Wanda: Vom Können und Wollen

Wanda: Vom Können und WollenWanda
„Niente“

(Vertigo Berlin)
Das kannste ja gern mal versuchen. Einem Wiener zu sagen, daß du nicht ganz so zufrieden bist, etwas mehr erwartet hat und das nun alles eine kleine Enttäuschung ist. Für einen Piefke. Ist vielleicht keine so gute Idee, denn wenn er einigermaßen drauf ist, wird dir der sagen, daß ihm das eigentlich wuascht ist, er die ganzen Kritiken ohnehin ziemlich fad findet und du ihn mal kurz dort lecken kannst, wo die Sonne so so selten hinkommt. Nützt trotzdem nix, wir müssen drüber reden. Könnte nämlich sein, daß sich Wanda wegen dieser, ihrer dritten Platte, einige böse Worte mehr werden anhören müssen. Denn ein richtiger Knaller (und die Herren wissen, wie das geht, sie haben ja schließlich mit „Amore“ einen unvergleichlichen rausgehauen) – ein richtiger Knaller also ist das hier nicht geworden. Von „Niente“, um im Bild zu bleiben, kann man weiß Gott nicht sprechen, aber anders als beim Debüt und in großen Teilen auch beim Nachfolger sucht man auf dem aktuellen Album über weite Strecken die ausschweifende Wehleidigkeit, das Kaputte, anrempelnd Rotzige vergeblich. Wanda sind, so bitter das klingt, etwas zu brav geworden.
Nur um keine Irritationen aufkommen zu lassen, von einer Schlagerhaftigkeit sind die fünf nicht Lichtjahre entfernt, aber so ganz ohne Muttermord, Totalabsturz und hämmerndem Suffschädel ist diese sonst so heißgeliebte Mucke einfach nur noch die Hälfte wert. Klar ist der „Columbo“ ein netter Einfall, das sehnsüchtige „Schottenring“ hat einen ordentlichen Schmäh und die Gitarren im „Cafe Kreisky“ zwirbeln ganz ordentlich. Aber das Irre, Wilde, das unstete Flackern ist ihnen irgendwo abhanden gekommen und so klingen die meisten der zwölf Neuen eben okay. Aber leider nicht mehr. Dummerweise treffen sich also allzu oft mittelmäßige Texte mit mittelmäßiger Musik und wenn Wanda dann noch ihren Wiederholungs-Tick auspacken und ganze Textzeilen deckungsgleich von Song zu Song reichen, dann macht es das halt auch nicht unbedingt besser.

Alles schlecht also? Iwo. Es hat schon noch Momente. „0043“ (also das richtige, nicht das was sich „Wenn du schläfst“ nennt) ist herrlich verträumt, fast weggetreten und hakt sich als Ohrwurm sofort in der Hirnrinde fest. Ganz groß: „Ein letztes Wienerlied“ – das torkelt, taumelt, plärrt und  jault, das tut weh und hat plötzlich die vorher so schmerzlich vermißte Fallhöhe. Und sofort haben sie einen am Sack! Ähnlich gelungen dann der Kehraus, nennen wir’s mal eine Art von landestypischer beschwingter Morbidität, fünf Minuten Todeskampf mit brennendem Herzen und (ungewohnt) elektrischen Loops zum Fadeout. Woran’s nun gelegen hat – man weiß es nicht. Dass sie’s können, hören wir, vielleicht haben sie nicht wollen oder gemeint, es würde ausreichen. Nun, die verbeulte Lederjacke wird im Frühjahr trotzdem aus dem Schrank geholt und die Leute, soviel ist sicher, werden sie immer noch lieben. Vielleicht weil ein ehrliches Lied, mag es auch nicht ganz so gelungen sein, eben immer noch ehrlich ist. Klingt simpel, macht aber Sinn. http://niente.wandamusik.com/
12.03.  Würzburg, Posthalle
13.03.  Wiesbaden, Schlachthof
15.03.  Hannover, Capitol
16.03.  Köln, Palladium
17.03.  Berlin, Max-Schmeling-Halle
20.03.  München, Zenith
21.03.  Dortmund, Phoenixhalle
23.03.  Lingen, Emsland Arena
24.03.  Hamburg, Sporthalle
01.04.  Zürich, Halle 622
03.04.  Fürth, Stadthalle
04.04.  Stuttgart, Beethoven Saal
07.04.  Wien, Stadthalle
11.04.  Ravensburg, Oberschwabenklub
13.04.  Leipzig, Haus Auensee
14.04.  Innsbruck, Dogana
18.05.  Graz, Kasematten
19.05.  Graz, Kasematten

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