messungen haben ergeben, dass der Ghiacciaio Belvedere in diesem Jahr mehr als 3 Meter an Durchmesser verloren hat. Während der vielerorts bis zu 42 Grad Celsius reichenden Rekordhitze hat der Gletscher an Europa's höchstem Berg täglich 7,5 Zentimeter eingebüsst. PICT2543 Was davon uebrig bleibt? Eine graue, von abstürzenden Gesteinsmassen und Geröll überdeckte Moräne. Die Schmelzgeschwindigkeit hat sich in wenigen Jahren mehr als verdoppelt. Glücklicherweise nicht wiederholt hat sich das Phänomen, das im Jahre 2001 zur Bildung eines Gletschersees - in Italien ein bis dahin einzigartiger Vorgang -geführt hat. Damals hatten Spezialeinheiten mit dem Abpumpen des Schmelzwassers begonnen, weil ein Überlaufen und eine Überschwemmung der darunter liegenden Dörfer befürchtet wurde. Das Problem löste sich damals auf natürliche Weise, indem das Schmelzwasser durch unterirdische Kanäle bis zum völligen Verschwinden des "Lago Effimero"abfloss. Alpengletscher gelten nicht nur als wertvolle Trinkwasserspeicher , sondern auch als Frühindikatoren für die globale Erwärmung. Fest steht schon jetzt : Ohne Gletscher wird es in den Alpen weniger Skifahrer, weniger Tourismus und weniger Bergsteiger geben. Unter Wissenschaftlern heisst es, dass ohne eine generelle Trendwende dies spätestens im Jahre 2100 der Fall sein wird. Betroffen wären auch die unterhalb des Monte Rosa liegenden Lebensräume am Lago Maggiore, Ticino und entlang des Po-Flusses . Eine weitere wichtige Erkenntnis : Damit die immer schneller werdende Schmelze gestoppt wird , sind mindestens acht Jahre "normal" Sommer erforderlich. Um auf die mit der Erderwärmung verbundenen Probleme aufmerksam zu machen, findet in Italien in der Zeit vom 18. bis 25. Oktober das Aktionsprogramm "Settimana Terra" http://www.settimanaterra.org statt. In diesem Zusammenhang werden landesweit 237 Events in 180 Städten unter Teilnahme von mehr als 600 Wissenschaftlern veranstaltet.