"Wall Street" - Geld schläft nicht

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Photo: movie-infos.net

Michael Douglas. Cool. Ein Schauspieler, dessen größte Stärke immer seine intensive Ausstrahlung war. Ein Blick von Michael Douglas macht alle schauspielerischen Unzulänglichkeiten wett. Shia LaBeouf. Hmm. Den können ganz viele nicht leiden. Milchbubi. Vorzeigerebell mit goldenem Löffel unterm Kissen. Nervbacke. Aber ich mag ihn irgendwie. Klar ist er jung, aber ich halte ihn für einen fähigen Schauspieler. Irgendwas muss ja dran sein, sonst würde er nicht ständig Rollen in großen Produktionen spielen. Der Trailer zu „Wall Street - Geld schläft nicht“ ist dermaßen nichtssagend, dass man Angst bekommt, nicht zu verstehen, worum es überhaupt geht. So geht es mir jedenfalls. Um „Wall Street“ von 2010 sehen zu können, muss man vorher „Wall Street“ aus dem Jahre 1987 gesehen haben.
Und darum geht's: Bud Fox ist ein junger Aktienbroker, der für eine Agentur Charts analysiert und diverse Aktien den Kunden der Agentur schmackhaft macht. Das läuft ungefähr so: Bud beobachtet einen Kurs. Bud denkt sich, das könnte toll werden und ruft seinen Klienten an. Läuft alles gut, ist der Kunde zufrieden, der Chef ist noch zufriedener und Bud ist ungefähr zwanzig Jahre älter geworden, bevor das Ganze wieder von vorne los geht. Wie viele andere an der Wall Street, hat auch Bud ein Vorbild. Gordon Gecko ist eine absolute Legende. Keiner versteht die Aktien so gut wie er, und Verluste sind ihm fremd. Bud versucht nun, an Gecko heran zu kommen, um für ihn zu arbeiten und von ihm zu lernen. Da er sehr hartnäckig ist, schafft er es tatsächlich eines Tages in Geckos Büro und verschafft ihm durch einen Tipp einen stattlichen Gewinn. Gecko stellt Bud nun an und nimmt ihm gleichzeitig unter seine Fitiche. Bei einem Empfang lernt Bud die atemberaubende Carolyn kennen und verliebt sich in sie. Das Leben beginnt nun, schön zu werden. Er arbeitet für Gecko und lebt mit der Frau seiner Träume zusammen. Doch die Aufträge für seinen Mentor bringen Bud regelmäßig an die Grenzen der Legalität und er beginnt, sich zu verstricken. Außerdem hat Carolyn eine Affäre mit Gecko selbst. Es lässt sich unschwer erahnen, dass dies nicht lange gut gehen kann.
1987 warb 20th Century Fox wie folgt für "Wall Street": "Nach Platoon führt uns Regisseur Oliver Stone in den nächsten Krieg in einem Dschungel, härter als alle anderen der Welt." Aus heutiger Sicht hinkt dieser Vergleich mächtig, aber für Stone war es beinahe die selbe Liga. Als provokanter Regisseur suchte sich Stone stets Themen heraus, die besonders den Amerikanern weh taten. Später änderte er seinen Stil und provozierte durch Bilder. "Wall Street" schildert nun den ganz normalen Alltag an der Börse. Mit sämtlichen Abgründen und Intrigen, die nun mal dazu gehören. Heute bereitet es keine großen Schwierigkeiten mehr, sich vorzustellen, dass es wirklich so läuft, aber 1987 schlug der Film ein, wie eine Bombe und löste weltweite Diskussionen über die Vorgehensweise und Reglementierungen an Börsen aus. Wie im Film, wird über Millionenbeträge beim Frühstück entschieden und ist man zunächst noch fasziniert von der Art und Weise, mit welcher Sicherheit und Beiläufigkeit mit Zahlen jongliert wird, bekommt man bald mit, dass hinter jedem Geldbetrag auch eine Existenz steht, die gleichzeitig mit den sinkenden Aktienkursen baden geht. Michael Douglas ist als großmächtiger Gordon Gecko ohne Gewissen absolut großartig und man merkt ihm den Spaß und die Freude an dieser Rolle förmlich an. Charlie Sheen ist cool und spielt hervorragend den etwas grünen Neuling, der beginnt zu lernen. Noch cooler allerdings ist, dass Martin Sheen den Vater von Bud spielt und dieser das absolute Gegenteil von Gordon Gecko darstellt. Während Gecko eindeutig zu den oberen Zehntausend gehört, ist Buds Vater ein hart arbeitender Flughafentechniker, der allerdings keinerlei Perspektiven hat und für immer der kleine Mann bleiben muss.
"Wall Street" ist ein interessanter aufregender und nicht zu letzt provokanter Film, den man gesehen haben sollte, nicht zuletzt eben, um den neuen Film zu verstehen. Und was ich von dem halte, kommt im nächsten Post.
Wall Street (USA, 1987): R.: Oliver Stone; D.: Charlie Sheen, Michael Douglas, Martin Sheen, u.a.; M.: Stewart Copeland.


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