Von Zügen und Autos

Als eingefleischter Autofahrer bin ich ja normalerweise eher selten mit dem Zug unterwegs. Die letzte Bahnfahrt ist schon eine Weile her und so machte ich mich an diesem schönen Tag sehr früh auf, in Richtung Hauptbahnhof. Das Erste, was mir dort auffiel, war die Tatsache, dass man mindestens studiert sein muss, um den Fahrplan komplett zu durchschauen. Die Tatsache, dass es am Bahnsteig außer den üblichen Plänen auch noch Buchstaben an den einzelnen Bereichen gibt, machte es nicht unbedingt übersichtlicher. Zum Ausgleich waren aber dafür die Kaffeeautomaten alle außer Betrieb!

Dennoch bin ich in den richtigen Zug eingestiegen und habe sogar einen Fensterplatz bekommen. Mal abgesehen von der jungen Dame, die sich auch in mein Abteil setzte, und dann anfing sich langsam auszuziehen, war es eigentlich eine sehr ruhige und angenehme Reise. Auf jeden Fall besser, als ich es erwartet hatte.

Die junge Frau zog zuerst ihre Schuhe aus und dann auch ihren Pullover. Was hatte sie vor? Sie legte sich auf den Sitz und ihre Füße kamen auf den Sitz gegenüber. Dann deckte sie sich noch mit ihrer Jacke zu. Im Stillen hoffte ich nur, dass sie nicht im Schlaf schnarcht. Warum nur hatte sie den Pullover ausgezogen, wenn sie sich anschließen mit der Jacke zudeckte? Dies gehörte sicher zu den ewigen Rätseln der Menschheit!

In Hamburg angekommen, musste ich feststellen, dass dieses kleine Millionen-Örtchen ein klein wenig größer war als meine Heimatmetropole, die ja immerhin rund 6.000 Einwohner hat!

Es war schon schwer genug überhaupt die S-Bahnen zu finden, aber dass man dort auch noch aufpassen musste, in welchen Waggon man einsteigt, fand ich schon fast etwas zu übertrieben. Unterwegs wurden die letzten Waggons abgekuppelt, und jeder Teil der S-Bahn fuhr in eine andere Richtung weiter!

So kam ich schließlich am Airport an. Schon merkwürdig, warum es jetzt Airport heißt. Früher war es ganz einfach der Flughafen. Allerdings war es früher ja auch einfach nur die Putzfrau, und heute die Reinigungsbeauftragte für Fliesen und Kacheln aller Art!

Ich weiß nicht genau, was besser war, die Hinfahrt mit der Bahn, inclusive teurer Preise oder die Rückfahrt mit dem PKW, und jeder Menge Raser und Leuten, denen das eigene Leben genauso wenig bedeutete wie dass der anderen.

Wenn jemand bei einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h fast 130 km/h fährt, um dann von einem Kleinwagen überholt (man sollte es eher überdonnert nennen) zu werden, der wohl sicherlich seine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 170 km/h erreicht hatte, dann kann man wohl nur noch von grenzenloser Dummheit reden!

Eines der größten Phänomene auf unseren Straßen ist, dass je kleiner der Wagen ist, umso mehr (damit sind jene Autofahrer gemeint, die nur eines auf der Straße kennen, überholen um jeden Preis) wird gerast!

Sicherlich gibt es auch gut motorisierte Autofahrer, die hemmungslos rasen, aber eben lange nicht so viele. Oder wann haben sie zuletzt einen 600er Mercedes, einen Bentley, einen Aston Martin oder einen Jaguar auf der Straße gesehen, der mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs war?

Es ist eben ein uraltes ungeschriebenes Gesetz:

Schönheit vergeht, Dummheit besteht!



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