Von Maibäumen in Kindergärten

Mit den rheinländischen Bräuchen kann ich als Schwabe im Bonner Exil (entschuldigt, das ist jetzt etwas zu hart) nicht immer was anfangen.

Sehr zum Leidwesen meiner Frau, die das Jahr um Jahr einfordert, halte ich das Aufstellen einer erektilen Manneskraft in Birkenform vor dem Hause der Angebeteten, zudem mit Krepp-Papier geschmückt, für – sagen wir mal – gewöhnungsbedürftig.

Außerdem sieht das gute Stück nach ein paar Woche vertrocknet und ganz welk aus. Und wird in den seltensten Fällen wieder weggeräumt.

Manchmal frage ich mich, ob dieser moderne Burgerladen Hans im Glück mit seinen vielen Birkenstämmen in der Restauration der Schnappsidee eines betrunkenen Maibaumaufstellers entsprang.

Ich bin auch ziemlich gespannt, ob die lokale Ökoszene nach dem bundesweiten Angriff auf die ungeheuerliche Massenrodungen wegen der Weihnachtsbäume sich endlich mal die Birkenstämmchen vornimmt.

Sei’s drum.

Nun aber, am Tag nach dem ersten Mai in diesem Jahr, gab es dann auch für mich was zum Schmunzeln:

Ein Kollege Papa kam mit seinem Nachwuchs zeitgleich in den Kindergarten. Sein Sohnemann, stolz und überglücklich, trug ein Birkenzweig im Wasserglas, ordentlich nach allen Regeln der Kunst geschmückt und mit einem verheißungsvollen Mädchennamen auf dem obligatorischen roten Herzen.

Nein, das allein wärmte mir noch nicht das Herz. Aber dann: Sein Papa nahm mich zur Seite und flüsterte mir zu. „Schon im zweiten Jahr derselbe Name auf dem Herz. Das ist was Ernstes!“

Makes my day.

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