Verlobung? So schnell?

Eigentlich habe ich ja an einem Bericht über unser Venedig-Wochenende gesessen. Aber manchmal kommt halt etwas dazwischen. In dem Fall ein Telefonat mit meiner Schwester. Wir haben lange nicht miteinander gequasselt und entsprechend lang wurde unser Gespräch. Und hätte René nicht zwischendurch das Essen fertig gekocht, wer weiß – vielleicht würden wir heute noch telefonieren 😉

Irgendwann kam von ihr die Frage: „Verlobung? So schnell?“ und ich weiß: sie meint das nicht bös oder vorwurfsvoll, sondern sie fragt, weil sie sich Sorgen um mich macht. Und ich glaube zu wissen, dass die Frage Einigen durch den Kopf schwirrte, nachdem wir unseren Beziehungsstatus öffentlich machten. Und wie ich so bin, kann ich meine eigenen Gedanken nicht für mich behalten.

Von mir aus hätte er schon vor Wochen fragen können. Das Gefühl nach einem lauten und festen „Ja!“ als Antwort schlummert schon länger in mir. Und trotzdem hat er mich dann damit überrascht. Romantisch und rührend. Einfach: passend.

Was heißt schon: „So schnell?“?

Wie lange braucht ein Mensch, um sich zu entscheiden? Klar ist dieser Schritt ein Wichtiger und (nach Wunsch/Möglichkeit) nicht mehr rückgängig zu machen. Aber wenn das Gefühl tief in dir drin stimmt – muss man dann wirklich erst (was weiß ich) 3 Jahre zusammen leben und austesten, ob es wirklich in jeder Situation passt?

Wir haben uns in einem Ausnahmezustand kennen- und liebengelernt. René hat in der „kurzen“ Zeit Trauer, Depressionen, Schwangerschaft, Gefühlschaos hoch zehn, Umzüge und so Einiges mit mir durchgemacht.

Und ist bei mir geblieben.

Hat mich immer unterstützt. Und mich nicht eingeengt. Ich wüßte schon keine Steigerung an Situationen mehr, die wir (im Negativen) noch zu erwarten hätten und die wir nicht gemeinsam schaffen würden.

Klar, der ganz normale Alltagswahnsinn ist schon eine Herausforderung für sich. Doch auch den „üben“ wir ja nun schon ein 1/2 Jahr in einer gemeinsamen Wohnung.

Wir tun uns gegenseitig gut und genießen jede Sekunde, die wir gemeinsam verbringen dürfen. Wir sind uns dessen bewußt, dass es im Leben nicht immer nur so läuft, wie man sich das mit der rosaroten Brille ausmalt. Aber wir haben in unserer Zeit auch gelernt, dass wir den zukünftigen Weg nur gemeinsam gehen wollen.

Die einzigen Bedenken,

die ich hatte, sind die, dass er so eine „abgelegte“ Braut bekommt. Hey… wirklich (!) das ist für mich schließlich dann schon die dritte Hochzeit. Hätte ich so vor vielen Jahren auch nicht gedacht. Schließlich glaube ich (noch immer) an die große Liebe und die Ehe auf Lebenszeit.

Und natürlich (Selbstzweifel sei Dank) rechne ich auch damit, dass er entsprechende Argumente gegen eine Hochzeit mit mir (von Bekannten/Freunden) zu hören bekommt. Egal, wie die Umstände bei mir (bei/in den anderen Ehen) waren. Menschen sehen meist nur das, was sie sehen wollen – das Negative. Ist nun mal leider so. Aber ich sollte wohl endlich mal lernen, dass mir das egal sein kann soll.

„So schnell?“
Quatsch mit Soße! Es fühlt sich schon die ganze Zeit „richtig“ an. Da war ab Anfang an kein Zweifel. Null. Und eine Hochzeit ist für uns beide ein Zeichen, dass wir zusammengehören. Auch wenn viele Paare das für unnötig halten und eine Trauung nicht in Erwägung ziehen. Wir sind da noch altmodisch 🙂

Und freuen uns drauf!


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