Wahrnehmung und Realität

Warum es Dir manchmal so schwer fällt, Dein Pflegekind zu verstehen!

Ich weiss ja nicht, ob es Dir genau so geht wie mir. Aber als ich ein ganz frischer Pflegevater war, fiel es mir trotz meiner langen beruflichen Erfahrung schwer, unseren Pflegesohn zu “durchschauen.”

Er wirkte auf den “ersten Blick” wie ein ganz normaler Junge. Und in gewissen Bereichen fiel er dann “zurück”. Was ich damit meine? Jupp fuhr mit seinem Laufrad besser als mancher Gleichaltriger, war aber nicht in der Lage, den Stift altersgerecht anzufassen.

Und so gab bzw. gibt es Bereiche die stark von einander abweichen. Warum fiel es mir so schwer? Nun, vor mir stand ein äußerlich normales Kind mit vielen Talenten wo er weiter ist als andere.

Dann gibt es aber Bereiche, in denen er von der Entwicklung her gut 2 Jahre zurück liegt. So kann Jupp zum Beispiel bis heute (4 Jahre) nicht sagen, dass er auf die Toilette muss. Er sagt nicht mal, dass er die Windel voll hat. Überhaupt keine Empfindungen in dem Bereich.

Und das hat einfach am Anfang in meinem Kopf nicht zusammen gepasst. Das äußerliche Erscheinungsbild mit dem Inneren von Jupp.

Klarheit habe ich dann für mich bekommen, nach dem ich ein Gespräch im SPZ für mich reflektiert und grafisch umgesetzt habe.

Diagramm Traumatisierung

Zum vergrößern anklicken

Aufgrund seiner Traumatisierung sind die Entwicklungsbereiche von Jupp extrem unterschiedlich entwickelt. Wie man anhand der Grafik erkennen kann reicht das Spektrum von 4 Jahre (Körperliche Entwicklung) bis 2 Jahre (Emotionale Entwicklung).

Durch die Fachberatung und die Weiterbildungen zum Thema Traumatisierung fügte sich das Bild zu einem Ganzen. Das, was auf der Grafik noch einzelne Entwicklungskreise waren, verschwamm zu einem Kreis. Nämlich zu Jupp, wie er ist.

Ih möchte Dich mit diesem Artikel etwas sensibilisieren. Jedes Pflegekind hat meiner Meinung nach auf jeden Fall eine Traumatisierung hinter sich. Nämlich die Trennung von den leiblichen Eltern.

Im Umkehrschluß bedeutet das: Jedes Pflegekind ist traumatisiert. Lass Dich also vom Äußeren nicht täuschen. Wenn Dein Pflegekind in Situationen nicht so reagiert, wie Du der Meinung bist, es hätte “normal” reagieren sollen, dann denk daran, das die Entwicklung bei traumatisierten Kindern auf den verschiedenen Entwicklungsebenen stark unterschiedlich sein kann.

Ich empfehle grundsätzlich allen Pflegeeltern, ihre Pflegekinder in einem SPZ untersuchen zu lassen. Die Ergebnisse und Gespräche dort sind unfassbar hilfreich.

Ich hoffe ich konnte Dir mit meiner Erfahrung ein wenig helfen. Wenn Du auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht hast würde ich mich über einen Austausch in den Kommentaren freuen.


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