„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

Im frühlingshaften Wasserburg, gut 60 km östlich von München, feiert das dortige Museum mit der Ausstellung „Veronika der Lenz ist da!“ die Unterhaltungskultur der 20er und 30er Jahre. Nach Ende des Ersten Weltkriegs und dem Untergang des Kaiserreichs brach eine Zeit an, die als die Goldenen Zwanziger Jahre, The Roaring Twenties oder les années folles beschrieben wird. Eine Zeit, in der in Kunst, Kultur und Gesellschaft all das möglich zu werden schien, was vorher unmöglich war.

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

Die Ausstellung widmet sich vor allem der Musikkultur dieser Epoche. Die künstlerisch gestalteten Titelgrafiken der Schlagernoten zeigen die neue mondäne Frau, die von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt ist und sich in eleganten Kleidern ins Nachtleben stürzt. Ihre Texte handeln von freier Liebe, frivolen Späßen, der Sehnsucht nach dem Exotischen, von Ausflügen in die Natur und dem Rausch der Großstadt.

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

Getextet, komponiert und vorgetragen wurden die neuen Schlager vor allem von jüdischen Künstlern. Sie brachten Witz und vor allem den Jazz in die deutsche Musikkultur. Fritz Löhner-Beda, der frechste, freieste und begabteste Librettist, textete gleich zu Beginn des Jahrzehnts den „Dadaistischen Fox-Trot für Trottel und solche, die es noch werden wollen“. Diesem folgten Schlager wie „In der Bar zum Krokodil“ oder „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?“. Er schrieb deutsche Texte zu amerikanischen Schlagern und bis heute bekannte Lieder wie „Dein ist mein ganzes Herz“, „Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren …“ oder „Oh, Donna Clara!“.

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

Fritz-Löhner Beda kam 1888 mit fünf Jahren als Bedřich Löwy aus Wildenschwert mit seiner Familie nach Wien, wo seine Eltern seinen Namen in Friedrich Löhner eindeutschten. Schon während seines Jurastudiums engagierte er sich in jüdischen Vereinigungen und begann zu schreiben: Karikaturen, Sketche, Schlager. In den 20er und 30er Jahren gehörte er zu den wichtigsten und erfolgreichsten Schlagermachern Wiens.
Fritz Rotter und Walter Jurmann schrieben Ende des Jahrzehnts den Schlager „Veronika, der Lenz ist da!“. Gesungen und neu arrangiert von den Comedian Harmonists wurde er zum Evergreen.

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

Auch die Depression nach dem großen Börsenkrach 1929 und der aufkeimende Nationalsozialismus hinterließen ihre Spuren in der Welt des Schlagers und werden in der Ausstellung im Museum Wasserburg thematisiert. Fritz Rotter und Walter Jurmann emigrierten 1933 über Umwege in die USA von wo aus sie ihre Karriere fortführen konnten. Die Comedian Harmonists erhielten 1934 Auftrittsverbot in Deutschland. Nach einer internationalen Tournee trennte sich die Gruppe. Auch die Größen aus Filmmusik und Revue wie Werner Richard Heymann, Friedrich Hollaender und Rudolph Nelson mussten Deutschland verlassen. Vielen gelang die Flucht nicht.

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

Einen Tag nach dem Anschluss Österreichs wurde Fritz Löhner-Beda verhaftet und ins KZ Dachau verschleppt. Im September 1938 folgte die Deportation ins KZ Buchenwald. Dort verfasste er Ende 1938 den Text für Das Buchenwaldlied. Der mit ihm inhaftierte jüdische Komponist Hermann Leopoldi komponierte die Melodie dazu.

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

An die Schicksale der jüdischen Musiker erinnern in der Ausstellung Gedenkkästen und Biografien zum Nachlesen während man ihre Musik in Originalaufnahmen hören kann, die die Gräuel der Nazis überdauert haben.

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg

Ein umfangreiches Begleitprogramm zu Ausstellung lässt die Unterhaltungskultur der 20er und 30er Jahre noch einmal lebendig werden. Am 11. Mai um 19. 30 Uhr wird er im Rahmen des Vortrags „Veronika, der Lenz war da!“ im Museum Wasserburg die Geschichte der Comedian Harmonists erzählen. Unterstützt von originalen Schellackplatten und einem Grammophon berichtet er vom Aufstieg der sechs jungen Musiker am Ende der 1920er Jahre und ihrem Schicksal nach 1933.
Hinter der Ausstellung und ihrem Begleitprogramm steht der Musiker und Sammler Walter Erpf, der sich bereits seit Jahrzehnten mit der Musik und dem Schicksal der jüdischen Texter, Komponisten und Interpreten der leichten Muse beschäftigt.

Museum Wasserburg
Herrengasse 15
83512 Wasserburg

Di-So 13-17 Uhr

„Veronika, der Lenz ist da!“ noch bis 21. Juni im Museum Wasserburg


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