Vueling – so nicht!

Als ich nach Barcelona fliegen wollte, suchte ich nach Direktfluganbietern für meine Reise. Ich versuche das Umsteigen auf Kurzstreckenflügen zu vermeiden, weil es meiner Meinung nach die Reisezeit einfach nur unnötig aufbläht und man im Zweifelsfall den Stress hat, innerhalb von 30 Minuten aus dem Flieger zu kommen, zum nächsten Terminal zu rennen und rechtzeitig im nächsten Flugzeug zu sitzen. Außerdem fürchte ich immer um mein Gepäck. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass meine Koffer schneller von einem zum nächsten Flieger kommen als ich.

Jedenfalls stieß ich bei meiner Suche auf einen Anbieter namens Vueling. Abflug von Nürnberg – direkt nach Barcelona. In 2 1/4 Stunden. Zu einem hervorragenden Preis. Tipptopp… aber wer ist Vueling??

Nach ein wenig Recherche fand ich dann heraus, dass Vueling der spanische Marktführer ist und sich im ähnlichen Preissegment ansiedelt wie Ryanair. Leider fand ich keine Bewertungen zur Qualität von Vueling.

In der Hoffnung, dass sie ausreichend tanken würden, (sorry Ryanair, die Spitze konnte ich mir nicht verkneifen) buchte ich also zwei Plätze und hoffte, dass alles gut geht. – die Flugangst lässt grüßen.

Am 01.09. sollte dann unser Flugzeug um 13:45 in Richtung Barcelona abheben. Gerade als wir durch die Personenkontrolle auf direktem Weg zum Duty-Free-Shop waren (Champagner! Kosmetik! XXL-Gummibärchen! YAY!), teilte uns eine freundliche Stimme durch die Lautsprecheransage mit, dass unser Flug verschoben wird.

Das musste doch direkt überprüft werden, also machten wir uns auf den Weg zur nächsten Flugtafel. 3…2…1…. WAS?! Mir wich schlagartig die Farbe aus dem Gesicht und meine Halsschlagader begann zu pochen. Der Flug wurde um zarte 4 Stunden verschoben. Wir mussten also 4 Stunden im Abflugbereich des Flughafens herumhängen, mit einer “Männer-Sauftruppe” in Einheits-T-Shirts, die sich ausschließlich flüssig ernährten. Unser erster Urlaubstag war somit quasi gelaufen.

Superman vergrub sein Gesicht wohlwissend in einer Zeitung: Ich war hungrig, müde und wollte in den Urlaub fahren. Kurz gesagt: Ich drohte jeden Augenblick wie ein tasmanischer Teufel zu wüten.

In der Zwischenzeit wurde die Abflugzeit immer wieder geändert, mal sollten wir um 16:00 fliegen, dann wieder gegen 18:00. Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand mehr, wann es losgehen würde, oder ob wir jemals fliegen würden. Irgendwann teilte das Flughafenpersonal uns dann mit, dass die Maschine nicht repariert werden konnte, und eine neue Maschine geschickt wurde, die um 17:00 eintreffen sollte - kaputte Maschine? Nicht reparabel? Hilfe?!

Um 17:45 war dann tatsächlich eine Maschine von Vueling am Flughafen und brachte uns nach Barcelona. Dass es keinen Service geben würde, wusste ich bereits vorher. Im Menü konnte man verschiedene Sandwiches und Getränke für ca. 8 Euro auswählen, Getränke waren um die 3 Euro. Ich habe mir die Preise nicht genau gemerkt, weil ich nur kurz durch das Menü geblättert habe.  Was ich jedoch überhaupt nicht gut fand, war die “Reparatur” der Sitze mit Gaffaklebeband. Das macht man doch nicht, das sieht einfach unmöglich und unprofessionell aus. Ich hoffe, die Herrschaften von Vueling reparieren nicht auch andere Bereiche des Flugzeuges mit Gaffatape.

Was ich hingegen sehr süß fand, waren die Speisackerl Beutelchen für schlechte Momente im Flugzeug. Da war nämlich “Keep calm and breathe” aufgedruckt.

Wie dem auch sei – wir landeten dennoch erfolgreich mit 4 Stunden Verspätung in Barcelona und ich beschwerte mich direkt nach der Landung  schriftlich am Vueling Schalter.  Vueling reagierte auch innerhalb von 2 Tagen auf meine Beschwerde. Mit einer spanischen E-Mail, vermutlich in der Hoffnung, dass ich sie nicht verstehe und aufgebe.

Aber nicht mit puppinski.! Die EU-Verordnung 261/2004 regelt sehr genau, inwieweit Entschädigungen bei Flugverspätungen und Annullierungen geleistet werden müssen. Ich habe sie schriftlich darauf aufmerksam gemacht, dass ich eine Entschädigung fordere, und sie teilten mir lustigerweise sogar die Inhalte der EU-Verordnung mit, aber leider haben sie den Absatz mit den Entschädigungsleistungen offensichtlich vergessen. Darauf machte ich sie wieder aufmerksam, doch Vueling verweigert bis heute die Entschädiung, weil sie behaupten, es wäre nicht ihre Schuld, dass die Maschine zu spät kam.

Nun, inzwischen liegt meine Beschwerde bei der Luftfahrtbehörde, und ich fürchte, ich bestreite einen langatmigen Kampf. Aber ich habe Geduld… oder so.

Ich habe mir übrigens von Anfang an vorgenommen, einen Bericht über meine Erfahrungen mit Vueling zu schreiben. Schlicht und ergreifend aus dem Grund, dass ich im Internet keine Erfahrungsberichte finden konnte. Deshalb habe ich sehr gehofft, dass ich hier einen schönen Bericht schreiben werde und in höchsten Tönen von Vueling schwärmen kann. Doch leider ist das nicht der Fall. Eine Verspätung kann es immer geben, da müssen wir uns alle nichts vormachen, auch wenn es ärgerlich ist. Jedoch sollte ein Unternehmen gerade im Beschwerdemanagement fair mit den Kunden umgehen und bemüht sein, sie zufriedenzustellen, denn dann kommen sie wieder und geben ihre positiven Erfahrungen weiter. Da ich aber keine Schönwetter-Bloggerin bin, sondern meine Erfahrungen weitergeben möchte, gibt es heute leider keinen positiven Bericht über Vueling.

Ich halte euch gerne über den Ausgang über Vueling vs. puppinski. auf dem Laufenden.



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