Velobis: Neues Leben im alten Gloriette Kino

Wien (Culinarius) –Branchenübergreifende  Lokale sind immer eine ganz spezielle Herausforderung an Organisation, Logistik und Personal – liegen aber auch im Trend. Beispiele gibt es viele: Von Cafés, welche mit einem Büchergeschäft kombiniert werden bis hin zu Restaurants, in welchen man Teile der Einrichtung nach Belieben kaufen kann reicht die Palette mittlerweile. Einen anderen Zugang zu diesem Thema hat Anthony Chira gefunden: Als Chef bei Bikes+Vienna beschloss er seine Leidenschaft zum Kochen mit der Liebe zum Radsport zu kombinieren – das Ergebnis heißt Velobis. Zu bewundern ist die Kombination aus Fahrradgeschäft/Werkstatt und Bistro in den geschichtsträchtigen (umgebauten) Räumen des ehemaligen Gloriette Kino und kann sich durchaus sehen lassen.

Drang dem Hobby und der Leidenschaft Ausdruck zu verleihen

Es begann alles, als Chira (damals Angestellter in einem österreichischem Großunternehmen) vor rund 7 Jahren beschloss, seiner Leidenschaft und seinem Hobby für Fahrräder in Form eines eigenständigen Fahrradgeschäfts Ausdruck zu verleihen: Das Bikes+Vienna war geboren.  Nachdem sich der der Erfolg des Stores abzeichnete und dieser durch sein Wachstum an seine Grenzen kam, war klar, dass ein Umzug vor der Türe stand. Dieser vollzog sich im November 2015 in Teile der alten Räumlichkeiten des Gloriette Kinos, wo nun das Velobis – ein Hybride aus Fahrradladen, Werkstatt und Bistro – zuhause ist.
„Die Idee an sich ist simpel.“, meint der begeisterte Radler und Weltenbummler. „Den Input für den zündenden Einfall erhielt ich durch das berühmte Lokal in London „Look Mum No Hands“. Allerdings mit dem Unterschied, dass man bei uns mehr als einfache Snacks bekommt.“
Ein Blick in die Speisekarte verrät: Von Appetizern über Hauptspeisen bis hin zum Dessert werden exzellente Mahlzeiten geboten; „Alles in allem sind es 23 unterschiedliche Gerichte, die man bei uns bestellen kann.“ Damit bei der Auswahl keine Langeweile aufkommt, wird die Karte rund alle 2 Wochen geändert. „Natürlich sind die Haupteinnahmequelle Fahrräder – das Bistro entstand aus meiner Leidenschaft und meiner Liebe zum Kochen. Ich liebe es vor allem hier zu experimentieren und zu sehen was gut ankommt. Ich bin eben nicht nur passionierter Radfahrer sondern eben auch begeisterter Foody!“ erklärt er mit einem Grinsen. „Ein gewisses Easygoing-Gefühl und eine natürliche Gemütlichkeit sind mir ebenfalls wichtig – ich möchte eben diese Wohnzimmeratmosphäre.“

„Das Bistro ist mein Herz und der Fahrradladen mein Gehirn“

Er selber sei weder gelernter Kellner oder Koch, was allerdings kein Problem darstellt. Denn er hat sich kompetente und namhafte Hilfe mit ins Boot geholt: Anton Rusnak, welcher bereits im Palais Coburg und im Fabios tätig war, steht ihm beratend zur Seite. „Wir harmonieren perfekt – wir wollen beide etwas Neues machen, was aber jeder kennt – der Hang zum Experimentieren und Neuinterpretieren macht es aus.“
Das Konzept wird dabei aber „einfach und geradlinig gehalten – gleichzeitig achten wir aber auch darauf, dass die verwendeten Zutaten aus Österreich kommen. Wir versuchen, dass die Ware nicht allzu viele Kilometer machen muss.“, zeigt sich Chira umweltbewusst.
Aber auch das Frühstücksangebot braucht sich nicht zu verstecken: Eine reichhaltige und aus besten Bio-Komponenten bestehende Frühstücksplatte gibt es bereits ab 6,90 Euro und verspricht ein Geschmackserlebnis der Sonderklasse. Die Experimentierfreudigkeit für seine Leidenschaft beim Kochen wird durch seine Inspirationsquellen bestärkt: Einerseits ist es sein Team aus internationalen Köchen, welche ihm zur Seite stehen und andererseits sind es die Reisen, welche ihm die nötigen Impulse bei der Speisenkreation geben. „Meine Mitarbeiter haben es im Endeffekt schwer: Sie müssen sehr viel verkosten.“, lacht Chira. Auch seine Liebe zum Radfahren kann man im Bistro erkennen: Die Lampen bestehen aus Speichen und Felgen, die (derzeit in Produktion befindlichen) Kerzenhalter werden aus ausrangierten Fahrradschläuchen bestehen und an den Wänden hängen dekorative Fahrräder.

Doch Velobis ist mehr als nur eine Radwerkstatt mit einem feinen Bistro kombiniert: In der kulturellen Tradition der Lokalität selbst, welche vorher das Gloriette Kino beherbergte, versucht man dem Erbe gerecht zu werden, indem man versucht, Künstlern einen Raum zu geben. „Rund einmal pro Monat haben wir ein Konzert, eine Lesung oder eine Ausstellung.“ – und dieser Teil des Konzepts scheint bei den Gästen sehr gut anzukommen.  „Es wäre auch langweilig, wenn ich ein Lokal nur um in diesem zu essen betreiben würde – daher werden diese Events auch weiterhin ein fester Bestandteil unseres Konzepts bleiben.“

Ein Plan B, der vermutlich nie verwirklicht werden wird

Der O-Ton der Homepage gibt einen kleinen Einblick in den Grund des Erfolges: „Ohne Mikrowelle und natürlich ohne Geschmacksverstärker. Unsere Küche nennen wir zeitgenössisch mit österreichisch-afrikanischem Flair.“, heißt es da. Dazu mein Chira: „Mein Motto ist „Healthy Mind and Plate“ – Salz, Pfeffer und Kräuter – sonst nichts.“ Weiteres meint er bescheiden: „Natürlich ist es nicht nur mein Erfolg – es ist der Erfolg des ganzen Teams.“, und erklärt dann weiter: „Ich denke es liegt daran, dass wir auf Qualität schwören – wir wollen das beste Produkt leistbar anbieten.“
Auf die abschließende Frage, was sein Plan B im Falle eines Misserfolges gewesen wäre, antwortet er: „Wenn das Bistro nicht gezündet hätte, würden wir hier jetzt in einer erweiterten Fahrradwerkstatt sitzen.“ Dass Herr Chira mittlerweile nicht mehr auf diesen Plan B zurückgreifen muss, scheint dank des Flairs, des Teams, der Speisen und der angebotenen Qualität zukünftig jedoch nicht nötig zu sein.

Fotocredit: Velobis


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